High Noon in der Karl-Ziegler-Schule (2016)

„High Noon“ in der Karl-Ziegler-Schule

Oberbürgermeister Ulrich Scholten beantwortet Fragen der Schülerschaft

Zu einem Polit-Talk unter dem Motto „High Noon – das bessere Argument gewinnt“ hatten die Oberstufenschüler und Oberstufenschülerinnen der Karl-Ziegler-Schule Oberbürgermeister Ulrich Scholten und Ulrich Schreyer vom Diakoniewerk Arbeit und Kultur am Tag nach Altweiber eingeladen. In der Fragerunde ging es um die Legalisierung von Marihuana und die Nutzung von Facebook bis hin zur Umwelt- und Flüchtlingspolitik. Beide Diskutanten zeigten viel Einigkeit bis hin zu ihren ganz persönlichen Statements zu Abtreibung und Sterbehilfe.

Das Flüchtlingsthema lag der Schülerschaft besonders am Herzen. Der Oberbürgermeister lobte die herausragende Arbeit, die hier in Mülheim im ehren- und hauptamtlichen Bereich seit Monaten angemacht werde. Er versprach, alles Mögliche dafür zu tun, um diese Arbeit so fortsetzen zu können. Scholten betonte, wer um Leib und Leben fürchte, müsse Hilfe erhalten. Deshalb hoffe er, dass die Stadt nicht so bald an Kapazitätsgrenzen bei der Aufnahme stoße.

High Noon - Diskussionsveranstaltung mit Schülern des Gymnasium Karl-Ziegler-Schule.  05.02.2016 Foto: Walter SchernsteinEin weiterer Themenkomplex war der Klimaschutz. Dieser müsse, so Scholten, auf kommunaler Ebene anfangen. Hier sei Mülheim mit der Klimaschutz-Initiative und anderen Partnern gut aufgestellt. Er selbst räume dem Klimaschutz bei seiner Arbeit einen sehr hohen Stellenwert ein. Deshalb werde es auch in Kürze eine Koordinationsstelle für dieses Thema in seinem direkten Umfeld im Rathaus geben.

Deutlich sprach sich Scholten für einen Islamunterricht an Schulen aus. Allerdings brauche es entsprechende gut ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen, die deutsch sprechen müssten, damit man mit ihnen in den Dialog treten könne. Der wichtige Diskurs sei nur ohne sprachliche Barrieren möglich.

Einig waren sich die Diskutanten darüber, dass das Adoptionsrecht auch auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften ausgedehnt werden müsste. „Eine Partnerschaft muss dem Kind das bieten, was es für einen gesunden und erfolgreichen Lebensweg benötigt,“ so der Oberbürgermeister. Da sei das Geschlecht der Eltern nicht entscheidend.

Wenn er denn bei einer guten Fee drei Wünsche habe, was würde er sich wünschen, wurde Ulrich Scholten gefragt. „Einen sanierten Haushalt, einen preiswerten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und viele gut sanierte Schulen und Sportstätten“, so seine spontane Antwort, die von den Schülern mit viel Applaus begrüßt wurde.

Nachfragen gab es im Anschluss an die Talkrunde zu deutschen Waffenexporten, politischen Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche, Kirchenschließungen und die Umnutzung als Flüchtlingsunterkünfte, die Wiedereinführung von G 9, Jugendarbeitslosigkeit und die oft versuchte Gleichsetzung von Islam und Terror.

Ulrich Scholten und Ulrich Schreyer blieben den rund 200 jungen Zuhörerinnen und Zuhörern keine Antworten schuldig. Die Schüler hörten knapp zwei Schulstunden lang geduldig und interessiert zu. So manch einer nutzte die Anwesenheit des Oberbürgermeisters im Anschluss für einen kurzen Plausch mit dem Stadtoberhaupt.

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Stand: 09.02.2016

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