Kopfläuse treten vermehrt auf - keine Sache der persönlichen Sauberkeit
Seit dem Schulanfang nach den Sommerferien sind dem Gesundheitsamt aus Mülheimer Schulen vermehrt Kinder mit einem Kopflausbefall gemeldet worden.
In der laufenden Woche sind allein 38 neue Meldungen eingegangen, so dass in diesem Jahr offensichtlich von einer besonders starken Ausbreitung dieses Befalls in der Altersstufe der Schulkinder auszugehen ist. Im aktuellen Jahr sind bislang insgesamt 220 Meldungen eingegangen. Im Vorjahr wurden in dem gleichen Zeitraum 196 Erkrankungen gemeldet.Kopfläuse werden in der Regel durch engen Kontakt der Kinder beim Spielen von Kopf zu Kopf übertragen.
Kopfläuse zu bekommen ist keine Sache der persönlichen Sauberkeit. Bei einem Befall jucken sich die Betroffenen verstärkt am Kopf, da sich diese Tiere in den Haaren aufhalten und vom Blut aus der Kopfhaut ernähren. Durch eine frühzeitige und zweimalige wirkungsvolle Behandlung mit geeigneten und vom Umweltbundesamt zugelassenen Präparaten kann einer weiteren Ausbreitung der Tiere entgegen gewirkt werden. Dabei sollten auch enge Kontaktpersonen, insbesondere Familienmitglieder und Mitglieder der Wohngemeinschaft, mit behandelt werden. Weiterhin müssen alle Gegenstände, die direkt mit dem Kopf Kontakt haben, intensiv gewaschen oder gereinigt werden. Textilspielzeug, wie Plüschtiere, können auch in einem gut schließbaren Plastikbeutel für 2 Wochen belassen werden, um die Läuse auszuhungern.Wegen des starken Befalls in verschiedenen Klassen und Einrichtungen bittet das Gesundheitsamt die Eltern dringend, ihre Kinder vorsorglich in den nächsten Wochen auf einen möglichen Befall mit Kopfläusen zu kontrollieren.
Die Tiere werden meist nur bei sehr gründlicher Durchsicht der Haare gesehen. In der Regel ist ein Kopflausbefall nur an den Eiablagen der Tiere, den sogenannten Nissen erkennbar, die von den Läusen an die Haare angeklebt werden. Eltern, die bei ihren Kindern einen Kopflausbefall feststellen, müssen diesen Befall der Schule oder der Kindertageseinrichtung melden. Das Gesundheitsamt bietet in der Regel nach Eingang einer Meldung eine Untersuchung aller engeren Kontaktpersonen in der Einrichtung an. Es besteht auch die Möglichkeit, die Kinder nach erfolgreicher Behandlung für eine Untersuchung im Gesundheitsamt Mülheim an der Ruhr, Raum 2.16, werktags in der Servicezeit der Stadtverwaltung von 8 bis 12.30 Uhr und donnerstags in der Zeit von 14 bis 16 Uhr vorzustellen.
Für Rückfragen der Eltern stehen Mitarbeiter der Abteilung Umweltmedizin und Infektionsschutz des Gesundheitsamts unter der Rufnummer 455-5320 zur Verfügung.
Merkblatt für Eltern
Liebe Eltern, in der Schule Ihres Kindes sind Kinder mit einem Kopflausbefall festgestellt worden.
Ich bitte Sie, in den nächsten Wochen wiederholt die Haare Ihres Kindes nachzusehen. Sollten Sie dabei Kopfläuse und Nissen feststellen, so suchen Sie bitte einen Arzt auf. Sofern Ihr Kind an Kopfläusen erkrankt ist, berücksichtigen Sie bitte die in den Merkblättern der unten genannten Präparate gegebenen Empfehlungen und informieren über die Kopflauserkrankung Ihres Kindes.
Wichtig ist insbesondere, dass Kinder nur nach ausreichender Behandlung mit einem nach § 18 des Infektionsschutzgesetzes auf Wirksamkeit getesteten Präparat wieder die Einrichtung besuchen können. Nach der aktuellen Liste sind das die Präparate Goldgeist und Jacutin. Als Arzneimittel gegen einen Kopflausbefall zugelassen sind auch Infectopedicul, Infectopedicul Lindan-Gel und Delitex-Haarwäsche.
Wichtig ist auch, dass nach 8 Tagen eine 2. Anwendung mit dem Präparat durchgeführt werden muss, um die aus den Lauseiern (Nissen) geschlüpften Larven abzutöten. Der Behandlungserfolg muss durch eine sorgfältige Untersuchung des Kopfes kontrolliert werden. Bei einem wiederholten Befall mit Kopfläusen sollte wegen der Möglichkeit einer Toleranz gegen das bisher verwendete Präparat ein Wechsel des Präparates auf eine andere Substanzgruppe erfolgen.
Um die Sicherheit der Behandlung zu erhöhen, sollten darüber hinaus die Eiablagen, d.h. die Nissen, die am Haar festgeklebt werden, nach den Vorgaben der o.g. Merkblätter durch Auskämmen mit einem Nissenkamm entfernt werden.
Eine Behandlung der Kopfläuse macht keinen Sinn, wenn nicht auch alle anderen Familienmitglieder auf einen Läusebefall hin kontrolliert und gegebenenfalls mitbehandelt werden.
Kämme, Bürsten, Mützen, Kissen und andere Gegenstände, die direkt mit dem Kopf Kontakt haben, sind intensiv zu waschen oder zu reinigen. Aufenthalts- und Schlafräume sowie Kinderzimmer sollten bei einem Läusebefall gründlich gestaubsaugt werden. Textiles Spielzeug, wie Plüschtiere und andere Gegenstände, die nicht gewaschen werden können, müssen auch ohne Einsatz chemischer Mittel durch 45 Grad warme trockne Luft über 60 Minuten (z. B. Backofen) behandelt werden. Oberbekleidung kann auch in einen gut schließbaren Plastikbeutel gesteckt und darin für zwei Wochen belassen werden.
Der aktuell bestehende Befall kann nur dann kurzfristig eingedämmt werden, wenn sich alle Eltern an die in diesem Schreiben und an die in den Merkblättern für Kopfläuse gegebenen Empfehlungen halten. Denken Sie bitte daran, dass bei nicht ausreichender Behandlung Ihres Kindes bei einem Kopflausbefall eine Weiter-verbreitung der Läuse auf andere Kinder möglich ist; sprechen Sie daher mit Ihrem Haus- oder Kinderarzt und zeigen Sie ihm ggf. dieses Schreiben, bevor Sie nach erfolgreicher Behandlung Ihr Kind wieder in die Einrichtung schicken.Es besteht auch die Möglichkeit, Ihr Kind nach erfolgreicher Behandlung für eine Untersuchung und ein Attest im Gesundheitsamt Mülheim, Raum 2.16, werktags in der Servicezeit der Stadtverwaltung von 8.00 bis 12.30 oder Donnerstags in der Zeit von 14.00 bis 16.00 Uhr, vorzustellen. Für Rückfragen stehen Mitarbeiter der Abteilung Ihnen gerne unter der Rufnummer 455 5320 zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
I.A.
(Dr. med. Weber)
Kontakt
Kontext
Stand: 21.08.2006














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