Archiv-Beitrag vom 24.04.2009Girls'Day in Mülheim

Mädchen-Zukunftstag am 23. April 2009

Der Girls`Day ist Deutschlands größtes Berufsorientierungsprojekt für Mädchen, an dem sich jährlich einen wachsende Zahl von Unternehmen und Organisationen mit Veranstaltungen für bisher mehr als 750.000 Mädchen beteiligen. Die Erfahrungen, die sie am Girls`Day machen, bestärken die Teilnehmerinnen in der Entscheidung für Ausbildungsberufe oder Studiengänge in Technik, Naturwissenschaft und Handwerk.

Insgeamt 16 Unternehmen, Betriebe, Forschungseinrichtungen und weitere Institutionen aus Mülheim und Umgebung waren am 23. April 2009 ebenfalls mit dabei und luden Schülerinnen ab der Klasse 8 dazu ein, interessante Berufe zu entdecken.
Mit großem Engagement haben sie insgesamt 200 Plätze für interessierte Mädchen ermöglicht, wobei 167 Plätze über die Mülheimer Homepage der Stadt durch das Aktionsbündnis und 33 über die Bundesseite vergeben worden sind. Das Aktionsbündnis besteht aus Mitarbeiterinnen der Gleichstellungsstelle, der RAA 'Regionale Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien', der Agentur für Arbeit MH/OB, des Amtes für Kinder, Jugend und Schule sowie Vertreterinnen der weiterführenden Schulen.

"Renner" sind die Feuerwehr und die Max-Planck-Institute

 Für das Aktionsbündnis ist es sehr wichtig, frühzeitig Interesse für andere Berufssparten als die typischen Frauenberufe wie Friseurin, Arzthelferin oder Bürokauffrau zu wecken. "Die Mädchen gewinnen so einen Einblick in für sie eher untypische Berufe und lernen Berufsbilder kennen, von denen sie im Vorfeld noch nie gehört und sie somit auch nie ausgewählt hätten. Vielen Mädchen ist im Vorfeld gar nicht bewusst, welche Unternehmen es hier gibt und was man sich unter den Berufen vorstellen kann ", so Sekine Günes, stellvertretende Leiterin der Gleichstellungsstelle und Koordinatorin des Mülheimer Girls'Day.
"Renner" seien aber vor allem die "Schnupperangebote" bei der Feuerwehr oder den Max-Plack-Instituten für Bioanorganische Chemie und Kohlenforschung. "Denn hier können die Mädchen so spannende Sachen machen, wie mit Feuerwehrdrehleitern hochsteigen oder im Labor experimentieren.", so Sekine Günes weiter. "Das hört sich natürlich für die Mädchen aufregend an."

RWW.  Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Girls Day, RWW-Ruhrwasserwerk Styrum, Moritzstraße 16-22 23.04.2009 Foto: Walter Schernstein


Im Fokus des Aktionsbündnisses steht seit diesem Jahr auch die besondere Mädchengruppe der Migrantinnen. Lehrerin Selma Aydin von der RAA weiß, dass gerade hier die Mädchen oftmals aus sehr tradierten Haushalten kommen, in denen es nicht üblich ist, dass eine Frau überhaupt arbeitet. "Und wenn, dann schon gar nicht in einem typischen Männerberuf.", so Selma Aydin. Bei der RWW-Ruhrwasserwerke Styrum war gleich eine ganze Gruppe von Mädchen mit Migrationshintergrund versammelt, um dem dortigen Werkstattmeister und seinen Kollegen bei der Arbeit zuzuschauen und selbst mit Hand anzulegen.

(Fotos: Walter Schernstein)

 

RWW.  Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Girls Day, RWW-Ruhrwasserwerk Styrum, Moritzstraße 16-22 23.04.2009 Foto: Walter Schernstein     RWW.  Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Girls Day, RWW-Ruhrwasserwerk Styrum, Moritzstraße 16-22 23.04.2009 Foto: Walter Schernstein


Das Unternehmen RWW ist seit Beginn des Girls'Day in Mülheim im Jahre 2004 mit dabei.
Für Ulrich Schallwig, Pressesprecher der RWW-Rheinische Wasserwerkgesellschaft mbH, ist der Mädchen-Zukunftstag wichtig, da insbesondere im gewerblichen noch viel zu wenige "Damen" vertreten seien. "Zur Zeit hat das RWW 19 Auszubildende, überwiegend im gewerblichen Bereich. Hier könnten sich noch viel mehr Mädchen interessieren, die bei uns ansonsten vorrangig im kaufmännischen Bereich tätig sind. Mit dem Girls'Day erhoffen wir uns einen Anstieg an weiblichen Bewerbern für die kommenden Ausbildungsjahre", so Schallwig.

Unterstützung bei der Wahl ihres Ausbildungsplatzes finden alle interessierten Mädchen bei der Arbeitsagentur MH/OB. "Wir erklären den Schülerinnen gerne, wie vielfältig die Arbeitswelt doch ist und beraten sie bei der Auswahl eines entsprechenden, für sie passenden Berufsfeldes.", so Beate Steinmann, eine der Beauftragten für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur.

Denn die Tatsache, dass Mädchen in naturwissenschaftlichen, technischen und handwerklichen Berufen noch deutlich unterrepräsentiert sind, liegt nicht an mangelnder Begabung, sondern an den falschen Vorstellungen von Berufsbildern, dem Mangel an weiblichen Vorbildern in diesem Bereich und an den lang tradierten Rollenvorstellungen.

Damit bricht der Girls'Day Mädchen-Zukunftstag auf - auch in Mülheim!

 

 

 

 

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Stand: 24.04.2009

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