Archiv-Beitrag vom 12.08.2008Gestalterische Leitlinien für die Mülheimer Innenstadt

"Das Bild der Mülheimer Innenstadt muss sich mit dem vergleichbarer Großstädte der Region messen, wobei trotz großem gestalterischen Potenzial ein schleichender Attraktivitätsverlust festzustellen ist. Aus diesem Grunde wollen wir rahmensetzende Leitlinien – eine s.g. Gestaltleitplanung – entwickeln," so Planungsdezernentin Helga Sander. Ziel dieser Gestaltleitplanung sei, dass stadtbildprägende, oftmals historische Bauten wieder zur Geltung kommen sowie Um- und Neubaumaßnahmen auf den Charakter der vorhandenen Architektur abgestimmt werden. "Natürlich kann eine Gestaltleitplanung für sich allein nicht jedes Problem, wie die Erosion des Facheinzelhandels, in der Mülheimer Innenstadt lösen", so Planungsamtsleiter Martin Harter, "sie sind kein Allheilmittel, doch kann sie bei konsequenter Umsetzung das Erscheinungsbild qualitativ verbessern und somit den Standort Innenstadt attraktiver und wettbewerbsfähiger machen."

Die Ziele und Vorgaben der Gestaltleitplanung sollen mit dem Einzelhandel, der Gastronomie, den betroffenen Ämtern und sonstigen Akteuren gemeinsam erarbeit und umgesetzt werden. Dazu sollen im Herbst diesen Jahres mehrere moderierte Foren zu verschiedenen Themen (z.B. Fassadengestaltung, Werbeanlagen, Möblierung im öffentlichen Raum) stattfinden. Nach der Auswertung der Ergebnisse sollen die Leitlinien als verbindliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Erscheinungsbildes der Innenstadt politisch beschlossen werden.

"Die spätere Umsetzung muss mit Augenmaß erfolgen und benötigt einen langen Atem," weiß Thorsten Kamp, neuer Mitarbeiter des Planungsamtes, der dort für die Stadtgestaltung zuständig ist. Das sich die Pflege und Weiterentwicklung des architektonischen Erbes einer Stadt lohne, zeige sich bereits in anderen ebenfalls durch Kriegszerstörung und Flächensanierung beeinträchtigten Stadtbildern des Ruhrgebiets, z.B. in Dortmund, Gelsenkirchen oder Bochum. Wenn dazu noch der öffentliche Raum so gestaltet ist, dass er zum Verweilen einlädt, so ist dies ein wichtiger Beitrag zum Erfolg des "Standorts Innenstadt".

Gestaltungssatzung. Woolworth-Gebäude, Schloßstraße

Das "Original" aus dem Jahre 1928 - das heutige Kaufhaus Woolworth

Gestaltungssatzung. Woolworth-Gebäude, Schloßstraße-

So sieht die Situation heute aus

Helga Sander: "Das Bild der Innenstadt ist das Aushängeschild der Gesamtstadt, es bestimmt ihr Image und macht sie im Vergleich zu anderen Städten unverwechselbar. Ihr individuelles Profil bestimmt wesentlich die emotionale Bindung und Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Stadt." Daher würden funktionale und gestalterische Mängel, selbst Einzelfälle und Details, als schwerwiegender empfunden, wenn es sich um die Innenstadt handelt, allerdings dort auch positive Veränderungen deutlicher wahrgenommen. Ebenso stehen Flair und Atmosphäre und damit die Attraktivität als Geschäftslage im engen Zusammenhang mit dem Gesamterscheinungsbild der Innenstadt.

Frau Sander machte deutlich, dass mit der Gestaltleitplanung keine "Uniformierung" des Stadtbildes geplant sei, sondern "Zufälligkeiten" bei stadtbildprägenden privaten wie öffentlichen Einzelfallentscheidungen zu Gunsten eines für alle verbindlichen Gesamtkonzeptes vermieden werden sollen.

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Stand: 12.08.2008

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