Hermann Haber (1885-1942)
Hermann Isaak Haber wurde am 26. Novemer 1885 als Sohn des russischstämmigen Josef Haber und seiner Frau Fanny Thalmann - einer gebürtigen Mülheimerin - in Mülheim an der Ruhr geboren. Er war der älteste von drei Geschwistern: Bruder Albert war zwei Jahre, Halbschwester Sybille sogar fast neun Jahre jünger.
1904 veröffentlichte Hermann Haber im Alter von 19 Jahren seine erste Zeichnung und war auch als Student an der Düsseldorfer Kunstakademie eingeschrieben. Viele seiner Bilder schmückten bald die Mülheimer Bürgerhäuser, eines seiner bekannteren Werke sogar das Hotel Metropol und die Wände des Künstler-Cafés im Zentralhallentheater waren von ihn mit den Porträts der Bühnenkünstler verziert.
Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit Porträtbildern, mit Auftragsarbeiten für Postkarten - so etwa anlässlich der Gründung der Weißen Flotte im Jahr 1927 - und mit dem Kopieren von Bismarck-Köpfen, die sich an den Vorgaben von Lenbach orientierten. Diese Kopien waren preiswerter als die Originale und fanden sich in so manchem Mülheimer Haushalt.Hauptsächlich arbeitete Hermann Haber jedoch als Karikaturist für die Mülheimer Zeitung. Von 1925 bis 1930 erschienen über 150 Karikaturen und Illustrationen aus seiner Feder. Er verstand es auf hervorragende Weise, das lokale Tagesgeschehen samt der handelnden Personen einzufangen und in humorvollen Zeichnungen wiederzugeben.
Durch seinen Beruf war Hermann Haber in den 1920er Jahren eine stadtbekannte Persönlichkeit, die das Leben von der heiteren Seite zu nehmen verstand. Meist traf man den kleingewachsenen Mann mit einem Zigarrenstummel im Mundwinkel, der zu seinem Markenzeichen wurde.
Seit 1911 lebte und arbeitete Hermann Haber in der Delle 19, wo auch seine Eltern wohnten sowie sein Bruder (ab 1918) und seine Halbschwester Sybille, die dort später eine Kunsthandlung eröffnete. Nach dem Tod von Vater Joseph im Juli 1923 zog die Familie Ende 1928 in die Friedrichstraße. 1932/33 zog Hermann Haber mit seiner Freundin Hildegard Meyer zusammen, um dann gemeinsam mit ihr Ende 1933 in die Niederlande zu emigrieren.Das Paar ließ sich in Amsterdam nieder, heiratete 1937 und lebte dort ingesamt neun Jahre unbehelligt. Hermann Habers Bilder verkauften sich wohl nicht schlecht, so dass der Lebensunterhalt im Exil vermutlich gesichert war. Seine Beteiligung an Ausstellungen in Rotterdam, Den Haag und Amsterdam ist ebenfalls belegt.
Vermutlich 1941 wurde das Ehepaar Haber verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Am 27. Mai 1942 erklärte man sie für tot. Auch Habers Geschwister Albert und Sybille überlebten den Holocaust nicht. Sybille starb wie ihr ältester Bruder in Auschwitz während Albert von seinem letzten Wohnort Krefeld nach Litzmannstadt deportiert wurde und dort den Tod fand.
Im April 2009 wurden in Erinnerung an Hermann und Hildegard Haber zwei Stolpersteine in der Rheinischen Straße 12 (ehemals Charlottenstraße) verlegt.
Weitere Werke von Hermann Haber
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Stand: 09.11.2011








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