Friedhofskultur und Ökologie auf den Friedhöfen

Hauptfriedhof, Brunnen B1 Feld V, Quelle/Autor: Amt für Grünflächenmanagement und FriedhofswesenIn alten und historisch wertvollen Anlagen wie beispielsweise dem Altstadtfriedhof, dem Ehrenfriedhof und Teilen des Hauptfriedhofes, übernimmt die Stadt verantwortungsvoll die Bewahrung der denkmalpflegerisch wertvollen Zeugnisse der Vergangenheit.

Im Rahmen der ethischen Verpflichtung gilt es, insbesondere die Begräbnisstätten als Ort der Stille und Besinnung zu schützen, und sie als Zeugnis der Vergangenheit und Gegenwart, des Kommens und Gehens der Generationen in ein würdiges Umfeld zu stellen.

Die gesamte Friedhofsfläche von etwa 100 Hektar besteht nur zu etwa 25 % aus Grabflächen und zu etwa 75 % aus Grün-, Wege- und Gebäudeflächen. Dies beweist, welche ökologische Bedeutung die Friedhöfe mit ihrem hohen Grünanteil gerade in zentralen Ballungsräumen haben. Sie sind Bestandteil der Frischluftschneisen und tragen auch als Sauerstoffspender und Staubfilter wesentlich zur Luftverbesserung bei. Friedhöfe haben somit eine große Bedeutung im Klimahaushalt der Stadt.

Das Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen steht für die Erhaltung dieser ökologisch wertvollen Substanz.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Friedhofskultur und Ökologie auf dem Altstadtfriedhof, Ehrenfriedhof und Hauptfriedhof.

Altstadtfriedhof

Seit dem 20. September 1984 ist der Altstadtfriedhof, dessen Geschichte sich bis ins Jahr 1803 zurückverfolgen lässt, in die Denkmalliste eingetragen. Damit wird die historische Substanz an Grabmalen, Mauern, Gebäuden und Baumalleen gesichert. Mit erheblichem Restaurierungsaufwand konnte der Eindruck des früheren Friedhofs wiederhergestellt werden.

Der Altstadtfriedhof wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Anweisung von Napoleon angelegtEin Spaziergang in der stillen grünen Oase am Rande der Innenstadt ist wie ein Ausflug in die Vergangenheit.
Es ist eine Begegnung mit der Geschichte Mülheims und erinnert an berühmte Persönlichkeiten, die einst die Stadtgeschichte beeinflusst haben, und an Namen, die überregional untrennbar mit der Industriekultur an Rhein und Ruhr verbunden sind.
Imposante und kunstvoll gestaltete Grabmale laden Besucherinnen und Besucher zum Verweilen und Entziffern der alten Inschriften ein.

Um eine sinnvolle Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Altstadtfriedhofes zu erreichen, wurde vom Rat der Stadt 1987 die Wiedereröffnung für Urnenbeisetzungen beschlossen. Nebenbei können Patenschaften für alte Grabstätten unter Erhaltung des historischen Erscheinungsbildes an interessierte Bürger und Bürgerinnen vergeben werden.

Ehrenfriedhof

Bei dem Ehrenfriedhof, Am Großen Berg 22, handelt es sich um eine Kriegsgräberanlage, auf der nicht mehr beigesetzt wird. Im Uhlenhorst fanden, auf einer 2,7 Hektar großen Kriegsgräberanlage am Großen Berg, in den zwei Weltkriegen gefallene Mülheimer Bürger und Bürgerinnen ein ewiges Ruherecht.

Der Friedhof steht seit 1988 unter Denkmalschutz und bietet mit seinen im lichten Waldbestand eingestreuten 690 Gräbern einen deutlichen Kontrast zu anderen, üblicherweise streng geometrisch angelegten Kriegsgräberanlagen.
Beim Gang über den Friedhof fällt die für Kriegsgräberanlagen ungewöhnlich individuelle Vielfalt an Grabmalen auf.

Der Platz am Mahnmal der überlebensgroßen Plastik, geschaffen vom Mülheimer Künstler Hermann Lickfeld, lädt zum Verweilen ein. Dort finden Besucher und Besucherinnen einen würdevollen, stillen Ort der Besinnung.

Hauptfriedhof

Etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt der, mit etwa 45 Hektar, größte Friedhof in Mülheim. Der Friedhof weist eine klare Gliederung, eine schöne Anlage von Alleen und eine landschaftsbezogene Einbindung in die Ausläufer der Seitentäler der Ruhr auf.

Eingangspforte Hauptfriedhof, für Trauerfeiern können wahlweise eine große und eine kleinere Trauerhalle benutzt werden. Optisch prägend ist das denkmalgeschützte Hauptportalgebäude mit dem Glockenturm und die in Verlängerung der Hauptsichtachse durch den Torbogen die am Haupteingang beginnende 300 Meter lange Allee aus streng pyramidal geschnittenen Säuleneichen. Am Ende der Allee geht der Blick weit in die Landschaft, wo der Übergang durch die Einfügung des Waldteiles an der West- und Südseite zu umgebenden Wiesentälern und bewaldeten Hügeln gelangt.

Der erste Abschnitt wurde 1915 als ein in sich geschlossener Friedhof erstellt, der bei der Erweiterung 1924 mit mehreren Brücken, über einen Wanderweg zum Forstbachtal hinweg, mit dem Erweiterungsteil verbunden wurde.

Ein Gang über den Hauptfriedhof ist auch eine Begegnung mit der Geschichte Mülheims und erinnert an viele BürgerInnen, KünstlerInnen, Kaufleute, NaturwissenschaftlerInnen, besonders in dem waldähnlich angelegten Teil am Südhang des Forstbachtales.


Stand: 13.07.2017

[schließen]

Fehler melden

Sie haben einen Fehler gefunden? Bitte teilen Sie ihn uns mit. Ein Redakteur wird sich umgehend darum kümmern.

Ihre Nachricht

Sicherheitscode (Was ist das?)

 

Teilen | Drucken | PDF-Version | RSS-Feed | Fehler melden

Transparenter Pixel