"Guter Start ins Leben"

Das Mülheimer Familienhebammen Projekt stellt sich vor

„Die Welt braucht Hebammen, heute mehr denn je“, das ist das Motto des Internationalen Hebammentages in Durban, Südafrika, der am 4. Mai 2011 begangen wurde.

„Natürlich gilt das auch für unsere Stadt“ bestätigt Sozialdezernent Ulrich Ernst auf Nachfrage und verweist auf das neue Mülheimer Familienhebammen Projekt: „Ich freue mich, dass wir damit die Arbeit der vielen engagierten Mülheimer Hebammen ergänzen und in Stadtteilen mit einer hohen Dichte an sozial benachteiligten Familien auch eigene Sprechstunden einrichten können.“
Ziel des im März gestarteten und mit Mitteln der Leonhard- Stinnes- Stiftung finanzierten Projektes ist es zu  einer gesunden Entwicklung der  Kinder in Mülheim, unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund ihrer Familien, beizutragen und so allen Kindern in Mülheim von Geburt an, die Chance eines gesunden und guten Starts ins Leben zu geben. Familienhebammen beraten und betreuen schon während der Schwangerschaft und ein Jahr nach der Geburt des Kindes Familien sozial und gesundheitlich.

Mülheimer Familienhebammen Projekt. Von links: die Hebammen Birgit Przyrembel und Alexandra Struck mit Kinderärztin Dr. Ulrike Breckling. 02.05.2011 Foto: Walter Schernstein

v.l.: die Hebammen Birgit Przyrembel und Alexandra Struck mit Kinderärztin Dr. Ulrike Breckling. (Foto: Walter Schernstein)

 
Birgit Przyrembel und Alexandra  Struck heißen die beiden Hebammen, mit denen das Mülheimer Projekt gestartet ist. Beide haben sie eine Zusatzausbildung als Familienhebamme und haben bereits die ersten jungen Frauen in der Betreuung. „Die Kooperation mit den vielen lokalen Akteuren im Bereich frühkindlicher Entwicklung ist für uns ganz wichtig“ betont Birgit Przyrembel und ergänzt: „Dazu gehören die  Kinder und Frauenärzte, Schwangerschaftsberatungsstellen, die Verbände der freien Wohlfahrtspflege und natürlich vor allem unsere freiberuflichen Kolleginnen. Wir alle müssen uns gegenseitig informieren und aufmerksam machen. Ohne diese Netzwerkarbeit kann so ein Projekt nicht funktionieren.“ Neben der aufsuchenden Hilfe bei den Familien selbst werden daher auch bereits die ersten Sprechstunden bei Kinderärzten und in Stadtteilbüros angeboten.

Dreh- und Angelpunkt früher Hilfen für Familien

"Wir sind zurzeit sehr gefragt“ sagt auch Jennifer Jaque-Rodney, Familienhebammenbeauftragte NRW. Sie berät ihre Mülheimer Kolleginnen in der Startphase des Projektes und weiß, dass Familienhebammen aktuell in ganz Deutschland hoch gehandelt werden. Denn auch Bundesfamilienministerin Schröder meint Familienhebammen seien der Dreh- und Angelpunkt früher Hilfen für Familien und stellt ab dem kommenden Jahr jährlich 30 Millionen Euro  für Projekte in diesem Bereich in Aussicht.

Sozialdezernent Ulrich Ernst möchte die Latte dagegen nicht ganz so hoch hängen und betont, dass Familienhebammen kein Allheilmittel sind: „Wir können mit diesem Projekt nicht die soziale Schieflage einer ganzen Stadt auffangen, sondern es nur als einen weiteren Baustein in unserem System der Förderung von frühkindlicher Entwicklung betrachten. Aber ein guter Start ins Leben, das ist der erste Baustein und eben vielleicht auch der wichtigste, denn alles andere baut darauf auf.“

Weitere Informationen über das Projekt können Sie unter 0208/ 455 9950 erhalten.

 

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Stand: 05.10.2011

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