Gesundheits-Info zu Infektionskrankheiten

Gesundheits-Info zu Infektionskrankheiten in Kindergärten und SchulenIhr Kind ist krank? Das bedeutet nicht nur Stress für Sie und Ihr Kind, sondern auch ein Risiko. Wenn Ihr Kind eine ansteckende Erkrankung hat und die Schule und/oder eine Tageseinrichtung besucht, kann es natürlich auch andere Kinder, Lehrer, Erzieher oder Betreuer anstecken. Außerdem sind gerade Säuglinge und Kinder während einer Infektionskrankheit geschwächt und können sich dort noch leichter mit Folgeerkrankungen infizieren.

Deshalb möchten wir Sie mit diesem Schreiben über das richtige Verhalten bei einer Infektionskrankheit Ihres Kindes informieren.

Infektionskrankheiten haben in der Regel nichts mit mangelnder Sauberkeit oder Unvorsichtigkeit zu tun. Bei rechtzeitiger Information der anderen Eltern können weitere Infektionen und damit Erkrankungen möglicherweise verhindert werden.

Nach dem Infektionsschutzgesetz darf Ihr Kind nicht in die Schule oder andere Einrichtungen besuchen, wenn

  • es an einer schweren Infektion wie Diphtherie, Cholera, Typhus, ansteckungsfähiger Lungentuberkulose oder Durchfall durch EHEC-Bakterien erkrankt ist. Alle diese Krankheiten treten bei uns in der Regeln nur als Einzelfälle auf,
  • eine Infektionskrankheit vorliegt, die in Einzelfällen schwer und kompliziert verlaufen kann. Dies sind Keuchhusten, Masern, Mumps, Scharlach, Windpocken, Hirnhautentzündung, Krätze, eitrige Hautveränderungen, Hepatitis A und bakterielle Ruhr,
  • ein Kopflausbefall vorliegt und die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist,
  • Ihr Kind vor Vollendung des 6. Lebensjahres an einer ansteckenden Durchfallerkrankung erkrankt ist oder ein entsprechender Verdacht besteht.

Die Übertragungswege der aufgezählten Erkrankungen sind unterschiedlich.

Viele Durchfälle und Hepatitis A sind sogenannte Schmierinfektionen. Die Übertragung erfolgt durch mangelnde Händehygiene und verunreinigte Lebensmittel, nur selten durch Gegenstände (Handtücher, Möbel, Spielsachen).

Hatschi! Gesundheit! - Ein Kind niest ins Taschentuch. Nur ein Schnupfen oder doch eine ernsthafte Krankheit?Tröpfchen- oder "fliegende" Infektionen sind zum Beispiel Masern, Mumps, Windpocken und Keuchhusten. Durch Haar-, Haus- und Schleimhautkontakte werden Krätze Läuse und eitrige Hautveränderungen übertragen.

Das bedeutet natürlich, dass in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Horten solche Krankheiten leicht übertragen werden können. Wir bitten Sie deshalb bei ernsthaften Erkrankungen Ihres Kindes immer den Rat Ihres Haus- oder Kinderarztes einzuholen (zum Beispiel bei hohem Fieber, auffallender Müdigkeit, wiederholtem Erbrechen, anhaltenden Durchfällen an mehreren Tagen und anderen besorgniserregenden Symptomen.

Er wird Ihnen - bei entsprechendem Krankheitsverdacht oder wenn die Diagnose gestellt werden konnte - darüber Auskunft geben, ob ihr Kind eine Erkrankung hat, die einen Besuch solcher Einrichtungen verbietet.

Muss Ihr Kind zu Hause bleiben oder sogar im Krankenhaus behandelt werden, benachrichtigen Sie die Schul-/Kindergartenleitung bitte unverzüglich und teilen Sie auch die Diagnose mit, damit zusammen mit dem Gesundheitsamt alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden können, um einer Weiterverbreitung der Infektionskrankheit vorzubeugen.

Auch wenn bei Ihnen zu Hause jemand an einer schweren oder hochansteckenden Infektionskrankheit leidet, können weitere Angehörige diese Krankheitserreger schon aufgenommen haben und ausscheiden, ohne selbst erkrankt zu sein.

Kranker Bär. Gesundheits-Info zu Infektionskrankheiten, schützen Sie Ihr Kind und andere.Auch in diesem Fall muss ihr Kind zu Hause bleiben.
Wenn ein Besuchsverbot der Schule oder einer anderen Einrichtung besteht, kann Ihnen Ihr behandelnder Arzt oder Ihr Gesundheitsamt dies mitteilen.
In beiden genannten Fällen müssen Sie die Schul-/Kindergarteneinrichtung benachrichtigen.

Bei vielen Infektionskrankheiten kann eine Ansteckung schon erfolgt sein, bevor typische Krankheitssymtome auftreten. Ihr Kind kann also bereits Spielkameraden, Mitschüler oder Personal angesteckt haben, wenn es mit den ersten Krankheitszeichen zu Hause bleiben muss. Dann müssen die Eltern der übrigen Kinder ohne Benennung der Infektionsquelle über die Gefahr einer Ansteckung informiert werden.

Manchmal nehmen Kinder oder Erwachsene nur Erreger auf, ohne selbst zu erkranken. Auch werden in einigen Fällen Erreger nach überstandener Erkrankung noch längere Zeit ausgeschieden oder in Tröpfchen beim Husten und durch die Ausatmungsluft übertragen. Dadurch besteht die Gefahr, dass sie Spielkameraden, Mitschüler oder das Personal anstecken. Deshalb darf ein Kind als "Ausscheider" von bestimmten Krankheitserregern, zum Beispiel Cholera, Diphtherie, Typhus, Paratyphus und Shigellenruhr-Bakterien, nur mit Genehmigung und nach Information durch das Gesundheitsamt wieder in die Schule oder eine andere Gemeinschaftseinrichtung gehen.

Gegen Diphtherie, Masern, Mumps, Röteln, Kinderlähmung, Typhus und Hepatitis A können Impfungen schützen. Bitte bedenken Sie, dass ein optimaler Impfschutz jedem Einzelnen und der Allgemeinheit hilft!

Um andere Kinder vor Infektionen und einem Kopflausbefall zu schützen, nehmen Sie bitte diese Empfehlung ernst. Sollte sich herausstellen, dass Sie die oben genannten Inektionen der Schule/Kindergarten nicht mitgeteilt haben, so können von der zuständigen Behörde Bußgelder verhängt werden.

Im Vordergrund steht selbstverständlich aus Sicht des Gesundheitsamtes die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ihnen und die Beratung in Einzelfällen. Haben Sie daher keine Hemmungen, sich bei Fragen an uns zu wenden.

Ansprechpartner für weitere Fragen ist Ihr Gesundheitsamt, Heinrich-Melzer-Straße 3 in 45468 Mülheim an der Ruhr, Telefon 455-5302 oder Ihr Haus- oder Kinderarzt.

Im Anhang finden Sie das Dokument Gesundheits-Info zu Infektionskrankheiten in Kindergärten und Schulen als pdf-Datei zum Herunterladen.

Kontakt


Stand: 27.03.2015

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