Fazit der Berufsfeuerwehr nach dem Sturmtief "Kyrill"
Viel Arbeit brachte der schwerste Sturm der letzten Jahre den Mülheimer Einsatzkräften von Berufsfeuerwehr, Freiw. Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) sowie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Johanniter Unfallhilfe (JUH).
Von Donnerstag Mittag bis Sonntag Nachmittag (15.30 Uhr) zählte die Leitstelle der Berufsfeuerwehr 508 Einsätze im Zusammenhang mit dem Sturmtief "Kyrill".
Leider ist auch ein Todesopfer zu beklagen.
Durch die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes vorgewarnt, wurden von der Berufsfeuerwehr bereits am Mittwoch, den 17.01. organisatorische, materielle und personelle Vorbereitungen getroffen und mit den im Katastrophenschutz mitwirkenden Mülheimer Hilfsorganisationen abgestimmt. Die Entwicklung der Lage wurde intensiv beobachtet, damit jederzeit sofort reagiert werden konnte.
Am Donnerstag, den 18.01.2007 dann nahm der Führungsstab ab 10.00 Uhr seine Arbeit auf der Feuerwache an der Aktienstraße auf. Erste Sturmeinsätze wurden bereits ab 12 Uhr gemeldet. Zunächst hielt sich die Zahl der Einsätze noch in Grenzen. Ab 14.30 stieg dann aber parallel mit der ansteigenden Windstärke auch die Zahl der eingehenden Notrufe sehr stark an. Ab 14.30 Uhr wurden die Freiwillige Feuerwehr, dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW), das DRK und die JUH alarmiert, so dass bis 04.00 Uhr morgens insgesamt 215 Einsatzkräfte im gesamten Stadtgebiet im Dauereinsatz waren.
Am Donnerstag waren auch zwei Verletzte zu verzeichnen. Hier waren jeweils Personen in PKW´s durch umgestürzte Bäume verletzt worden. (Pressekonferenz von Freitag). 3 große Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr wurden bei Einsätzen durch umstürzende Bäume zum Teil schwer beschädigt. Gott sei Dank wurden hierbei keine Einsatzkräfte verletzt.
Nach einer sehr kurzen Nacht wurde mit dem anbrechenden Tageslicht am Freitag morgen ab 07.00 Uhr mit der Beseitigung der Sturmschäden fortgefahren. Viele Einsatzstellen, deren Abarbeitung am Vortag wegen des starken Sturms oder der Dunkelheit zu gefährlich war, wurden nun in Angriff genommen. Darüber hinaus wurden den Disponenten auf der Feuerwehr-Leitstelle ständig neue Einsatzstellen über Notruf gemeldet. Immer wieder lautete das Einsatzstichwort "Umgestürzter Baum", "Baum droht zu fallen" oder "Lose Dachpfannen". Erneut waren am Freitag rund 200 Einsatzkräfte bis gegen 22.30 Uhr im Einsatz. Am Freitag musste an über 100 Einsatzstellen Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung beseitigt werden. Wieder waren die Motorsägen und Feuerwehr-Drehleitern die gefragtesten Einsatzgeräte.
Die Lage am Campingplatz am Entenfang führte zum aufwendigsten Einsatz der Feuerwehr am Freitag. Insgesamt waren zeitweise insgesamt fast 20 Einsatzkräften mit 4 Fahrzeugen damit beschäftigt mehrere angeschlagene Bäume zu fällen oder auch große Äste vorsorglich zu entfernen. Die Einsatzdauer betrug allein an dieser Einsatzstelle über 4 Stunden.
Am Samstag, den 20.01.2007 noch mussten über 70 sturmbedingte Einsätze bis in den Abend hinein abgearbeitet werden. Hierzu waren erneut 50 Kräfte der BF mit 10 Fahrzeugen, 20 Kräfte der FF mit 3 Fahrzeugen und auch 15 Einsatzkräfte des THW mit 2 Fahrzeugen im Dauereinsatz um lose Dachpfannen zu entfernen oder Gefahrenbäume zu beseitigen.
Eine erneute Sturmwarnung am Sonntag früh veranlasste die Feuerwehr den Führungsstab wieder zu aktivieren und Kräfte zu alarmieren. Ein weiterer Sturmausläufer bescherte der Feuerwehr wieder viele, neue Einsätze. Neben der Berufsfeuerwehr kam auch wieder die Freiwillige Feuerwehr mit 2 Fahrzeugen und 14 Einsatzkräften zum Einsatz.
Mit insgesamt 508 sturmbedingten Einzeleinsätzen war dies einer der schwersten und aufwendigsten Sturmeinsätze die die Feuerwehr Mülheim an der Ruhr jemals zu bewältigen hatte und in dessen Folge auch ein Todesopfer zu beklagen war.
Neben den sturmbedingten Einsätzen hatte die Feuerwehr im Zeitraum von Donnerstag morgen bis Sonntag Nachmittag auch viel zu tun. Hier mussten mit Unterstützung von DRK und JUH 177 Rettungsdiensteinsätze und 27 Brand- und Hilfeleistungseinsätze bewältigt werden.
Insgesamt musste in nur knapp 4 Tagen zu 712 Einsätzen ausgerückt werden.
Kontakt
Stand: 22.01.2007













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