Archiv-Beitrag vom 30.01.2009Zukunftsschule Eppinghofen beschlossen

Rat der Stadt stimmt für das Modellprojekt zur Stadtteilentwicklung


Der Rat der Stadt Mülheim stimmte in seiner Sitzung am 12. Februar 2009 für die "Zukunftsschule Mülheim-Eppinghofen", ein bundesweit einmaliges Modellprojekt zur Stadtteilentwicklung. Er gab somit der Beantragung von Fördergeldern aus Mitteln der Europäischen Union, von denen sich die Stadt Mülheim an der Ruhr eine Finanzierung von rund 50 Prozent des Projekts verspricht, grünes Licht. Die Planungen können nunmehr Zug um Zug umgesetzt werden.

 

 Die Zukunftsschule soll als Stadtteilzentrum Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangebote Zukunftsschule Eppinghofen - Kinder der Grundschule an der Bruchstraßeverknüpfen und einen Kindergarten sowie eine Grund- und eine Schule für die Sekundarstufe I beheimaten, die sich unter anderem durch ein modernes, pädagogisch ausgerichtetes Raumkonzept auszeichnet.

Geplant sei kein Gebäude für eine bestimmte Schulform, "sondern für eine dreizügige, weiterführende Schule, die unsere Stadt braucht" so Schuldezernent Peter Vermeulen. Eine konkrete Schulform sei bewusst noch offen, die Architektur lässt Raum für unterschiedliche Möglichkeiten. Offen gelassen wurde die Form auch, weil abzuwarten sei, in welche Richtung sich die Schullandschaft in NRW bis 2011 entwickeln wird – dem geplanten Baubeginn für die Zukunftsschule. "Wir wollen eine Schule schaffen, die vor allem berufliche Bildung zum Schwerpunkt hat.", so der Schuldezernent.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld: "Mit dem Ja im Rat der Stadt für die Zukunftsschule Eppinghofen haben wir den richtigen Schritt getan. Das freut mich sehr, denn es lohnt, sich für unsere Kinder und Jugendlichen, für die Menschen im Quartier und die Zukunftsschule einzusetzen. Und es rechnet sich für uns als Stadt. Wir wollen die Zukunftsschule zu einem Treffpunkt im Stadtteil machen. Das fördert die gegenseitige Akzeptanz von Generationen, die gemeinsame Verantwortung für das Umfeld und für lebenslanges Lernen. Es geht hier um mehr, als darum, die Schullandschaft in Mülheim um eine Innovation mehr zu bereichern. Es geht hier auch um Stadtentwicklung, um ein ganzes Quartier, das profitieren soll", so die Oberbürgermeisterin.

Kooperationspartnerin Dr. Gaby Grimm, Institut für Stadtentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung der Universität Duisburg-Essen: "Gelingendes Aufwachsen und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen sind nicht nur von Bildungschancen abhängig, sondern oftmals auch von der materiellen Ausstattung, der psychosozialen Situation der Familie und vielem mehr. Im Rahmen eines ganzheitlichen Handlungsansatzes ist es beispielsweise notwendig, die Wohnsituation der Menschen in ihrem Umfeld zu verbessern, die Kompetenzen der Eltern zu stärken, die Sprachfähigkeit von Kindern zu festigen oder auch Frühförderangebote zu entwickeln."

Die Bertelsmann-Stiftung hat seine Unterstützung zugesagt und will Kontakte zu anderen Stiftungen oder Förderern knüpfen. "Damit aus dem überragenden Projekt bald Realität wird", so in einem Brief der Stiftung an die Stadt. Als förderungswürdiges Stadtteilprojekt ist das Vorhaben bereits eingestuft.

Mit dem Ratsbeschluss kann nunmehr der Stadtteil weitere Schritte zur Umsetzung einleiten. Dazu zählen unter anderem
- die Beantragung von Fördermitteln und das Gewinnen von Sponsoren
- die Durchführung eines Bebauungsplanverfahrens
- die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen und Fachbereiche
- die Umsetzung konkreter Aktivitäten in und für Eppinghofen.

Baubeginn für die Zukunftsschule ist für das Jahr 2011 geplant, an den Start gehen könnte das Zentrum 2013.Zukunftsschule Mülheim-Eppinghofen - Plan/ Gesamtübersicht West



Hintergrund und Konzeption

Mit der Zukunftsschule wird in Mülheim-Eppinghofen ein Bildungsstandort geschaffen, der für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Teilhabe, Integration und Bildungschancen innerhalb der Stadtgesellschaft verbessert. Die Verzahnung von Kindertageseinrichtung, Grund- und weiterführender Schule sowie der Jugendhilfe und der offenen Kinder- und Jugendarbeit soll dazu dienen, Angebote und Aufgaben des Bildungssystems und auch des Jugendhilfesystems mit Blick auf gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen beziehungsweise erfolgreiche Bildungsbiografien aufeinander abzustimmen.

Erst der organisierte Austausch zwischen Vertretern und Vertreterinnen unterschiedlicher Disziplinen mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien eröffnet die Chance, passgenaue und flexible Unterstützungsstrukturen zu entwickeln, die von den Kindern und ihren Familien akzeptiert und damit erfolgreicher und vielfach kostengünstiger sind. Notwendig ist dabei eine Verantwortungsgemeinschaft für gelingende Biografien. Dies bedeutet nicht nur, verschiedene politische Handlungsfelder wie Stadtteilentwicklung, Soziales, Jugendhilfe und Bildung miteinander zu verzahnen, sondern auch einen Paradigmenwechsel zu vollziehen: Weg von der Kooperation von Schule und Jugendhilfe hin zur Integration.Plan zum Projekt Zukunftsschule Mülheim-Eppinghofen

Mit der Zukunftsschule erhält Eppinghofen zugleich ein Quartierzentrum, das den gesamten Stadtteil aufwertet und für alle Einwohner und Einwohnerinnen neue Freizeit-, Nutzungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Das bewusst multifunktional ausgelegte Raumprogramm ermöglicht die Begegnung und Verknüpfung von Haupt- und Ehrenamt, von Jung und Alt im Sinne eines Mehrgenerationenhauses, von beruflicher Bildung und unternehmerischen Tun und anderem mehr.

 


 

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Stand: 16.02.2009

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