Jüdisches Leben in Mülheim dokumentiert
Wer etwas über jüdisches Leben in Mülheim erfahren will, kommt an Gerhard Bennertz nicht vorbei. In über 30 Jahren hat der evangelische Theologe in unzähligen Zeitzeugen-Gesprächen die Lebensgeschichten von rund 600 jüdischen Mitbürgern recherchiert. Mit seinen Veröffentlichungen, etwa in der evangelischen Kirchenzeitung Der Weg oder in der Zeitschrift des Geschichtsvereins, gab er den Mülheimern ein Gesicht, die nach 1933 wegen ihres Glaubens verfolgt und ermordet wurden oder ihre Heimatstadt verlassen mussten. Auf seine umfangreiche Sammlung aus Zeitzeugenberichten, Briefen, Reden und Fotos, die zahlreiche Aktenordner, Mappen, Zettelkästen und Kladden füllen, konnte sich auch die Mülheimer Historikerin Barbara Kaufhold stützen. Sie gab 2004 und 2006 zwei Bücher über jüdisches Leben in Mülheim und über Glauben im Nationalsozialismus heraus. Jetzt hat die Sammlung Bennertz ein neues Zuhause, das Stadtarchiv. "Das ist eine enorme Bereicherung und eine wahnsinnige Quelle von Wissen", freute sich Stadtarchivar Jens Roepstorff über den Neuzugang des Archivbestandes.

Übergabe der Sammlung Bennertz an das Stadtarchiv. Von links: Jens Roepstorff (Stadtarchiv), Pfarrer Gerhard Bennertz, Dr. Barbara Kaufhold
Foto: Walter Schernstein
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Stand: 06.02.2007













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