Archiv-Beitrag vom 09.01.2008Jahresempfang für den Mülheimer Sport in der RWE Rhein-Ruhr Sporthalle

"Meine sehr geehrten Damen und Herren,

wir haben uns in diesem Jahr entschieden, den offiziellen Teil kurz zu halten und den Schwerpunkt des heutigen Abends auf "bilaterale Kommunikation" zu legen. Dennoch gibt es ein paar Eckpunkte, die angesprochen werden sollten.

Das Jahr 2007 war aus sportlicher Sicht wieder ein ganz besonderes Jahr.

Sportempfang, RWE-Rhein Ruhr Sporthalle.08.01.2008Foto: Privat-

In Erinnerung bleiben wird in erster Linie der Erfolg der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in China und vor allem der Gewinn der Handball-WM der Herren im eigenen Land;

der Sport als Botschafter und die Menschen als gute Gastgeber.

Und auch der Mülheimer Sport profitiert von diesen Ereignissen, Sportveranstaltungen haben einen höheren Stellenwert erhalten. Die Handballvereine verzeichnen einen Zulauf insbesondere im Jugendbereich und auch der Stellenwert des Frauenfußballs wird sich deutlich erhöhen.

Auf einige herausragende Vereinserfolge können wir zurückblicken: So konnten die A- und B-Jugend-Mannschaften des HTC Uhlenhorst den 60. und 61. deutschen Mannschafts-Meistertitel für den Verein erobern. Uhlenhorster Hockeytalente wurden Europameister mit der U-18 Nationalmannschaft.

Weitere 7 Mannschaften aus Mülheimer Vereinen haben sich jeweils in der höchsten deutschen Liga behauptet:

  • HTC Uhlenhorst (Hockey Feld und Halle)

  • American Football Shamrocks

  • 1. Dartclub MH

  • Schachverein MH-Nord

  • Sportkeglergemeinschaft MH

  • Tauch-Sport-Club MH (Unterwasserrugby)

  • Kahlenberger HTC (Tennis Herren 30)

Und in der 2. Bundesliga sind wir mit der Herren Schwimmgemeinschaft und dem TC Raadt (Tennis Herren 30) vertreten.

Darüber hinaus können viele Mülheimer Sportvereine beachtliche Erfolge verweisen: ich erinnere z. B. an Isabel Dormann als internationale deutsche Taekwondo-Meisterin oder an Lisa Vitting von der SG MH als deutsche Jahrgangsmeisterin und Silbermedaillengewinnerin bei den Junioren-Europameisterschaften im Schwimmen.

Dies sind Beweise für die hervorragende Jugendarbeit unserer Vereine.

Bei der Ruhrolympiade landete die MH-Sportjugend als Titelverteidiger auf dem 9. Platz.

Unter Beteiligung der örtlichen Wirtschaft sind 2007 wieder große Sportevents durchgeführt worden. Lassen Sie mich an dieser Stelle – ohne Anspruch auf Vollständigkeit - einige nennen:

  • Sportlich herausragend sind sicherlich die Yonex-German-Open im Badminton, die sich in dieser Form in MH etabliert haben und auch in den nächsten Jahren hier stattfinden werden

  • der Tengelmannlauf und der RWW-Ruhrauenlauf (mit großer Teilnehmerresonanz)

  • der Medl-Crosslauf

  • der Saarner Sommernachtslauf

  • das 11. Mülheimer Drachenbootfestival sowie

  • das Radrennen um den Preis der Hypo-Vereinsbank

  • medl Nacht der Sieger (diesjährige Veranstaltung am 8.3.2008)

Sportempfang, RWE-Rhein Ruhr Sporthalle.08.01.2008Foto: Privat

Fotos: Claudia von Parzotka-Lipinski

Das alles sind Beispiele der sportlichen Aktivitäten, die wesentlich von der Sportselbstverwaltung und den angeschlossenen Vereinen und Verbänden sowie vom Mülheimer SportService getragen worden sind –auch ein Beweis der Kompetenz des Mülheimer Sports insgesamt. Das ist Grund genug, an dieser Stelle neben der Hauptamtlichkeit vor allem aber den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern Dank aus zu sprechen.

Die Hallenfußball-Stadtmeisterschaften um den König-Pilsener-Cup mit über 5.000 Besuchern sind aus unserem Veranstaltungskalender nicht wegzudenken. Die mit aller Entschiedenheit zu verurteilenden Auswüchse und Vorkommnisse am vergangenen Wochenende dürfen sich nicht wiederholen. Es kann und darf nicht sein, dass unbelehrbare Hooligans und andere Fanatiker die Durchführung und den Ablauf von Veranstaltungen mit verbaler und körperlicher Gewalt missbrauchen. Durch alle teilnehmenden Vereine muss ein Ruck gehen und eine "Jetzt erst recht-Haltung" entstehen. Daher empfehle ich dringend, nicht vorschnelle Schlüsse zu ziehen, sondern notwendige Entscheidungen mit kühlem Kopf zu treffen, wenn die verständlichen Empörungen und Emotionen der Sachlichkeit gewichen sind. Es muss künftig vermieden werden, dass unsere Stadt ein solch negatives Bild vermittelt.

Meine Damen und Herren,

ich kann mich nur den Aussagen von Herrn Cleven anschliessen, weil ich Zeuge war, ohne jetzt konkret nachzuvollziehen, wie es zu dieser Ausschreitung kam.

Wir jedenfalls – der MSB – werden mit der Fachschaft Fußball und der Stadt sowie alle weiteren Beteiligten und gemeinsam mit der Polizei über die künftige Gestaltung beraten, gegebenenfalls das Organisationskonzept ändern, um solche Ausschreitungen zu verhindern.

Ich kann Ihnen versichern, alles daran zu setzen, dass auch im nächsten Jahr die Hallenfußballstadtmeisterschaften als faires, sportliches Ereignis stattfinden wird

Im übrigen gab es erfreuliche Aktivitäten im Mülheimer Sport 2007.

So konnten in sportpolitischer Hinsicht die neuen Strukturen im Rahmen der Sportorganisation erfolgreich optimiert werden.

Die Kooperation zwischen der öffentlichen Sportverwaltung und der Sportselbstverwaltung, also zwischen MSS und MSB, hat sich erfolgreich entwickelt.

Insbesondere sind wir in der Umsetzung des Sportentwicklungsplanes weiter vorangekommen. 10 der 17 Projekte zur Förderung des Sports sind inzwischen umgesetzt worden. Das Spektrum reicht von der "Unterstützung des Ehrenamtes" über Bewegungsangebote in 8 Kindergärten und sportlichen Betreuungsangeboten an 29 Grundschulen bis hin zur Entwicklungsberatungen für Sportvereine.

In alle Maßnahmen sind unsere Vereine eingebunden. Insgesamt haben sich über 50 Sportvereine mit großem Engagement beteiligt.

Mit der Planung und Umsetzung der Projekte stehen wir, das haben viele Gespräche und Rückmeldungen ergeben, an der Spitze der kommunalen Sportentwicklung in NRW.

Wie geht es 2008 weiter?

Wir werden die begonnen Projekte zu Ende führen und uns darum bemühen, dass einige herausragende und Erfolg versprechende Projekte als dauerhafte Sportförderung akzeptiert werden.

Ich denke dabei insbesondere an die Bewegungsangebote in Kindergärten und Grundschulen: knapp 600 Kinder erfahren wöchentlich eine Bewegungsförderung im Kindergarten bzw. eine sportliche Betreuung in den Ganztagesgrundschulen in Zusammenarbeit mit den Vereinen.

Dies ist in unserer immer bewegungsärmeren Umwelt ein bedeutender Beitrag zur Verhinderung von Bewegungsdefiziten und begründet gleichzeitig Kontakte der Kinder zum Sport und in die Vereinswelt. Elternbefragungen haben bestätigt, wie wichtig eine Fortführung dieser Programme ist.

Insoweit werden wir 2008 mit der Stadt darüber verhandeln, den Pakt für den Sport als Grundlage für eine Weiterführung bewährter Projekte der Sportförderung zu aktualisieren und frühzeitig Zeichen zu setzen für eine Verlängerung der Laufzeit.

Wir werden weiterhin mit einem neuen Projekt beginnen und über eine Partnerschule des Leistungssports das Ziel verfolgen, Talente in bestimmten Sportarten, z. B. Badminton, Hockey, Rudern und Turnen, gezielt zu fördern.

Schließlich werden wir unsere Seminarräume und die Sportlerzimmer im Haus des Sports renovieren. Wir bedanken uns hier bei der Sparkassenstiftung und der Stadt Mülheim an der Ruhr, die diese dringend notwendigen Maßnahmen ermöglichen.

Im Hinblick auf das Jubiläumsjahr "200 Jahre Mülheim" werden wir gemeinsam mit dem RWW und dem Verein TSV Viktoria im September einen Tag des Mülheimer Sports veranstalten, an dem die Mülheimer Vereine sich präsentieren können. Als Highlight findet ein Halbmarathon statt.

Wir freuen uns auf ein ereignisreiches Jubiläumsjahr, das Mülheim auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannter machen wird.

Wir vom Sport werden unseren Beitrag leisten.

Der Rheinische und der Westfälische Turnerbund werden in Mülheim ihren Zusammenschluss beschließen und mit einer Großveranstaltung "Turnen & more" in der RWE Rhein-Ruhr Sporthalle feiern.

Selbstverständlich unterstützen wir die Bestrebungen des MSS und MSB zur Optimierung des Sports und des Sportmanagements, insbesondere im Rahmen der Sportkonferenz, an der Vereinsvertreter, Politiker und Vertreter der Verwaltung teilnehmen. Je intensiver die Zusammenarbeit, umso effektiver können die Ergebnisse sein. Dass das Funktionieren der Strukturen natürlich auch in erster Linie mit handelnden Personen zusammenhängt, liegt auf der Hand. Hier sind die Verantwortungsträger beim MSS und beim MSB gefordert. Diese sind aber so erfahren, dass ich um die Zukunft des Sports in unserer Stadt keine Sorge habe.

Sehr froh sind wir auch – und da gilt unser Dank dem Verwaltungsvorstand und dem Betriebsausschuss Sport -, dass wir die Sportpauschale des Landes in Höhe von 457.000 € zu jeweils 50% für städtische und Vereinsbaumaßnahmen nach wie vor verwenden konnten und dass auch die städtischen Zuschüsse für Betriebskosten, die Jugend- und Übungsleiterarbeit sowie für Grundsportgeräte ungekürzt erhalten geblieben sind. Wir wollen hoffen, dass das in den nächsten Jahren so weiter geht, zumal wir ja nun auch in der Vergangenheit wesentliche Beiträge zur Entlastung des städtischen Haushalts geleistet haben.

Dass wir auch dem Förderkreis Mülheimer Sport, der durch seine finanzielle und ideelle Unterstützung ein unverzichtbarer Bestandteil der kommunalen Sportförderung ist, und dem Verein der Freunde und Förderer des Schulsports unseren Dank aussprechen, sollte selbstverständlich sein.

Meine Damen und Herren,

Bildung, Bewegung und Sport bilden eine Einheit und sind Schwerpunkte unserer künftigen Förderung.

Trotz der schwierigen Finanzlage werden wir in den nächsten Monaten die Infrastruktur um eine neue 2-Feld-Sporthalle mit Zuschauertribüne am Schulzentrum Broich ergänzen. Dies ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Stärkung des Schul- und Vereinssports in unserer Stadt.

Unsere Sportfreianlagen sind wie Sport- und Turnhallen in die Jahre gekommen. Deshalb sind wir ganz besonders stolz darauf, dass wir in Kürze mit der Modernisierung der Sportanlagen Zeppelinstr. und Saarnberg beginnen werden. Der Bau der beiden Kunststoffrasenflächen beim SV Raadt und beim Mülheimer Spielverein 07 sowie die Ergänzung jeweils noch um 1 Bambini-Spielfeld ist richtungsweisend für die Ballsport treibenden Vereine und die sie nutzenden Schulen in unserer Stadt. Unserer Dank gilt den Fraktionen im Rat der Stadt, die die notwendigen Entscheidungen mit Weitblick getroffen haben, aber auch unserem Stadtkämmerer Uwe Bonan, der im Rahmen der Möglichkeiten immer ein offenes Ohr für die Sorgen des Sports hat.

Mit großer Freude kann ich heute berichten, dass die kommenden 3 Jahre von umfangreichen Baumaßnahmen geprägt sein werden.

Und wenn wir gerade dabei sind, Dank zu sagen, dann muss und will ich in diesem Zusammenhang hervorheben, dass ohne das außergewöhnliche finanzielle Engagement der Leonhard-Stinnes-Stiftung unser Perspektivkonzept Fußball nicht hätte begonnen werden können. Unser Dank gilt in diesem Zusammenhang Frau Oberbürgermeisterin Mühlenfeld, Frau Stinnes, Frau Cramer und den Herren Schiffer und Hörschgen.

Das bedeutet, dass –vorbehaltlich einer noch notwendigen formellen politischen Entscheidung- an der ich nicht zweifele, weil die Entscheidungsträger von Anfang an in die Willensbildung eingebunden waren, in diesem Jahr die Voraussetzungen für die Modernisierung der Sportanlage Saarner Str. als neuer Heimstatt des VfB Speldorf, die Umgestaltung des Ruhrstadions und die Schaffung einer neuen Bezirkssportanlage an der Rudolf-Harbig-Str. für den RSV und den TB Heißen geschaffen werden. Wenn alle Rahmenbedingung stimmen, sollen die Saarner Str. und das Ruhrstadion zu Saisonbeginn 2009/2010 und die Anlage in Heißen 2010 spielfertig sein. Unsere Vorstellungen sind, alle Anlagen mit Kunststoffrasen zu versehen. Sie stehen zudem alle dem Schulsport zur Verfügung. Die nach Fertigstellung der neuen bzw. sanierten Sportanlagen aufzugebenden Sportplätze Hochfelder Straße, Blötter Weg und Mühlenfeld sollen aus Gründen nachhaltiger Stadtentwicklung und als Finanzierungsbeitrag für die neuen Sportanlagen der Wohnbebauung zugeführt werden.

2008 wollen wir auch Perspektiven schaffen, die den Vereinen möglichst zuverlässig signalisieren, wann denn z.B. auch die Sportanlagen Südstr., Mintarder Str., Prinzess-Luise-Str., Oberheidstr. modernisiert werden.

Politisch wird zudem zu entscheiden sein, was zukünftig mit dem Friedrich-Wennmann-Bad geschehen soll. Wollen wir es sanieren und ggfls. attraktivieren oder halten wir ein neues Bad an einem anderen Standort für zweckmäßiger?

Die Sanierung der Sportstätten einschl. der Sportplätze wird uns in den nächsten Jahren maßgeblich beschäftigen und eine Menge auch personeller Ressourcen beim MSS binden. Aber es macht auch Spaß, sich dieser Aufgaben zu stellen. Und wie ich den Betriebsleiter des MSS kenne, scharrt er schon ganz ungeduldig mit den Hufen.

Die von Wilfried Cleven aufgeführten Verbesserungen bei vielen Sportanlagen können uns alle nur erfreuen, weshalb auch ich mich ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken möchte. Es wird sicherlich alle in den Sportvereinen betroffenen motivieren und in ihrem Engagement für den Sport stärken.

Neue und attraktive Sportanlagen werden nicht nur ein Aushängschild für unsere Stadt sein, sondern auch diejenigen, die uns besonders am Herzen liegen, für Kinder und Jugendliche den Weg zum Sporttreiben noch erlebenswerter machen als bisher.

Zwar jedes Jahr wieder, aber dadurch nicht weniger ernsthaft, appellieren wir gerade deshalb an die Vertreter der Ratsfraktionen, den bisher erfolgreich praktizierten Sportkonsens in unserer Stadt fort zu führen. Wir brauchen die finanzielle Unterstützung der Stadt mehr denn je und hoffen, dass Kürzungen auch in der Zukunft vermieden werden. Wir bieten –wie bisher- unsere Kooperation an; dabei darf es aber nicht zu einem "einseitigen Geschäft" kommen. Es wäre unser Wunsch, zur Erreichung unserer Ziele auch die örtliche Wirtschaft noch stärker als bisher als Finanzierungspartner gewinnen zu können. Ohne die Unterstützung der Politik und der Wirtschaft können wesentliche Fundamente des Sporthauses nicht geschaffen werden.

Wir möchten abschließend noch einmal deutlich machen, dass wir nach wie vor in allen Bereichen sehr viel Wert auf ein dialogisches Verfahren mit allen Partnern legen, denn nur konsensorientierte Gespräche bringen uns insgesamt nach vorne.

"Tue Gutes und rede drüber." Getreu diesem Motto haben wir uns entschieden, mit dem hier zu sehenden neuen Infostand, den Sport auch außerhalb der Südstraße zu präsentieren. Wir wollen z.B. bei wichtigen Events oder verkaufsoffenen Sonntagen gemeinsam mit Vereinen die Angebote und Möglichkeiten im Sport oder des Sports den interessierten Bürgerinnen und Bürgern näher bringen. Auch ein Beitrag zur Kommunikation.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Start ins Jahr 2008." 

Kontakt


Stand: 09.01.2008

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