Archiv-Beitrag vom 03.03.2009Grundsteinlegung für die neue Hauptfeuerwache an der Duisburger Straße

Ende Februar fand die Grundsteinlegung für die neue Hauptfeuerwehrwache an der Duisburger Straße statt. Mitte des Jahres 2009 soll bereits das Richtfest gefeiert werden und im Frühjahr 2010 die Einweihung. Aus der Rede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld ist die dringende Notwendigkeit des Neubaus zu entnehmen. Fotos und Rede findet man im Folgenden. Auf der Seite der Feuerwehr Mülheim (Sucheingabe FEUERWEHR) sind zusätzliche Informationen zu erhalten!

 

Grundsteinlegung neue Feuerwache. Baustelle Duisburger Straße.26.02.2009Foto: Walter Schernstein-

Rede der Oberbürgermeisterin zur Grundsteinlegung am 26. Februar 2009:

"Herzlich willkommen zur Grundsteinlegung für unsere neue Hauptfeuerwache in Broich! Ich freue mich sehr, dass wir heute dieses für die Sicherheit unserer BürgerInnen so wichtige Ereignis feiern können.

Dass eine neue Feuerwache dringend nötig ist, wissen wir alle. Die Einsatzzahlen sprechen für sich: Im vergangenen Jahr rückte unsere Feuerwehr zu 725 Brandeinsätzen und 905 technischen Hilfeleistungen aus. Hinzu kamen 11.556 Rettungswageneinsätze, 4.182 Notarzteinsätze und 12.562 Krankentransporte. Viele davon wurden im Auftrag der Feuerwehr von DRK und JUH übernommen.

Grundsteinlegung neue Feuerwache. Baustelle Duisburger Straße.26.02.2009Foto: Walter Schernstein

Grundsteinlegung neue Feuerwache. Baustelle Duisburger Straße.26.02.2009Foto: Walter Schernstein

Fotos: Walter Schernstein

Insgesamt hat die Mülheimer Feuerwehr also 29.930 Einsätze gefahren oder koordiniert. Das sind 82 Einsätze pro Tag oder 3,4 Einsätze pro Stunde. Die Leitstelle bearbeitet fast 80.000 Notrufe und zigtausend weitere Telefongespräche pro Jahr.

Dabei müssen die Rahmenbedingungen stimmen! Unsere BürgerInnen haben ein Recht darauf, in Notsituationen auf optimale Hilfe zählen zu können. Deshalb brauchen wir in Mülheim an der Ruhr eine neue Hauptwache. Schließlich geht es hier um Menschenleben - und Existenzen!

Wenn die Feuerwehr erfolgreich retten soll, muss der Löschzug die Einsatzstelle in nur 8 Minuten nach der Alarmierung erreichen. Diese sogenannte "Hilfsfrist" kann von der derzeitigen Feuerwache an der Aktienstraße aus für die südlichen und westlichen Stadtteile nicht eingehalten werden.

Außerdem gibt es – trotz des Neubaus der Feuerwache 2 in Heißen - gewaltige räumliche Probleme am Standort Aktienstraße. Die Feuerwache ist viel zu klein. Und auf dem Grundstück gibt es keine Erweiterungsmöglichkeiten. Die Unterbringung von Fahrzeugen und Geräten ist nur unter Missachtung von Unfallverhütungsvorschriften möglich.

Es gibt nur eine Ausfahrt auf die Straße. Das ist einfach unzureichend. Und die Unterbringung des Personals ist extrem schlecht. Es fehlende Umkleide- und Sozialräume.

Diese Probleme können wir nur durch die Aufgabe des Standorts Aktienstraße und zwei Feuerwachen jeweils auf der linken und rechten Ruhrseite lösen. An dieser zwingenden Verbessung der Situation arbeitet die Verwaltung bereits seit Ende der 1990er Jahre intensiv.

Im Jahr 2005 waren wir deshalb sehr froh, die Feuerwache 2 in Heißen in Betrieb nehmen zu können. Das hat nämlich zu einer Verbesserung der Gesamtsituation und einer sehr guten Versorgung der Bevölkerung im Osten des Stadtgebiets, insbesondere in den Stadtteilen Heißen und Heimaterde, geführt.

Noch während an der Feuerwache in Heißen gebaut wurde, begannen die ersten Planungen für die neue Hauptfeuerwache auf dem ehemaligen Bahngelände an der Duisburger Straße. Nachdem der genaue Standort festgelegt war, begannen die Vorbereitungen für eine europaweite Ausschreibung.

Im vergangenen Jahr erhielt das Bauunternehmen Züblin mit dem Architekturbüro Böhm-Flohre-Mocanu den Auftrag zur Detailplanung und zum Bau der neuen Hauptfeuerwache. Seitdem laufen die Vorbereitungen zum Bau auf Hochtouren. Diese Planungen erreichen heute mit der Grundsteinlegung einen Höhepunkt.

Auf einer Grundstücksfläche von 25.000 m wird schon bald eine Feuer- und Rettungswache mit den notwendigen Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge aus den Bereichen Brandschutz, Technische Hilfeleistung und Rettungsdienst sowie für Sonderfahrzeuge entstehen.

Ca. 170 MitarbeiterInnen werden hier arbeiten. Ein Teil von ihnen ist im Bereich der Führung, Verwaltung und Planung tätig. Der größere Teil der MitarbeiterInnen ist allerdings im 24-Stunden-Schichtdienst aktiv, so dass immer Führungsfahrzeuge, ein kompletter Löschzug, Sonderfahrzeuge, die Leitstelle sowie mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes besetzt werden.

In der neuen Hauptfeuerwache befindet sich auch das Führungs- und Lagezentrum der Stadt Mülheim an der Ruhr. Von hier aus können alle besonderen Gefahrenlagen, ich erinnere an den Sturm Kyrill, optimal organisiert werden.

Das Führungs- und Lagezentrums besteht aus der Leitstelle der Feuerwehr als integralem Bestandteil, den Stabsräumen für den Krisenstab der Stadt Mülheim an der Ruhr und den Führungsstab der Feuerwehr sowie aus weiteren gesetzlich vorgeschriebenen Funktionsräumen.

Darüber hinaus ist hier für die Aus- und Fortbildung des Personals die Feuerwehr- und Rettungsdienstschule mit Lehrsälen, Brandübungshaus, Außenübungsgelände, Atemschutzübungsstrecke und Taucherübungsbecken untergebracht.

Für die Unterhaltung und Instandsetzung der Fahrzeuge und des Einsatzgeräts werden eine KFZ-Werkstatt, eine Schlosserei, eine Schreinerei, eine Schneiderei, eine Schlauchwerkstatt, eine Atemschutzwerkstatt, ein Desinfektionsbereich und weitere Kleinwerkstätten vorgehalten. In diesen Werkstätten werden die Feuerwehrleute neben dem Einsatzdienst in ihren erlernten Berufen eingesetzt.

Bei der Planung der Wache wurde ein besonderer Augenmerk auf die Funktionalität gelegt, so dass ein schnelles Ausrücken möglich ist. Die Trennung bei der Schutzkleidung erfüllt nun alle Hygienevorschriften.

 

Auf dem Gelände befindet sich auch ein Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr. Diese verstärkt und unterstützt die Berufsfeuerwehr bei längeren Einsätzen, auch und vor allem dann, wenn zum Beispiel bei Sturm oder Regen eine Vielzahl von Einsätzen anstehen. Auch im Katastrophenschutz und bei der Bewältigung von Großschadenslagen ist die segensreiche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr wegzudenken.

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr erbringen ehrenamtlich eine Leistung, die keine Kommune durch hauptamtliches Personal sicherstellen kann. Diese schwierige und oftmals gefährliche Tätigkeit verdient unseren besonderen Dank!

Ich bin stolz darauf, dass inzwischen fast 70 freiwillige Männer und Frauen in Mülheim ehrenamtlich bei der Feuerwehr arbeiten. Außerdem haben wir seit über einem Jahr auch eine Jugendfeuerwehr mit 20 Mädchen und Jungen.

Auf dem Gelände der neuen Hauptfeuerwache erhält die Freiwillige Feuerwehr nun also ihren zweiten Standort. Neben dem Löschzug Heißen wird es hier ab dem nächsten Jahr auch den Löschzug Broich der Freiwilligen Feuerwehr geben. Das ist eine gute Nachricht für Mülheim!

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr hat eine Fläche von ca. 900 m. Neben Stellplätzen für Feuerwehr- und Katastrophenschutzfahrzeugen erhält es Schulungs- und Aufenthaltsräume. Da wir hoffen, dass unsere Jugendfeuerwehr noch wächst, werden im Gerätehaus Räume für eine weitere Gruppe der Jugendfeuerwehr vorgesehen.

 

So viel Sicherheit auf dem neusten Stand der Technik kostet natürlich Geld: Die Förderung des Feuerschutzes durch das Land wurde 2002 umgestellt. Und zwar von einer Projektförderung, die eine Bezuschussung von ca. 60 % der Baukosten ermöglicht hätte, auf ein pauschaliertes System mit Schlüsselzuweisungen. Das führt dazu, dass Mülheim gar keine direkten Zuschüsse für den Neubau erhält.

Deshalb mussten wir neue Wege beschreiten. Wie schon bei der Nebenwache in Heißen, baut die Stadt keine eigene Hauptwache, sondern mietet ein Gebäude an. Eigentümer und damit Vermieter ist diesmal die SMW GmbH aus Mülheim.

Nach erfolgter Ausschreibung hat die Firma Züblin den Zuschlag für die Detailplanung und den Bau der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache zu einem Preis von 33,9 Millionen erhalten. Um alle Zielvorgaben terminlich und finanziell einzuhalten, ist eine stete Zusammenarbeit zwischen der Stadt, SMW und Züblin notwendig.

Die gesamte Bauphase erfolgt daher in enger Abstimmung zwischen allen Beteiligten. Unter der Moderation eines Projektsteuerers treffen sich regelmäßig Vertreter des Bauherren, der städtischen Fachbereiche und der Feuerwehr, damit Fragen und Problemstellungen rechtzeitig angesprochen und gelöst werden können.

Ich danke allen Beteiligten für ihren bisherigen Einsatz und wünsche der neuen Hauptfeuerwache einen guten Start, und allen Feuerwehrleuten, dass sie gesund zurückkehren!

Glück auf."

Kontakt


Stand: 03.03.2009

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