Archiv-Beitrag vom 01.04.2009Kindern eine Chance für die Zukunft geben

Auftaktworkshop "Erziehungs- und Bildungspartnerschaften im Stadtteil"


Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten, zu denen überdurchschnittlich viele Kinder mit Zuwanderungsgeschichte zählen, in unserem Bildungssystem im besonderen Maße benachteiligt sind. Das gilt auch für unsere Stadt.
Das Projekt "Erziehungs- und Bildungspartnerschaften im Stadtteil" verfolgt das Ziel, vor Ort die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Styrum und Eppinghofen zu verbessern. Dabei helfen auch Stadtteilkoordinatoren. Im Auftaktworkshop am 31. März 2009 wurden gemeinsam mit den Akteuren erste Schritte erarbeitet
.


Generell ist für Sozialdezernent Ulrich Ernst vorrangige Motivation für das Projekt, Kindern eine Chance für die Zukunft zu geben. "Insbesondere Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen haben es da schwer.", so Ernst. Es bestehe vor allem in den Stadtteilen Eppinghofen und Styrum Entwicklungsbedarf, denn in diesen Stadtteilen leben die meisten Kinder aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien.

Mülheim international - Kinder brauchen eine Zukunft

Für ihn ist es daher eine große gesellschaftliche Herausforderung, die Bildungschancen dieser Kindern zu verbessern. Das Projekt "Erziehungs- und Bildungspartnerschaften im Stadtteil' sei dazu ein Ansatz. Damit sollen Bildungsakteure vernetzt werden und vor allem auf die Eltern als ersten Bildungspartner der Fokus gerichtet werden. 

Für zunächst drei Jahre ist das Projekt angelegt, das vom Europäischen Integrationsfonds gefördert wird. Die ehemalige Projektleiterin Nicole Linau von der Koordinierungsstelle für Integration: "Wir wollen insbesondere versuchen, zugewanderte Eltern zu unterstützen. Es sollen verstärkt ehrenamtliche 'Muttersprachler' gewonnen werden, die als Brückenbauer zwischen Elternhäusern und Bildungseinrichtungen fungieren. Sie sollen eine Art 'Elterntrainer' sein. Besonders in Migrantenfamilien, so Nicole Linau, fehlen vielfach Kenntnisse darüber, wie Schule oder Kita "funktionieren", welche Rechte und Pflichten Eltern haben, warum es richtig und wichtig ist, dass Kinder an Ausflügen oder Klassenfahrten teilnehmen oder dass Eltern auch zu Elternabenden kommen. Und vielfach seien die Bildungsangebote im Stadtteil auch einfach nicht bekannt. Gerade bei den Eltern mit Migrationshintergrund gebe es den großen Wunsch: Das Beste für mein Kind!, so Nicole Linau weiter. Sie wissen manchmal nur nicht, wie sie das hehre Ziel erreichen können. Vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule sollen sie daher begleitet werden, je nach Bedarf."

Iris Hofmann, jetzige Ansprechpartnerin in der KoordinierungsStelle Integration führt das Projekt nunmehr weiter.

 

Auftaktworkshop Erziehungs- und Bildungspartnerschaften im Stadtteil am 31. März 2009 in der Stadthalle Mülheim - die beiden Stadtteilkoordinatoren Dr. Sonja Clausen (Eppinghofen) und Michael Schüring (Styrum) bei ihrer Vorstellung Teilnehmer beim Auftaktworkshop Erziehungs- und Bildungspartnerschaften im Stadtteil am 31. März 2009 in der Stadthalle Mülheim


In den beiden Stadtteilen gibt es bereits eine Vielzahl von Vereinen und Institutionen, die sich um die Verbesserung der Lebens- und Bildungschancen von Kindern aus Zuwandererfamilien kümmern. Dr. Sonja Clausen und Michael Schüring, die seit Januar diesen Jahres als Stadtteilkoordinatoren in Eppinghofen und Styrum unterwegs sind, haben bereits viele positive Ansätze gesehen und zahlreiche Gespräche geführt. Ihre Ist-Analyse: "Es ist schon vieles da! Wir wollen jetzt die guten Netzwerke weiter ausbauen und 'Vermittler' sein.  Die Einrichtungen in den Stadtteilen sollen künftig noch enger zusammenarbeiten.

Ein Auftakt wurde mit dem Workshop in der Stadthalle gemacht.

 

Auftaktworkshop Erziehungs- und Bildungspartnerschaften im Stadtteil am 31. März 2009 in der Stadthalle - Gruppe bei der Arbeit    Auftaktworkshop Erziehungs- und Bildungspartnerschaften im Stadtteil am 31. März 2009 in der Stadthalle Mülheim - Moderator Axel Jürgens von der Peters & Helbig GmbH mit einer Teilnehmerin


Die rund 100 teilnehmenden Akteure aus beiden Stadtteilen haben in der Stadthalle gemeinsam Ziele und nächste Schritte erarbeitet. Neben Kitas und Schulen waren Elternvertreter, RAA, Vereine, Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, Familienbildungsstätten, Kichen, Ehrenamtliche etc. vertreten. Gemeinsam wurden Visionen für die Stadtteile entwickelt.

In einem sehr kreativen Prozess wurden viele Ideen für die Bildungslandschaft in Eppinghofen und Styrum von den Teilnehmenden aufgezeigt und Impulse gegeben. Im nächsten Schritt wurde erarbeitet, was in der Projektzeit Wirklichkeit werden soll.
Einen fachlichen Input gab hier ein Praxisbeispiel aus Nürnberg. Michaela Schremser, dortige Stadtteilkoordinatorin, hielt einen Vortrag zum Thema "Spielend lernen in Familie und Stadtteil". Nürnberg war Ideengeber für das hiesige Projekt und somit wurde der Impulsvortrag mit großem Interesse verfolgt.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde eines sehr deutlich: Es ist eine große Aufbruchstimmung spürbar! Alle Akteure wollen etwas tun...und dies gemeinsam. Um den Kindern in unserer Stadt eine Chance für die Zukunft zu geben!

 

Kontakt


Stand: 01.04.2009

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