HOCHTIEF und Stadt Mülheim an der Ruhr stellen Studie für "Zukunftsschule" vor

Untersuchung empfiehlt Einrichtung einer "Zukunftsschule im Wohnquartier" in Mülheim-Eppinghofen / Realisierung kostet 27,7 Mio. Euro

Die Einrichtung einer "Zukunftsschule im Wohnquartier" in Mülheim-Eppinghofen ist aus pädagogischer und städtebaulicher Sicht sinnvoll. Das ist das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die die HOCHTIEF Construction AG und die Stadt Mülheim an der Ruhr jetzt vorgestellt haben.

Das Konzept sieht vor, die Schulen an der Bruchstraße zu einem Zentrum auszubauen, in dem verschiedene Schulformen, eine Kindertagesstätte und Sozialeinrichtungen eng zusammenarbeiten. Die Verfasser kommen zu dem Ergebnis, dass der integrierte Ansatz der "Zukunftsschule im Wohnquartier" inhaltlich sinnvoll ist und den Stadtteil aufwertet. Weiterer Vorteil: Die Betriebskosten können im Vergleich zu den heute bestehenden Sozial- und Bildungseinrichtungen gesenkt werden. Die Realisierung des Projekts kostet 27,7 Millionen Euro. Die Stadt würde einen Eigenanteil von 5,7 Millionen Euro einbringen. Der Rest soll über Fördergelder sowie Stiftungs- und Sponsorenmittel finanziert werden.

Vorstellung der Machbarkeitsstudie Zukunftsschule in Mülheim-Eppinghofen. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (rechts) und Gabriele Willems, Abteilungsleiterin der HOCHTIEF Construction AG. Schloss Broich.

Foto: Walter Schernstein

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld: "Die Studie macht deutlich: Es lohnt sich für unsere Kinder und Jugendlichen, für die Menschen im Quartier die Zukunftsschule weiter voran zu treiben. Und es rechnet sich für uns als Stadt. Wir haben mit der Machbarkeitsstudie eine gute Vorarbeit für die Gespräche in Politik und Verwaltung, aber auch mit potenziellen Förderern geleistet."

Unter der Federführung der Stadt und der HOCHTIEF Construction AG, die die Studie finanzierte, haben Experten verschiedener Disziplinen ein inhaltsschweres und umfassendes Werk "gebaut". Die Machbarkeitsstudie liefert konkrete Informationen darüber, wie die Zukunftsschule Mülheim-Eppinghofen funktionieren und aussehen kann. Fachleute haben Standortanalysen erarbeitet, sich mit der Organisationsentwicklung beschäftigt und Nutzungskonzepte entwickelt. Eine Bestandsdiagnose der vorhandenen Immobilien gehört ebenso dazu wie die Bewertung verschiedener architektonischer Studien.

Das Konzept "Zukunftsschule im Wohnquartier" wurde von der HOCHTIEF Construction AG als Innovationsprojekt in Kooperation mit Bildungsexperten entwickelt. Projektleiterin Dr. Gaby Grimm: "Wir wollen die Zukunftsschule zu einem Treffpunkt im Stadtteil machen. Das fördert die gegenseitige Akzeptanz von Generationen, die gemeinsame Verantwortung für das Umfeld und für lebenslanges Lernen." Die wissenschaftliche Diskussion um die Idee der Zukunftsschule wurde in einem Werkbuch dokumentiert, das von Frau Dr. Grimm herausgegeben wurde und jetzt im Klartext Verlag erschienen ist.

HOCHTIEF übernahm die Kosten der Machbarkeitsstudie, unterstützte die Ausarbeitung des Werkbuchs und brachte sein Know-how als international tätiger Baudienstleister ein, der über weitreichende Kompetenzen bei Planung, Bau, Finanzierung und Betreibung von Bildungsimmobilien verfügt.

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Das Konzept sei "so klug wie nirgends sonst", zumal es die Schulformen durchlässiger mache, so Bildungsforscher Prof. Klaus Klemm. Das könnte vor allem dem Sorgenkind Hauptschule helfen. Derzeit gibt es davon noch vier in Mülheim, bald könnten es noch zwei sein, denn: Das Land schreibt die Zweizügigkeit bindend vor. Im Vorjahr aber gab es nur 100 Anmeldungen in Mülheim. Klemm empfiehlt daher, in die Zukunftsschule auch zwei Züge der nahen Realschule Mellinghofer Straße aufzunehmen, weil die drei Realschulen der Stadt ohnehin voll sind.

  • Zur Person:
  • Professor Dr. Klaus Klemm (63) hat an der Universität Duisburg/Essen den Lehrstuhl für Bildungsforschung und Bildungsplanung inne. Seit 2004 ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Kultusministerkonferenz zur Bildungsberichterstattung in Deutschland. Klemm ist Mitautor der PISA-Studie.

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Stand: 01.06.2011

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