Himmlisches, von der Erde aus besehen

Himmlisches, van'ne Ääd ut besseen
(Mölmsch) 

We-i Minsche verchlieke ömmer wier Himmel un Ääd un me-ine, boowe wöar völ ssoa e'chereech ees be-i uss hie oune. Wä' me ssoa dingk, ka'me sseech ouk Petrus ees Houps vam Himmelsriek vöarstelle.

Vöar 'n Tied off teen Monnt storf dä aule Jan. Ssin arm Fräuke Drütsche koam'm jitz van'ne Ääd no un me-inden tu Petrus: "Che-i willend me-i en'n Himmel opneeme.

Lootend me' ouk tu minne tröi-e Jan en däm ssin Stööfke e'träcke!"
Do ssaag Petrus:,, Ick will ees eas nokieke, off Dinne Jan behoups em Himmel öss." Drütsche reep opchereeg: "Bestimp, wänn ömmes ssoa brav chewees öss ees minne leewe Jan, fe-ind'e ouk em Himmel 'n Plätzke!"

Petrus keek ssin Liste doar. He koos Jan nee fe-ine.
Un Drütsche sproak widder: "Datt kann ick nee verstohn. Jan mott hie ssin! He koos ke-in Wääterke drööwe, neemols'n Fleeg doathaue. 
Un watt'e aals föar arm Lüüt chedohn het! He speelden ssuchar ennige Johrenden de Kirkesorgel, arbedden inne Cheme-inde un em Auleskringk.
Do mott waal watt van Önke Schriewere-i nee stimme!"

Petrus kallden mit Chabri-el. Dä Erzingel braach datt Book, wurin de He-ilige 'e chedraage ssind. Ouk hie woar Jan nee opcheschreewe.

Do fing Drütsche a'te hülle: "Datt ka'nee ssin, he woar ssoa chodd, minne flietige Jan!
Cheholpe het'e me' be-im Weesche, Ärpelschäle, Waasche, Spööle, E'kooke, Teppichklope, ick sselwes brukden sseleeweschottsdaag nee e-imol hadd en't Cheschirr. Un dann ssall'e nee hie ssin?"
Do keek Petrus op, boowen öwer ssin Brillechestell, reep nochees Chabri-el un verklöarden'm: "Nou we-it ick waal, wu Jan ounerchekomme öss! Do'me ees de Liste van'ne Märtyrers... "  

Himmlisches, von der Erde aus besehen 

Wir Menschen vergleichen immer wieder Himmel und Erde und meinen, oben wäre vieles   so eingerichtet wie hier unten bei uns. Wenn man so denkt, kann man sich auch Petrus als Chef des Himmelreichs vorstellen.

Vor zehn Monaten starb der alte Johann. Sein armes Frauchen Gertrud kam ihm jetzt von der Erde nach und meinte zu Petrus: "Sie wollen mich in den Himmel aufnehmen. Lassen Sie mich auch zu meinem treuen Johann in dessen Stübchen einziehen!"

Da sagte Petrus: "Ich will erst nachsehen, ob Dein Johann überhaupt im Himmel ist." Gertrud rief aufgeregt: "Bestimmt, wenn jemand so artig gewesen ist wie mein lieber Johann, dann findet er auch im Himmel ein Plätzchen!"

Petrus sah seine Liste durch. Er konnte Johann nicht finden. Und Gertrud sprach weiter: "Das kann ich nicht verstehen. Johann muß hier sein! Er konnte kein Wässerchen trüben, nicht einmal eine Fliege totschlagen.

Und was er alles für arme Leute getan hat! Er spielte sogar einige Jahre lang die Kirchenorgel, arbeitete in der Gemeinde und im Altenkreis. Da muß wohl was von Euren Eintragungen nicht stimmen!"

Petrus redete mit Gabriel. Der Erzengel überbrachte ihm das Buch, worin die Heiligen eingetragen wind. Auch hier fehlte Johann.

Da heulte Gertrud los: "Das kann nicht sein, er war so gut, mein fleißiger Johann! Er hat mir geholfen beim Aufwischen, Kartoffelschälen, Waschen, Spülen, Einkochen, Teppichausklopfen. Ich brauchte, solange er lebte, nicht einmal hart zu arbeiten. Und dann soll er nicht hier sein?"

Da blickte Petrus auf, über die Brille weg, rief noch einmal Gabriel und erklärte ihm: "Nun weiß ich wohl, wo Johann geblieben ist! Gib mir mal die Liste der Märtyrer..."

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Stand: 06.04.2017

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