Gräser sollen Feinstaub "fangen" - Modellprojekt auf der Mannesmannallee
Das Versuchsfeld sieht eher unspektakulär aus: 300 Meter Mittelstreifen auf der Mannesmannallee werden ein Jahr lang wissenschaftlich rund um die Uhr überwacht. Ziel der Bemühungen: Im grünen Feldversuch soll bewiesen werden, dass Pflanzen Feinstaub binden können. Zuvor haben Mitarbeiter der Mülheimer Gartenbaufirma Hortus auf dem Streifen ein Stück Wiese gemäht, Beton-Platten verlegt, 500 Gräser gepflanzt und so Vergleichsfelder geschaffen.

Anschließend sind Mitarbeiter des Lehrstuhls für angewandte Botanik von Prof. Hardy Pfanz (unser Schernstein-Foto) dabei auf einem Streifen blühender Wiese Mess-Fühler zu verdrahten. Der Spezialist der Uni Duisburg-Essen will es genau wissen: Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder auch die Globalstrahlung werden auf den Feldern erfasst - alles, um den Nachweis zu führen, ob und wie Straßenbegleitgrün Mikroklima beeinflussen und Stäube binden kann. Besonderen Stellenwert dabei bekommt die Rasenschmiele. In Büscheln wächst sie. Und scheint Pfanz ideal, an Straßenrändern die gewünschten "windgeschützten Räume" zu schaffen, in denen dann der Staub niedergeht. Die Stadt hat das Testfeld gerne überlassen, so Tiefbauamstleiter Klaus-Dieter Kerlisch. Die Idee, auf Grün zu setzen, lag Ulrich Zenz vom Bottroper Büro für Freiraum-planung nahe. "Die Kombination aus Gras und Kraut, Strauch und Baum dürfte das Nonplusultra sein, um Feinstaub zu binden", meinen er und Pfanz und auch Werner Küsters. Der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau unterstützt das Projekt auch finanziell. "Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel in der Behandlung von Umweltproblemen", glauben sie. Bislang habe man Lösungen allein auf der technischen Seite gesehen und beispielsweise versucht, über Partikelfilter Staub zu minimieren. Dabei macht Dieselruß nur 17 % des Feinstaubs aus. "Jetzt wollen wir Pflanzen bewusst einsetzen. Wir können so viel, man muss uns nur lassen", sagt Küsters. Ob die Natur tatsächlich mitspielt, werden die Wissenschaftler bald wissen. (Quelle:WAZ/jös)
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Stand: 22.07.2005













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