Archiv-Beitrag vom 08.09.2016Globale Ziele lokal sichtbar machen

Auftakt zum Urban-Art-Projekt „Weltbaustelle Mülheim“

Farbenfroh und lehrreich, eine Freude für Beteiligte und Passanten – und ganz und ohne Verkehrsprobleme. Mülheims neue Baustelle wird anders sein. Nicht umsonst ist es eine „Weltbaustelle“. Die „Weltbaustellen NRW“, ein Projekt des Eine Welt Netzes NRW, nutzen Kunst im öffentlichen Raum, um die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Weltentwicklungsziele der Vereinten Nationen bekannt zu machen. Vom 26. September bis zum 23. Oktober werden die Künstler Hardy Bock (Mülheim) und Adam Massava (Nairobi, Kenia) ein Wandgemälde zu den globalen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals) gestalten.

Team der Weltbaustelle Mülheim: Gilberte Raymonde Driesen (Axatin), Hartmut Kremer (Agendabüro), Claudio Gnypek (GMÖ), Künstler Hardy Bock, S. Bonse (Eine Welt Netz), Schirmherr Baudezernent Peter Vermeulen und Simone Lenz (Eine Welt Netz)

Team der Weltbaustelle Mülheim: Gilberte Raymonde Driesen (Axatin), Hartmut Kremer (Agendabüro), Claudio Gnypek (GMÖ), Künstler Hardy Bock, S. Bonse (Eine Welt Netz), Schirmherr Baudezernent Peter Vermeulen und Simone Lenz (Eine Welt Netz).

Foto: Evangelische Kirche/Kirchenkreis An der Ruhr

Das Urban-Art-Projekt macht globale Ziele lokal sichtbar. Und zwar „an einer Stelle, die jeder in der Stadt kennt, die groß und auffällig ist und sofort ins Auge springt“, verspricht Bau- und Umweltdezernent Peter Vermeulen, Schirmherr der Aktion. „Und wir freuen uns, mit dem Eine Welt Netz NRW einen Partner gefunden haben, der gemeinsame ideelle Ziele unterstützt und uns außerdem hilft, die Stadt noch ein Stück schöner zu machen.“ Wo das große Wandbild entsteht, wird in Kürze bekannt gegeben, sobald alle vertraglichen Details mit dem Gebäudeeigentümer geklärt sind. Das Mülheimer Wandbild reiht sich ein in eine Reihe weiterer Weltbaustellen, die in diesem und im kommenden Jahr in ganz Nordrhein-Westfalen entstehen. Die Arbeiten in Bochum wurden jüngst erfolgreich abgeschlossen. Weitere Weltbaustellen gibt es etwa in Dinslaken, Düsseldorf und Köln und im kommenden Jahr auch in Dortmund und Essen.

Schul- und Jugendgruppen können noch mitmachen

Lokaler Koordinator der Mülheimer Weltbaustelle ist der Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) der evangelischen Kirche gemeinsam mit dem Agenda21-Büro der Stadt Mülheim. „Der GMÖ ist quasi die internationale Abteilung der evangelischen Kirche und engagiert sich in entwicklungspolitischer Bildung. So kam uns das Projekt mehr als gelegen, um die weltweiten Ziele nachhaltiger Entwicklung auch hier in Mülheim ins Gespräch zu bringen“, erläutert GMÖ-Bildungsreferent Claudio Gnypek. „Die Weltbaustelle ist ein klasse Auftakt für weitere Projekte, um die Sustainable Development Goals in Mülheim bekannter zu machen“, so Agenda21-Koordinator Hartmut Kremer. Der Verein Axatin bietet zum Beispiel Schulprojekte an. „Wir können zum Beispiel in die Klassen kommen und mit Kindern künstlerisch zu den Nachhaltigkeitszielen arbeiten“, sagt Gilberte Raymonde Driesen von Axatin. Interessierte Schul- und Jugendgruppen können sich noch melden.

„Gesundheit für alle“ und alle Entwicklungsziele rund um den Erhalt der natürlichen Vielfalt, das sind Themen, die Künstler Hardy Bock mit Pinsel und Farbe umsetzen möchte. Den Entwurf für das Großkunstwerk erarbeitet er gemeinsam mit seinem kenianischen Partner, der schon einige Tage vor Projektbeginn in der Stadt sein wird – übrigens auch als Mitbewohner in seiner WG ganz in der Nähe der Weltbaustelle. Auf die künstlerische Begegnung freut sich Hardy Bock schon jetzt. „Ich habe einige Bilder von Adam Masava gesehen und bin ganz begeistert von der Farbigkeit. Aber bei der Zusammenarbeit darf es ruhig auch Widersprüchliches geben, so ein Bild lebt auch von gewissen Brüchen.“ Bock ist zuversichtlich, dass an der großen Fassade ein echter Hingucker entsteht. „Wir arbeiten ja in einem gemeinsamen Rahmen und beziehen uns künstlerisch aufeinander.“ Verschiedene Arbeiten beider Künstler werden während der Dauer der Weltbaustelle außerdem in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen sein.

Damit ein 500-Quadramtmeter-Wandbild im öffentlichen Raum entstehen kann, ist eine Menge Vorarbeit nötig: Für den Gastkünstler musste ein Visum besorgt werden, außerdem braucht es Versicherungen und eine stattliche Zahl an Genehmigungen von der Sicherung des Verkehrs rundherum bis zum Denkmalschutz. An einer weiteren Stelle würde sich das Mülheimer Weltbaustellen-Team über Unterstützung freuen: Ein Sponsor für die Wandfarbe wäre noch äußerst willkommen.

Kontakt: Claudio Gnypek, Gemeindedienst für Mission und Ökumene, Telefon 0208 / 882269412, E-Mail: gnypek@gmoe.de


Stand: 09.09.2016

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