Fotoausstellung "ÜberTage - Pixelprojekt" 2010

Rede für Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld

zur Ausstellung "ÜberTage.Pixelprojekt Ruhrgebiet"

am Donnerstag, 28. Januar 10, 19 Uhr,

Alte Post

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Sehr geehrte Herren und Damen,

liebe FreundInnen des Kunstmuseums,

sehr geehrte KünstlerInnen,

das Jahr 2010 stellt für Essen und das Ruhrgebiet eine besondere Herausforderung und Chance dar: Unter dem Motto "Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel" präsentiert sich die diesjährige Kulturhauptstadt Europas als eine im Werden begriffene Kulturmetropole neuen Typs.

Der Strukturwandel im Ruhrgebiet hat einen Prozess der Umgestaltung angestoßen, der bis heute andauert. Begleitet wurde und wird er im Wesentlichen von der Fotografie. Das zeigt auch die Ausstellung "ÜberTage. Pixelprojekt_Ruhrgebiet", die wir heute in unserem Kunstmuseum Alte Post eröffnen.

Diese Ausstellung ist einer der Auftakte zum Kulturhauptstadtjahr und leistet ihren Beitrag zu "Mapping the Region", dem offiziellen Ausstellungsprogramm der RuhrKunstMuseen. 20 Kunstmuseen des Ruhrgebiets haben sich dafür zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Und es erfüllt mich mit Stolz, dass das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr mit seiner gewachsenen Sammlung seinen Teil dazu beiträgt, die reiche Museumslandschaft des Ruhrgebiets zu repräsentieren.

Die RuhrKunstMuseen haben in den vergangenen Jahren übrigens auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit neue Formen der Bildung und Vermittlung erarbeitet. Ziele des groß angelegten Vermittlungsprojektes Collection Tours sind die reichen Sammlungen der RuhrKunstMuseen. Am 6. März startet dieses Städte übergreifende Projekt, das sich sowohl an Schulklassen als auch an "erwachsene" BesucherInnen richtet.

Doch zurück zur heutigen Ausstellung:

Für das Ruhrgebiet spielt das noch junge Medium der Fotografie eine besondere Rolle. In den 1920er, 1950er und 1970er Jahren war die industriell geprägte Lebens- und Arbeitswelt ein beliebtes Motiv. Heutige Generationen fasziniert die Verwandlung in eine Metropol- und Kulturregion. Einen Überblick über die verschiedenen Motive, Themen und Techniken gibt Ihnen diese Ausstellung. "ÜberTage. Pixelprojekt_Ruhrgebiet", der Titel spielt schon auf den Wandel ans, führt uns von einer Welt unter Tage hin zu einer zu gestaltenden Lebenswelt über Tage.

Vorgestellt werden Bilder von und aus dem Ruhrgebiet, je nach Standpunkt und Lebenswelt des Fotografen. Sie konfrontieren uns mit jeweils eigenen Sichtweisen auf die dem Ruhrgebiet eigenen, künstlich erzeugten Landschaftsformationen, seiner Lebens-, Alltags und Arbeitswelt. Es sind Fotografien, die berühren und zum Nachdenken anregen und uns im Unterschied zu hochglänzenden Imagebroschüren zeigen, was der Einzelne im Fokus seiner Kamera als sehens- und liebenswert, als eigenständig und erhaltenswert herausstellt.

Es ist ein eigener, generationenübergreifender Blick, den die hier versammelten FotografInnen auf diesen drittgrößten europäischen Ballungsraum werfen. Die ausgestellten Fotografie schärfen unseren Blick für das "Werdende" und das "Gewordene". So schaffen sie ein Bewusstsein für eine Region, die erst spät eine eigene Kultur ausbilden konnte.

Mit dieser Fotografie-Ausstellung stellt das Kunstmuseum Alte Post das "Pixelprojekt_Ruhrgebiet" und daraus ausgewählte fotografische Serien vor. Dieses Archiv, ansässig im Wissenschaftspark Gelsenkirchen, ist 2003 vor Ort entstanden. Näheres dazu wird Ihnen Peter Liedtke, Fotograf und Begründer von "Pixelprojekt_Ruhrgebiet" erläutern. Herzlich willkommen Herr Liedtke!

Peter Liedtke hat seinerzeit das kreative Potenzial des Ruhrgebiets und die hier verankerte Fotografie-Tradition erkannt und ein Netzwerk für jene FotografInnen gebildet, die sich mit Themen des Ruhrgebiets auseinandersetzen.

Anfangs noch skeptisch betrachtet, konnte sich dieses Projekt dank der Förderung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zu seinem jetzigen Umfang entwickeln.

Ausdrücklich zu begrüßen ist, dass in dieser Ausstellung besonders den jungen FotografInnen Raum gegeben wird, die an den neu gegründeten Hochschulen des Ruhrgebiets ausgebildet wurden.

Wir freuen uns, dass diese Ausstellung in Mülheim an der Ruhr gezeigt werden kann, in einer Stadt also, in der mit Werner Nekes, Dore O. und Rainer Komers neue Formen des Films entwickelt und begründet wurden und in der Fotografen und FotografInnen wie Lubo Laco, Ralf Raßloff, Walter Schernstein, Heiner Schmitz und Evelyn Serwotke wichtige Akzente in der Fotografie setzen und gesetzt haben.

Mein Dank gilt den beiden Projektpartnern und ihren Teams, Peter Liedtke für "Pixelprojekt_Ruhrgebiet" und unserer Museumsleiterin Beate Reese für das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr sowie allen beteiligten FotografInnen, die mit viel Engagement diese Ausstellung unterstützt haben.

Kontakt


Stand: 17.02.2010

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