Hilfseinsatz für das Kölner Stadtarchiv

Die Einsturzstelle des Archivs, überdacht mit einer Plane zum Schutz vor Regen

Unmittelbar nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 hatte der Leiter des Mülheimer Stadtarchivs Dr. Kai Rawe kurzentschlossen Hilfe bei der Bergung des verschütteten Archivguts angeboten. Daraufhin wurden von der Kölner Einsatzzentrale zwei Mitarbeiter aus Mülheim angefordert. Restauratorin Martina Ern und Archivar Jens Roepstorff unterstützten tageweise über mehrere Monate hinweg die Kölner Kollegen beim Bergen und Sortieren der wertvollen Archivalien.

Unterlagen aus dem Nachlass von Konrad Adenauer, begraben unter den Trümmern des MagazingebäudesHistorische Dokumente - von Urkunden der Kölner Universität aus dem Jahre 1388 bis hin zu Unterlagen aus dem Nachlass von Konrad Adenauer - konnten aus den Trümmern des eingestürzten sechsstöckigen Magazingebäudes gerettet und für die anstehende Restaurierung sortiert und vorbereitet werden.

85 Prozent der Bestände sind geborgen, die restlichen 15 Prozent des Gesamtbestands liegen im Grundwasser und bedürfen eines besonderen Bergungsverfahrens, das erst von Fachleuten geprüft und vorbereitet werden muss. Von den geborgenen Dokumenten weisen nach ersten Schätzungen 35 Prozent schwerste Schäden auf, 50 Prozent schwere und mittlere Schäden und nur 15 Prozent leichte. Für eine komplette Restaurierung der beschädigten Archivalien bräuchten 200 Restauratoren rund 30 Jahre. Die Gesamtkosten dafür werden auf auf über 300 Millionen Euro geschätzt.

Feuerwehrleute bei der Bergung von Archivgut aus den Trümmern des StadtarchivsNach dem vorläufigen Abschluss der Bergungsarbeiten Ende August wurden die zahlreichen Helfer aus dem In- und Ausland vom Oberbürgermeister der Stadt Köln zu zwei Festveranstaltungen eingeladen, bei denen jeder Helfer zum Dank für die geleisteten Dienste eine Urkunde und sowie eine Medaille der Stadt Köln erhielt.

Zur Unterbringung der restaurierten Bestände plant die Stadt Köln einen Neubau in der Kölner Südstadt, für den Baukosten in Höhe von 98 Millionen Euro veranschlagt werden. Bis spätestens 2015 soll nach einem Beschluss des Rates der Stadt Köln am Eifelwall, Ecke Luxemburger Straße das sicherste und modernste Kommunalarchiv Europas entstehen.

 

Ein Trümmerhaufen, wo früher einmal das Historische Archiv der Stadt Köln stand Unter den Trümmern begrabene Archivalien des Kölner Stadtarchivs Die Mülheimer Restauratorin Martina Ern bei der Bergung von Archivgut
Ein völlig verbogener Schrank zur Aufbewahrung von historischen Karten Vier sogenannte Kölner Archivkartons nach der Bergung an der Unglücksstelle Historische Amtsbücher aus der Verwaltungsregistratur eines Kölner Klosters
Der Mülheimer Archivar Jens Roepstorff bei der Arbeit im Erstversorgungszentrum (EVZ) Die Sortierung und Säuberung von Archivgut im Erstversorgungszentrum ((EVZ) Zwischenlagerung des gesäuberten Archivguts in blauen Plastikwannen
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Stand: 21.02.2012

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