Gesundheitliche Wirkung von Feinstaub

Staubpartikel in eine Größe von unter 10 µm können bis in die Bronchien vordringen. Feine Teilchen von unter 2 µm machen dabei den gesundheitlich relevanten Teil des Schwebstaubs aus. Die inhalierten Partikel werden zum Teil in den Lungenbläschen aufgelöst und können dann Substanzen freisetzen, die entzündliche Prozesse einleiten. Die chemische Zusammensetzung der Partikel scheint die Giftigkeit deutlich zu beeinflussen. Es gibt aber noch keine Klarheit darüber, in welchem Maße z.B. Metallverbindungen für die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaubpartikeln verantwortlich sind.

Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass gerade winzige Metallpartikel im Feinstaub die Lunge reizen und den Schweregrad allergisch bedingter Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlimmern können. Man geht zur Zeit davon aus, dass ultrafeine Partikel, die in den Lungenbläschen Kontakt mit Abwehrzellen (Pneumozyten) haben, entzündliche Veränderungen im Lungengewebe auslösen. Diese Entzündung soll Atemwegserkrankungen beeinflussen. Über einen Anstieg der Gerinnungsfähigkeit des Blutes mit zunehmender Viskosität ergibt sich eine erhöhte Herzkreislaufbelastung, die die Ursache für die erhöhte Sterblichkeit an Herzkreislauferkrankungen sein kann.

Folgende Krankheitssymptome werden ultrafeinem Staub zugeordnet:

  • Chronischer Husten
  • Bronchitis
  • Herz-Lungen-Probleme
  • Verschlechterung der Lungenfunktionswerte, vor allem bei Kindern
  • Lungenkrebs
  • Verkürzung der Lebenserwartung

Zeitreihenuntersuchungen aus größeren Studien ergeben einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber ultrafeinem Staub und der Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit der Bevölkerung.

Bei einer kurzfristigen Zunahme von 10 µg/m³ PM10 ergibt sich eine Zunahme der Sterblichkeit um 0,6 Prozent, von Krankenhauseinweisungen wegen Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 0,8 Prozent und eine Erhöhung des Medikamentenverbrauchs bei Asthmatikern um 3,4 Prozent. Vor allem alte Menschen und Personen mit Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen sind überzufällig häufig von gesundheitlichen Auswirkungen betroffen.

Bei einer langfristigen zusätzlichen Feinstaubbelastung von 10 µg/m³ im Jahresmittel steigt die Sterblichkeit nach dem Ergebnis mehrerer Langzeituntersuchungen um 6 Prozent an. Bei Menschen mit Herz- Kreislauf- und Atemwegserkrankungen beträgt der Anstieg für die Sterblichkeit 9 Prozent und 14 Prozent für die Sterblichkeit an Lungenkrebs. Bei allen Untersuchungen konnte keine Wirkungsschwelle festgestellt werden, unter der eine gesundheitliche Gefährdung nicht anzunehmen ist.

Nach den Aussagen der Weltgesundheitsorganisation von 2004 reduziert die in Deutschland herrschende Feinstaubkonzentration durch Herz-Lungen-Erkrankungen und durch Lungenkrebs die durchschnittlichen Lebenserwartung um 10,2 Monate.

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Stand: 24.09.2009

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