Archiv-Beitrag vom 02.12.2013Erste Hilfe für rheinische Archive

Haus der Stadtgeschichte/Stadtarchiv erhält Notfallboxenset - Langfristiges Ziel ist Bildung von Notfallverbünden

Das Haus der Stadtgeschichte/Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr hat nun als 23. rheinisches Kommunalarchiv (nach Aachen, Bergheim, Bergisch Gladbach, Bonn, Dormagen-Zons, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Euskirchen, Gummersbach, Heinsberg, Kempen, Kleve, Krefeld, Leverkusen, Mettmann, Mönchengladbach, Oberhausen, Siegburg, Solingen, Wesel und Wuppertal) vom Landschaftsverband Rheinland-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) ein Notfallboxenset bekommen. Damit soll in einem Notfall wie zum Beispiel Feuer oder Wassereintritt rasch Kulturgut gesichert werden. Dr. Claudia Kauertz, Leiterin der Archivberatungsstelle im LVR-AFZ, und Markus Vieten, Mitarbeiter der Werkstatt für Papierrestaurierung im LVR-AFZ, übergaben das Set an Kulturdezernent Ulrich Ernst und Dr. Kai Rawe, Leiter des Hauses der Stadtgeschichte/Stadtarchivs. Die Boxen enthalten unter anderem Overalls, Taschenlampen, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schreibmaterial, Messer oder Mehrfachsteckdosen.

Erste Hilfe für geschädigtes Kulturgut. LVR übergibt Notfallboxenset an das Haus der Stadtgeschichte/ Stadtarchiv. Haus der Stadtgeschichte, Von-Graefe-Str. 37. 28.11.2013 Foto: Walter Schernstein

Von links nach rechts: Kulturdezernent Ulrich Ernst, Dr. Kai Rawe, Leiter des Stadtarchivs, Markus Vieten, Mitarbeiter der Werkstatt für Papierrestaurierung im LVR-AFZ, Martina Ern, Restauratorin des Stadtarchivs und Dr. Claudia Kauertz, Leiterin der Archivberatungsstelle im LVR-AFZ. (Foto: Walter Schernstein)

Die Gefahren für Kulturgut sind vielfältig und müssen nicht immer so verheerend sein, wie das Feuer in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar im Jahr 2004 oder der Einsturz des Stadtarchivs Köln am 3. März 2009. Nicht nur Feuer und unvorhergesehene Ereignisse, auch Wasser oder große Hitze können zu einem Notfall führen. Und ist der Notfall erst einmal eingetroffen, geht es zunächst darum, den Schaden zu begrenzen.

Deswegen gilt auch in Archiven: Der beste Notfall ist der, der gar nicht erst eintritt. Langfristiges Ziel bei der Ausstattung mit Notfallboxen ist die Erreichung einer flächendeckenden Notfallvorsorge im Rheinland. Dabei ist die Bildung von sogenannten Notfallverbünden unverzichtbar. In ihnen schließen sich mehrere Archive oder vergleichbare Kultureinrichtungen zusammen und verpflichten sich, im archivischen Notfall Personen und Ressourcen bereit zu stellen, die eine schnelle und effektive Bewältigung von Notfallsituationen gewährleisten. Das Notfallboxenset ist ein wichtiger Bestandteil eines solchen Verbundes.

Nachdem das LVR-AFZ bereits in den beiden vorangegangenen Jahren mit finanzieller Unterstützung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 20 Notfallboxensets im Wert von 20.000 Euro erwerben konnte, wurden für 2013 erneut Finanzmittel zur Anschaffung von weiteren Boxensets in Höhe von 6.000 Euro bereitgestellt. In nächster Zeit soll so noch das Stadtarchiv Remscheid ausgestattet werden. Zwei der Boxen sind zentral im LVR-AFZ in Brauweiler aufgestellt und stehen dort auf Abruf bereit.

Das LVR-AFZ, das rund 340 Archive im Rheinland betreut, bietet - wie bereits in den vergangenen Jahren - auch weiterhin Tagungen und Fortbildungen für Beschäftigte in den Archiven an. Die gute Resonanz bestätigt, dass die Notfallvorsorge als Präventivmaßnahme zur Sicherung und Erhaltung des kulturellen Erbes derzeit noch zu den bislang vernachlässigten Aufgaben in den Archiven gehört.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Stadtarchiv.

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Stand: 02.12.2013

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