Archiv-Beitrag vom 15.12.2008Ein Apfelbaum für Mülheim! Pflanzaktion zu RUHR.2010

Ein starkes Zeichen für die Gemeinschaft des Ruhrgebiets

Die Dorstener Kunstgemeinschaft  „Virtuell-Visuell e.V.”  hat in Zusammenarbeit mit fünf weiteren aus dem „Grenzgebiet Ruhr” anlässlich des bevorstehenden Kulturhauptstadt-Jahres ein neues Projekt begonnen – den Kulturgarten am „Gahlenschen Kohlenweg“.
Dabei gilt es den Wandel der Zeit in unserer Region sichtbar darzustellen.

53 Gemeinden avancieren gemeinsam zur Kulturhauptstadt in 2010. Bis dahin sollen 53 Apfelbäume am „Gahlenschen Kohlenweg“ in Dorsten wachsen und blühen. Für jede Gemeinde des Ruhrgebiets einer. So auch einer für Mülheim an der Ruhr.
Jetzt hat auf der Streuobstwiese des „Hof Dalhaus“ in Dorsten die Pflanzaktion der Apfelbäume stattgefunden.

Alle 53 Bäume wurden auf einen Schlag gepflanzt – gemeinsam mit den Repräsentanten aller Ruhrgebiets-Gemeinden und allen Baumpaten.
Bürgermeister Markus Püll nahm die Urkunde mit dem „Klarapfel für Mülheim/Ruhr“ gerne in Empfang. „Der Klarapfel ist ein aus der „Mode gekommener“ Apfel, dessen Mus jedoch ganz hervorragend zu Reibekuchen und somit in die winterliche Vorweihnachtszeit passt.“, so Püll. Das fast weiße Fruchtfleisch schmecke herrlich frisch.

Klarapfel für Mülheim an der Ruhr


53 alte geschätzte Apfelsorten, von denen viele nahezu verschwunden waren, werden nun auf einer cirka 2 Hektar großen Streuobstwiese, die den Umriss des Ruhrgebietes hat, gedeihen und die Apfelkultur des Ruhrgebietes wieder reichhaltiger machen. Die Wege, die sich durch die Wiese schlängeln, entsprechen den Flussläufen und die Bäume werden entsprechend der geographischen Lage der Städte gepflanzt. Auch der Verlauf des historischen Gahlenschen Kohlenwegs wird eingefügt.

53 Baumpaten wurden gefunden, die für einen einmaligen Beitrag von vierzig Euro jedes Jahr zum Apfelfest 2 Kilogramm Äpfel von „ihrem“ Baum erhalten. Für Mülheim an der Ruhr fand sich als Baumpatin Ursel Beier, die in Dorsten als WAZ-Reporterin arbeitet und einen Artikel über das Projekt geschrieben hat. Dabei hat sich die Mülheimerin dann spontan entschieden:"Ich übernehme die Baumpatenschaft für Mülheim". Bürgermeister Markus Püll dankte ihr herzlich für die Übernahme der Patenschaft des Klarapfels für unsere Stadt.


Kulturgarten am "Gahlenschen Kohlenweg" in Dorsten


Doch nicht nur Obstkulturen können auf der Streuobstwiese bei Bauer Dalhaus wachsen – parallel zur Natur darf die Kunst gedeihen mit Ausstellungen, Lesungen und Musik. So soll aus einer Streuobstwiese ein RUHRKULTUR-GARTEN werden.
Den Wandel des Ruhrgebietes – von der Landwirtschaft über den Bergbau und die Industrie bis zur Kulturmetropole – sichtbar und erfahrbar zu machen, das ist Ziel für 2010.
Der Hattinger Kunstverein - die galerie januar, Bochum - der Förderverein Unser Fritz 2/3, Herne - der Kunstverein Gelsenkirchen und Virtuell-Visuell e.V., Dorsten sind die Projektoren des Kulturhauptstadt-Projekts:
„Der Gahlensche Kohlenweg – Kunststraße wird Straße der Kunst“
Analog zur einstigen Streckenführung des historischen Transportweges - der sich in Süd-Nord- Richtung von Hattingen über die Ruhr nach Bochum, Herne, Gelsenkirchen bis hin nach Dorsten ausdehnte - wird die ehemalige Handelsstraße in Erinnerung gerufen und durch Kunstmarken zeitgenössischer Künstler zur Kunstachse der Gegenwart.
Der Kulturgarten in Dorsten gehört neben mehreren Teilprojekten auch dazu.

 Logo der Kulturhauptstadt Europas 2010 - RUHR.2010

 


Hintergrund:

Streuobstwiesen haben eine lange historische Vergangenheit.
Sie dienten der Eigen- oder Marktversorgung. Noch heute gibt es Brauchtumsformen, die mit dem Obst verbunden sind.

Heutzutage kennen wir cirka 7 Hauptapfelsorten. Es gab aber früher einmal bis zu 2000 Apfelsorten (nach Mitteilung des Bundes-Obstgarten-Sortenamtes). Mit der großflächigen Marktstandardisierung in 1971 verschwanden die alten Sorten vom Markt und aus dem Geschmackssinn der Verbraucher. Es galt nur noch ein rein wirtschaftliches Ertragsprinzip. Inzwischen spricht man von einer Gen-Erosion, denn das Artensterben führte zum Vergessen alter Obstsorten, wie die klangvollen Namen wie Schafsnase, Hasenkopf, Freudenberger, Nützerling und viele mehr bekunden.
In den letzten Jahrzehnten wuchsen allerdings wieder die Erkenntnisse der landschaftsökologischen Bedeutung derartiger Anlagen: „Da der Streuobstbau neben der Obstproduktion zahlreiche Funktionen erfüllt, liegt seine zumindest teilweise Erhaltung im öffentlichen Interesse.“ (Zitat: LWK-Rheinland / Westfalen)

Am „Hof Dahlhaus“ entsteht ein Kulturgarten mit 53 alten Apfelsorten.
Diese neue Anlage trägt zur Bewahrung alter Obstsorten bei, dient aber auch der kulturellen Begegnung und bringt somit das Thema der „Kulturgärten“ ins Bewusstsein: Kunst und Landschaft begegnen sich.

Die Anlage hat den Grundriss des Ruhrgebiets und für jede der 53 Städte im Ruhrgebiet steht nun lagegetreu eine alte Apfelbaumsorte als Repräsentant. Der RVR, als Symbol für die Gemeinschaft des Ruhrgebiets, erhält einen eigenen Walnussbaum am Eingang der Anlage.
Inmitten der Anlage wurde auch der Verlauf des historischen Gahlenschen Kohlenwegs symbolisch nachgebildet.

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Stand: 24.02.2009

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