Archiv-Beitrag vom 16.06.2008"Jedem eine Chance": Sozialagentur der Stadt Mülheim eröffnet neues U25-Zentrum

Nein, wie in einer Behörde sieht es hier wahrlich nicht aus. Mit angesagten Farben, trendigen Möbeln und modernster Informationstechnik begrüßt das neue U25-Zentrum in der Viktoriastraße seit dem 16. Juni den Besucher. Ein jugendlich-freches Logo prangt über dem Empfangsbereich und demonstriert offensiven Schwung. "U25 – wir machen was!" Heute hat Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld das innovative Behördendomizil der Sozialagentur offiziell eröffnet und über den Handlungsauftrag keine Zweifel gelassen: "In Mülheim muss jeder Jugendliche seine Chance auf qualifizierte Berufsausbildung bekommen."

U25 – wir machen was!". Eröffnung neuer Räume zur Information, Beratung und Begegnung um Schülern den Start in die Arbeitswelt zu erleichtern. Viktoriastr. 26-28.

Fotos: Walter Schernstein

Als Optionskommune trägt Mülheim besondere Verantwortung für jugendliche Leistungsempfänger und Berufseinsteiger. Dabei verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz und geht konsequent neue Wege. "Wer direkt nach der Schule den Sprung ins Berufsleben nicht schafft, der hat echte Anschlussprobleme", weiß Sozialamtsleiter Klaus Konietzka. "Die allgemeine Ausbildungsplatzlage, kombiniert mit familiären Problemen und schulischen Defiziten verhindern häufig den reibungslosen Übergang." Deshalb bündeln die Mülheimer auch alle Maßnahmen, die junge Menschen in Ausbildung und Beruf bringen. Den passenden Rahmen dafür schaffen jetzt die neuen Räumlichkeiten.

"Wir wollen den Jugendlichen partnerschaftlich begegnen, ihnen ehrliche Aufmerksamkeit und pragmatische Hilfe bieten", erklärt Klaus Konietzka. So versteht sich die U25-Anlaufstelle als offenes Haus, als lebendiger Ort der Information, Beratung und vor allem auch der Begegnung untereinander. Viel Zeit wurde in Gestaltung und Einrichtung investiert. Hier sollen sich die jungen Leute einfach wohl fühlen. Auf insgesamt 520 Quadratmetern und zwei Etagen finden sie nicht nur beratende Unterstützung von 18 Mitarbeitern, sondern auch alles, um ihr berufliches Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Vom schnellen Internetzugang bis hin zu aktuellen Job-, Qualifizierungs- und Veranstaltungsangeboten am Flatscreen.

Die Eigeninitiative zu fördern, ist ein zentrales Anliegen in der Viktoriastraße. Und wer könnte da motivierender wirken als die Jugendlichen selbst? Deshalb zeigt die Bildergalerie im Erdgeschoss eine aktuelle Auswahl von U25ern, die erfolgreich ihren Platz gefunden haben. Nursel Celik zum Beispiel. Die 18-jährige Türkin (Foto vorne) ist erst seit drei Jahren in Deutschland. Mit vollem Einsatz hat sie gerade ihren Schulabschluss gemeistert und wird schon in Kürze eine Lehre als Verkäuferin starten. Künftig werden in der Viktoriastraße auch praxisnahe Veranstaltungen stattfinden. Welche Qualifikationen braucht ein Mechatronik-Lehrling? Was für Perspektiven bietet das Handwerk? Unternehmer, Ausbilder und Personalchefs geben im U25-Zentrum Antworten auf drängende Fragen und stellen sich dem Gespräch mit den jungen Leuten.

"Wenn es um die beruflichen Perspektiven unserer Jugend geht, sind alle gefordert", erklärt Oberbürgermeisterin Mühlenfeld. "Denn was wir heute versäumen, müssen wir morgen teuer bezahlen." Bei ihrer wichtigen Berufsoffensive setzt die Stadt daher intensiv auf die Zusammenarbeit mit Schulen, Lehrern, ehrenamtlichen Helfern und Unternehmen. Der Kooperationseinsatz trägt Früchte. Unlängst erst hat sich "Vallourec & Mannesmann Tubes" zu einem Engagement bereit gefunden. Insgesamt 12 zusätzliche Qualifizierungspraktika stellt der Röhrenhersteller, der am Standort Mülheim zu den wichtigsten Ausbildungsbetrieben zählt, zur Verfügung. "Mit dieser Maßnahme geben wir Jugendlichen, die bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, die Chance, ein Jahr lang ihre fachlichen Qualifikationen weiter zu entwickeln", so Markus Zobel, Mülheimer Personalleiter des Unternehmens.

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Stand: 16.06.2008

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