Archiv-Beitrag vom 19.01.2009Fachtagung "Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in NRW"

Potentiale für Selbstbestimmung und Teilhabe

"Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte stellen heute für die Seniorenpolitik und -arbeit eine immer wichtiger werdende Zielgruppe dar.", so Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld zur Eröffnung der Fachtagung "Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen" vor den rund 70 TagungsteilnehmerInnen in der Stadthalle.

 


 

Fachtagung Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen. Stadthalle. 22.01.2009 Foto: Walter Schernstein

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld begrüßte die 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung im Foyer der Stadthalle (Foto: Walter Schernstein)


 

Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen NRW (LAGA), der LandesSeniorenVertretung NWR (LSV) und mit der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Mülheim an der Ruhr lud Mühlenfeld Akteure und Fachleute der Senioren- und Integrationsarbeit in den Kommunen nach Mülheim.

Startschuss für die kommunalen Tagungen war die Großveranstaltung „Ältere Menschen mit
Zuwanderungsgeschichte in NRW - Leben, Wohnen und Pflege zu Hause“ am 16. Januar 2008 in Köln (Tagungsbericht siehe www.laga-nrw.de).

Die Veranstaltungen vor Ort in den Kommunen - so auch in Mülheim an der Ruhr - sind auch als Fortsetzung für eine verstärkte Zusammenarbeit der beiden Organisationen LSV und LAGA zu verstehen, gemeinsam mit den Akteuren der Senioren- und Integrationsarbeit in den Kommunen. Die Veranstaltungen werden gefördert durch das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration.

"Heute stehen wir vor der Situation, dass in der Regel als „Gastarbeiter“ in die Bundesrepublik Deutschland gekommene Menschen das Seniorenalter erreichen beziehungsweise erreicht haben. Vieles deutet darauf hin, dass ein Großteil von ihnen auch weiterhin hier leben und seinen Lebensabend verbringen will. Dass viele der Zugewanderten in Deutschland altern, hat vielfältige Gründe: die emotionale Bindung zu den in Deutschland lebenden Nachgenerationen (Kinder, Enkelkinder usw.), Rechtssicherheit, bessere gesundheitliche und pflegerische Versorgung. ", so die OB weiter.

Diese Entwicklung stelle neue Anforderungen an die Kommunen, die im Schnittfeld der Senioren- und Integrationspolitik einen wichtigen und bedeutenden Beitrag zu leisten hätten. Dabei sei von einem länger dauernden Prozess auszugehen. Ältere Zugewanderte hätten alters- und zugleich kulturspezifische Wünsche und Bedürfnisse. Daher seien besondere Überlegungen und Strategien erforderlich, um künftig eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten, die sich an der Lebens- und Alltagswelt der älteren Zugewanderten orientiert.
Die interkulturelle Orientierung der hiesigen Regelversorgungssysteme der Seniorenhilfe und der sozialpflegerischen Dienste sei hierbei eine unabdingbare Voraussetzung, um den Bedürfnissen älterer Zugewanderter gerecht zu werden.

 


 

Fachtagung Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen. Stadthalle. 22.01.2009 Foto: Walter Schernstein

Dr. Christof Eichert vom Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, links daneben Dr. Vera Gerling von GER-ON Consult & Research, Gesamtmoderatorin der Veranstaltung (Foto: Walter Schernstein)


 

 

Wie die Oberbürgermeisterin zuvor machte Herr Dr. Christof Eichert, der als Vertreter des MGFFI anwesend war, deutlich, dass sich Land und Kommunen der drängenden Frage stellen müssen, wie die Zukunft der älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gestaltet werde. "In wenigen Jahren leben eine Million ältere Migranten hier. Gerade diese Menschen haben viel für unser Land geleistet.", so Dr. Eichert. Nun sei es unsere Aufgabe, auch aus Dankbarkeit und Respekt, uns mit ihrer Zukunft zu befassen und den daraus resultierenden Herausforderungen gerecht zu werden. "

Den Begrüßungsworten folgten spannende Fachvorträge, unter anderem zum Thema "Lebenswelten und Altersbilder älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte" (Dr. Elke Obermann, Forschungsgesellschaft für Gerontologie). In den Vorträgen und auch im Laufe der Tagung wurde unterstrichen, dass es "DEN alten Migranten" nicht gebe, sondern die Lebenslagen sehr heterogen seien; zwischen und auch innerhalb der Nationalitäten.

Am Nachmittag erhielten die 70 Teilnehmer in der Stadthalle in entsprechenden Fachforen die Gelegenheit zu Gesprächen und Diskussionen mit den jeweiligen Moderatoren. Abschließend erfolgte die Vorstellung der Ergebnisse aus den Foren sowie eine Zusammenfassung/Auswertung der Fachtagung. Gesamtmoderation der Veranstaltung hatte Dr. Vera Gerling von GER-ON Consult & Research, die locker und kompetent durch die Tagung führte.

 


 

Fachtagung Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen. Stadthalle. 22.01.2009 Foto: Walter Schernstein
Vordere Reihe von links: Nicole Linau von der Koordinierungsstelle Integration neben Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Dr. Christof Eichert vom Landesministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration (Foto: Walter Schernstein)


 

 

Fazit aller Beteiligten:
Ingesamt eine gelungene Fachtagung, die deutlich gemacht hat, dass alle Akteure vor Ort, die für und mit Senioren arbeiten, sich verstärkt auf den Weg machen müssen, ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit ihren Angeboten besser zu erreichen. Dass interkulturelle Öffnung vorangetrieben werden muss, war genauso einhellige Meinung wie der Appell, die Potentiale der Migrantenfamilien und ethnischen Netzwerke zu erhalten und zu fördern.

 

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Stand: 23.01.2009

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