Häufige Fragen

Der Bau des Naturbades wirft bei der Bevölkerung viele Fragen auf. Wir haben Ihnen einige Fragen und unsere Antworten auf dieser Seite zusammengestellt. Sollten Sie weitere Fragen haben, nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

Eröffnung Naturbad und City-Beach-Areal, ehemaliges Freibad Styrum, Friesenstraße 101, Mülheim an der Ruhr-Styrum 11.06.2006 Foto: Walter Schernstein

FAQs:

Was ist ein Naturbad?
Wie groß sind die Becken?
Wie funktioniert die biologische Wasserreinigung?
Wie funktioniert der Wasserkreislauf?
Gibt es Ablagerungen im Naturbad?
Gibt es gesundheitliche Risiken?
Wie funktioniert die Heizung des Naturbades?
Ist das Wasser im Naturteich "sauber"?
Darf man Sonnenschutzmittel benutzen?
Kann man im Naturbad auch Schwimmsport betreiben?
Wann kann man im Naturbad schwimmen gehen?
Ist es im Naturbad gefährlicher zu schwimmen als in anderen Freibädern?
Kann ich dort auch mit Kindern gefahrlos schwimmen gehen?

 

Was ist ein Naturbad?
Ein Naturschwimmbad ist eine naturnahe, künstlich angelegte Wasserfläche, die in unserer Stadt in einen Badeteich und einen bepflanzten Regenerationsbereich gegliedert ist. Der Schwimmbereich lädt alle Badegäste zum Schwimmen und Planschen ein. Der Regenerationsbereich hat die Funktion, die für eine öffentliche Badnutzung geforderte Badewasserqualität zu gewährleisten. Das Regenerationsbecken ist vom Schwimmbereich getrennt und liegt außerhalb der Anlage. Auf die konventionelle Chlorung des Wassers wird verzichtet.

Wie groß sind die Becken?
Technische Daten:
Schwimmbecken
Wasserfläche 3.000 m² - davon Tiefwasser 1.170 m²
- davon Flachwasser 1.830 m² Wasservolumen 5.200 m³
Verhältnis Wasserfläche / Geomatrix 1:1
Austauschhäufigkeit min. 0,5 1/d
Austauschhäufigkeit max. 3 1/d
Austauschhäufigkeit mittel 1 1/d
Geomatrix
Geomatrixfläche 3.200 m²
Filteranzahl 4 Stck.
Filteraufbau mehrschichtiger Filter
Gebäude
Fläche Funktionsgebäude 170 m²

Wie funktioniert die biologische Wasserreinigung?
Entscheidend für die Wasserqualität im EKO-PLANT Naturbad ist der Geomatrix Bodenfilter. Im System eines Bodenkörpers befindet sich eine hohe Artenvielfalt und Siedlungsdichte von nützlichen Mikroorganismen. Da die Hauptreinigungsleistung auf die Mikroorganismen im Filterkörper des Geomatrix Bodenfilters entfällt, wird so durch gezielte Wasserbeschickung eine biomechanische Wasseraufbereitung höchster Qualität erreicht. Um das biologische System vor Schäden durch den Badebetrieb zu bewahren, wird der Regenerationsbereich vom Schwimmbereich räumlich getrennt angelegt. Die im Geomatrix Bodenfilter genutzten Schilfpflanzen können in einem ständig oder zeitweise wassergesättigten Bodenkörper ohne unmittelbare Luftzufuhr über die Bodenkapillare leben. Sie sind dazu in der Lage, weil ihre oberirdischen Organe von einem breitmaschigen Luft führendem Gewebe, das bis in die Wurzeln hinabreicht und den benötigten Sauerstoff "von innen" in die unterirdischen Organe leitet. Die Sauerstoffzufuhr ist dabei ein passiver Vorgang, der nach Maßgabe der Beanspruchung vor sich geht. Die mit diesen Fähigkeiten ausgestatteten Röhrichtgewächse besiedeln natürlicherweise wassergesättigten Uferraum stehender oder fließender Gewässer. Sie liefern nicht nur den für die Wurzelatmung benötigten Sauerstoff, sondern versorgen darüber hinaus auch noch bestimmte wurzelnahe Bezirke des Bodens mit Sauerstoff. In dieser als Rhizisphäre bezeichneten Umgebung finden intensive Wechselbeziehungen zwischen Mikroorganismen und Pflanzenwurzeln statt. So entsteht innerhalb eines im ganzen aerob konstituierten hydromorphen Bodenkörpers eine mosaikhafte Struktur aus sauerstofffreien Zonen innerhalb der sauerstoffreichen Grundmatrix. Hier finden über Massen- und Diffusionsströmungen alle für die Reinigung des Wassers wichtigen Prozesse statt, die auf dem Ineinandergreifen anaerober und aerober Mikroorganismengruppen beruhen.

Durch eine optimale Verteilung des Wassers und eine durch die Steuerung sichergestellt angepasste Beschickung der Filter wird in den Porenräumen ein hohes Maß an oxidativen Verhältnissen sichergestellt. Diese Umweltbedingungen sind ein wichtiger Faktor beim Abbau unerwünschter Keime und Bakterien. Der Geomatrix Bodenfilter ist konzipiert für die großen Durchflussmengen an Badewasser, die sich in Naturerlebnisbädern aufgrund der geplanten Verordnung zur Qualität von Badegewässern ergeben. Um hier ein hochgradig leistungsfähiges Bodenmilieu zu erzielen, wird auf offene Wasserflächen verzichtet. Nur unter besonderen topographischen Gegebenheiten wird ergänzend zum Geomatrix Bodenfilter noch ein Retentionsbiotop mit offener Wasserfläche vorgehalten. Dabei übernimmt das Retentionsbiotop Pufferfunktionen im Wasserkreislauf, währen die eigentliche Wasserreinigung vom Geomatrix Bodenfilter übernommen wird. Optisch erscheint der Geomatrix Bodenfilter als eine mit Schilf bestandene Fläche und wird den örtlichen Bedingungen entsprechend auch als gestalterisches Element eingesetzt.

Wie funktioniert der Wasserkreislauf?
Der Wasserkreislauf des EKO-PLANT Naturerlebnisbades ist komplett MID- gesteuert (MID = magnetisch-induktive Durchflussmessung) und besitzt damit ein hohes Maß an Regelungs- und Steuermöglichkeiten. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der ausreichenden Dimensionierung des Wasserkreislaufes, um auch bei hohen Besucherzahlen adäquate Umwälzleistungen zu erbringen. Die besondere Qualität des Badewassers von EKO-PLANT Naturerlebnisbädern beruht neben der Strömungstechnik im Becken fast ausschließlich auf der Reinigungsleistung des Geomatrix Bodenfilters. Im Gegensatz zu totem, mit hohen Mengen an Chlor oder Ozon versetztem Wasser in herkömmlichen Badeanstalten ist das Wasser eines EKO-PLANT Naturerlebnisbades besiedelt mit nützlichen Kleinstorganismen. Diese winzigen Helfer stören kein Badevergnügen, sondern sind erwünschte Helfer bei der Reinigung des Badewassers im Naturerlebnisbad, das qualitativ mit einem sehr sauberen natürlichen Gewässer vergleichbar ist.

Gibt es Ablagerungen im Naturbad?
Nein! Durch die Wasserzufuhr vom Beckenboden aus kommt es zu unwesentlichen Ablagerungen von Schwebestoffen. Die Becken des Bades wurden im Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich mit Folie ausgekleidet, die zukünftig regelmäßig gereinigt wird. Im Strandbereich bedeckt eine feine Kiesschicht den Bodengrund.

Gibt es gesundheitliche Risiken?
Die Erfahrungen des Eko-Plant-Naturbades in Mettmann zeigen, dass im Jahr 2005 alle Grenzwerte bezüglich der Wasserqualität eingehalten wurden. Der Badbetreiber ist jedoch gesetzlich verpflichtet darauf hinzuweisen, dass aufgrund der fehlenden Desinfektion des Badeteichwassers ein erhöhtes Risiko für die menschliche Gesundheit durch Krankheitserreger nicht ausgeschlossen werden kann. Weiterhin muss darauf hingewiesen werden, dass sich das Risiko mit Zunahme des Badebetriebes erhöht.

Wie funktioniert die Heizung des Naturbades?
Das Wasser des Naturbades wird natürlich beheizt: durch die Sonne. Die Wassertemperatur im Naturerlebnisbad erreicht bereits während der ersten Schönwettertage angenehme Badetemperaturen über 20° C. Verantwortlich hierfür sind die Speicherkräfte bekiester Flachwasserbereiche und die sonnenexponierten Flächen des Geomatrix Bodenfilters. Sie dienen als Wärmetauscher für kostenloses und schnelles Wärmen des Badewassers. Im Vergleich zum konventionellen Becken ist die der Sonne ausgesetzte Oberfläche beim EKO-PLANT Naturerlebnisbad etwa doppelt so groß. Daher können schneller als bei unbeheizten Becken herkömmlicher Bauart angenehme Badetemperaturen erreicht werden. Aus den Wurzeln der im Winter oberirdisch abgestorbenen Schilfpflanzen wächst jedes Jahr neues Schilf ohne Nachpflanzung. Bis zum Hochsommer kann es so wieder leicht Höhen bis etwa 3 Meter erreichen. Der dadurch beschattete Bodenfilter dient an heißen Tagen wiederum als Wärmetauscher, dank der Schilfpflanzen nun aber mit kühlendem Effekt. So verhindert der zunächst als Heizung dienende Geomatrix Bodenfilter im Gegensatz zur Frühsommerphase ein zu starkes Aufheizen des Badewassers. Das gereinigte Wasser ist gekühlt und sichert so zusätzlich einen hygienischen Badebetrieb. Die Betriebskosten können durch den Verzicht auf eine konventionelle Heizungsanlage reduziert werden.

Ist das Wasser im Naturteich "sauber"?
In allen Beckenkörpern befinden sich Wassereinströmpunkte und Überlaufrinnen, die mit Hilfe einer Computersimulation geplant wurden. Über ein Kreislaufsystem wird das Wasser im Badebetrieb permanent ausgetauscht. Die Menge ist von der Besucherzahl abhängig und wird vom Badpersonal gesteuert. Das biologisch gereinigte Badewasser ist sehr gut verträglich und reizt weder die Augen noch Schleimhäute, z.B. beim Verschlucken. Gerade empfindliche Menschen werden diesen Gesundheitsvorteil zu schätzen wissen.

Darf man Sonnenschutzmittel benutzen?
Das ökologische Reinigungssystem wird durch die Eintagung von Fetten wie beispielsweise Sonnencreme belastet. Aus diesem Grund bitten wir alle Badegäste, sich vor dem Baden gründlich abzuduschen.

Kann man im Naturbad auch Schwimmsport betreiben?
Ja, den Schwimmsportlern stehen zukünftig drei 33-Meter-Bahnen mit Wendemöglichkeit zur Verfügung.

Wann kann man im Naturbad schwimmen gehen?
Das Naturbad wird jeweils zur Sommersaison (ab Mitte / Ende Mai bzw. bis Anfang Mitte September je nach Wetterlage) geöffnet. In den Wintermonaten bleibt das Bad geschlossen.

Ist es im Naturbad gefährlicher zu schwimmen als in anderen Freibädern?
Nein, denn auch hier werden ausgebildete Schwimmmeister die Aufsicht übernehmen. Eine Sichttiefe bis zu zwei Metern wird gewährleistet.

Kann ich dort auch mit Kindern gefahrlos schwimmen gehen?
Für Kleinkinder wird ein Planschbecken (Wassertiefe 25 cm) vorgehalten; weiterhin wird der Eingang zum Nichtschwimmerbereich in eine Flachwasserzone umgewandelt, ähnlich eines Strandes. Die Außenanlagen wie die Liegewiese bleibt wie bisher bestehen.

Somit ist das Naturbad insbesondere für Familien mit Kindern ein besonderes Erlebnis.

Kontakt


Stand: 29.08.2011

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