Archiv-Beitrag vom 02.05.2016Förderbescheid Energetische Stadtentwicklung-Heißen-Süd

Zuschussantrag für Quartiersentwicklung wurde bewilligt

Logo zum Leitbildprozess zur Stadtentwicklung für Mülheim an der RuhrDie Koordinierungsstelle Klimaschutz im Bau- und Umweltdezernat der Stadt hat auf der Grundlage der Daten aus dem energetischen Stadtentwicklungsplan Quartiere identifiziert, die sich besonders gut für Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der energetischen Stadtentwicklung eignen. Gemeinsam mit der medl  GmbH wurde ein Zuschussantrag für ein Quartier in Heißen-Süd gestellt. Dieser Antrag wurde bewilligt. Die Zuschüsse in Höhe von 53.625 Euro stehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) im Rahmen des Programms „Energetische Stadtsanierung“ zur Verfügung. Die KFW-Bank bietet eine Vielzahl von Programmen zur Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen in Form von Krediten und Zuschüssen an. Mit diesem Förderprogramm KFW 432 sollen vertiefte integrierte Quartierskonzepte zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur entwickelt und umgesetzt werden.

Die Koordinierungsstelle Klimaschutz und die medl GmbH arbeiten bereits seit 2010 gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft, insbesondere SWB und MWB, an der Umsetzung von Maßnahmen für eine zukunftsfähige und klimagerechte Stadt. Die Einbindung und Aktivierung insbesondere privater Eigentümer soll mit Blick auf diese Quartiere nun noch einmal deutlich verstärkt werden, mit dem Ziel, Investitionen anzuregen und Treibhausgasemissionen zu mindern. SWB hat sich bereits in hohem Maße an energetischen Klimaschutzmaßnahmen beteiligt und wird diese auch in Zukunft weiterhin fortsetzen.

Quartiersentwicklung ist verbunden mit Veränderungen im Gebäudebestand, der Verkehrsinfrastruktur und Freiraumentwicklung, sie betrifft das Wohnumfeld der Quartiersbewohner und geht auf deren Bedürfnisse ein. Aus diesem Grunde ist der Dialog mit den Bewohnern, Betrieben und allen anderen Akteuren im Quartier eine Voraussetzung.

Im Rahmen der Quartiersentwicklung in Heißen-Süd soll bis Herbst 2016  durch die Fachhochschule Düsseldorf (Projekt LUST - Lebenswerte und Umweltgerechte Stadt) ein integriertes energetisches Quartierskonzept erstellt werden, das insbesondere die privaten Eigentümer mobilisieren soll. Beteiligt hieran sind Architekten, Sozialwissenschaftler, Umwelt- und Energietechniker.

Integrierte Quartierskonzepte

Ziel der integrierten Konzepte auf Quartiersebene im Förderprogramm KFW 432 ist es, Potenziale und Maßnahmen zur CO2-Minderung insbesondere privaten Eigentümern aufzuzeigen. Neben einer Gesamtenergiebilanz soll das Konzept konkrete energetische Sanierungsmaßnahmen in Form eines Maßnahmenkataloges sowie Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnungen umfassen. Auch Untersuchungen zu möglichen Umsetzungshemmnissen und zur Machbarkeit, Maßnahmen zur Erfolgskontrolle und Öffentlichkeitsarbeit sind Bestandteil solcher Quartierskonzepte.

Das Konzept soll an das von SWB initiierte Audit Generationengerechtes Quartier - Nachhaltige Aufwertung städtischer Lebensräume - anknüpfen. SWB hat dabei das Quartier und seine Bewohner im Fokus und will die Handlungsfelder Wohnen und Wohnumfeld, Generationengerechtigkeit und soziale Stabilisierung nachhaltig, zukunftsfähig und wirtschaftlich umsetzen. SWB hat die Stadt Mülheim an der Ruhr mit einbezogen und entwickelt gemeinsam mit dem Verein familiengerechte Kommune unter Schirmherrschaft des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Gesundheit und Soziales, der Bertelsmann Stiftung und der NRW-Bank den konzeptionellen Ansatz.

Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, einen Quartiersmanager zu beantragen, der über mehrere Jahre hinweg zu den Maßnahmen berät und die Umsetzung plant und begleitet. Die Aufgabe des Quartiersmanagers besteht auch darin, Sanierungsmaßnahmen der Akteure zu koordinieren und kontrollieren und als Anlaufstelle für Fragen zur Finanzierung und Förderung zur Verfügung zu stehen.

Hintergrundinformation

Das Pilotquartier befindet sich im Nordosten der Stadt, im Süden von Heißen.
Verschiedene öffentliche Gebäude wie  das Friedrich-Wennmann-Bad, das Gymnasium Heißen sowie die städtische Gemeinschaftsgrundschule Filchnerstraße sind hier verortet. Städtebaulich ist das Quartier geprägt durch Ein- und Mehrfamilienhäuser, die sich zum Teil in Privatbesitz und zum Teil in der Hand verschiedener Wohnungsbaugesellschaften befinden. Die Gebäude werden neben Gas auch mit Öl und Strom beheizt. Mit einem integrierten energetischen Quartierskonzept bietet sich die Möglichkeit, das Gebiet sowohl durch Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz als auch durch die Senkung des Energieverbrauchs und die Förderung von erneuerbaren Energien und energieeffizienten Technologien umzustrukturieren. Die Quartiersbewohner werden umfassend am Prozess der Maßnahmenentwicklung beteiligt. Hierdurch sollen Nachbarschaft und Gechlossenheit gestärkt werden, denn nur wer sich in seinem Wohnumfeld wohlfühlt, ist auch bereit, in sein Haus zu investieren und sich für sein Quartier einzusetzen.

In einer Machbarkeitsanalyse werden unter anderem Szenarien untersucht, bei denen im ersten Schritt das Schwimmbad und/oder das Schulzentrum als Ausgangspunkt für neue Nahwärmeversorgungen dienen, welche in der Folgezeit auf umliegende Bereiche und Wohngebäude ausgeweitet werden könnten. Dabei werden verschiedene Konzepte zur Energieerzeugung (neue Gaskessel, BHKW (Erdgas/Biogas), Einbindung von solarer Nahwärme, Wärmepumpen (z. B. Luft, Sole, Wasser) für das Nahwärmenetz in Betracht gezogen. Basierend auf der Ausgangs- und der Machbarkeitsanalyse zur zukünftigen Energieversorgung des Quartiers werden die kurz- und mittelfristig umsetzbaren Optimierungs-  und  Einsparpotenziale  sowie  die  Potenziale  zur  Steigerung  der Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien ermittelt und technisch wie wirtschaftlich bewertet.
Auch die  energetische Sanierung der Gebäude im Quartier ist ein wichtiger Baustein eines Quartierskonzeptes. Anhand der verschiedenen Gebäudetypologien der Quartiersanalyse werden Maßnahmen zur Verringerung des Energiebedarfs aufgezeigt, mögliche Einsparpotenziale für den jeweiligen Gebäudetyp dargestellt und wirtschaftlich bewertet. Dies soll für die unterschiedlichen Gebäudetypen exemplarisch vorgenommen werden, so dass sie auf andere Gebäude des jeweiligen Typs übertragen werden können. Beispielhafte und typische Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden sind die Wärmedämmung von Kellerdecke, Dach und Außenwänden und der Austausch der Verglasungen oder der ganzen Fenster.
Im Bereich Infrastruktur werden Optimierungsoptionen der Ver- und Entsorgungsnetze und der Straßenbeleuchtung berücksichtigt.
Für den Bereich Verkehr werden sowohl hinsichtlich energetischer als auch stadtentwicklungs- technischer Aspekte Optimierungspotenziale aufgezeigt. Besondere Bedeutung kommt dabei den Themen Anbindung, ÖPNV, Fuß- und Radwegenetz zu. Diese Faktoren werden jeweils sowohl analysiert als auch in Bezug zu den ermittelten Bedürfnissen der Bewohner gesetzt.
Auf Basis von Quartiersanalyse, Energie- und CO2-Bilanz sowie Potenzialanalyse werden entsprechende realistische kurz-, mittel- und langfristige Ziele entwickelt und mit den beteiligten Akteuren abgestimmt. Die Ziele sollen quantifizierbar und über Indikatoren überprüfbar sein.

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Stand: 02.05.2016

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