Landeskongress der Gesamtschulen (2017)

Grußwort von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

anlässlich des Landeskongresses der Gesamtschulen NRW

am Mittwoch, 15. März 2017, 9.30 Uhr

Willy-Brandt-Schule

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Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Kraft,

sehr geehrter Herr Heeren,

meine sehr geehrte Damen und Herren,

auch ich begrüße Sie herzlich hier in der Willy-Brandt-Gesamtschule und freue mich sehr, dass dieser alle zwei Jahre terminierte Landeskongress diesmal in Mülheim an der Ruhr stattfindet.

Zwei Themen hat man mir mit auf den Weg gegeben, die Sie heute hier auf die eine oder andere Weise behandeln werden:

Da ist zum einen die Situation der Gesamtschulen in Mülheim an der Ruhr. Von den 11.200 Schülerinnen und Schülern, die im laufenden Schuljahr die Sekundarstufen I und II in unserer Stadt besuchen, gehen rund ein Drittel auf eine der drei Gesamtschulen. Nur die fünf Gymnasien werden mit 42 Prozent von noch mehr Schülerinnen und Schülern besucht. An den drei Realschulen liegen die Vergleichszahlen bei 20 Prozent, an der einzigen verbliebenen Hauptschule bei 5 Prozent.

Insgesamt sind die Schülerzahlen der Gesamtschulen bei uns seit Jahren stabil. In den vergangenen drei Jahren lag die Zahl der Kinder, die nicht an einer Mülheimer Gesamtschule aufgenommen werden konnte, bei rund 100. Darin enthalten waren allerdings auch zahlreiche Anmeldungen aus Nachbarstädten, die anschließend an einer Schule in ihrem Wohnort angemeldet wurden.

Mit Blick auf die Mülheimer Gesamtschulen fällt die seit Jahren ungleichmäßige Verteilung der Anmeldezahlen auf die einzelnen Schulen auf. Während die im nördlichen Stadtgebiet liegenden Gesamtschulen Gustav-Heinemann-Schule und Willy-Brandt-Schule regelmäßig hohe Anmeldeüberhänge aufweisen, erreicht die Gesamtschule Saarn auf der linken Ruhrseite erst nach Durchführung des „Schülerausgleichsverfahrens“ die für die erforderliche Vierzügigkeit notwendigen Schülerzahlen.

Die relativ geringe Zahl an Gesamtschulanmeldungen von Kindern aus den Grundschulen im Linksruhrbereich lässt uns seit Jahren immer wieder die Frage diskutieren, welche Rolle die räumliche Verortung hinsichtlich der geringen Anmeldezahlen spielt.

Das zweite Thema ist eng verbunden mit dem Leitmotiv der Mülheimer Bildungsentwicklungsplanung, nämlich die Forderung „Ungleiches ungleich zu behandeln“. Die Schulen der Stadt Mülheim an der Ruhr unterscheiden sich bezüglich der Zusammensetzung ihrer Schülerschaft gravierend. Vergleichbar mit der sehr unterschiedlichen Bevölkerungsstruktur in verschiedenen Quartieren gibt es auch an einzelnen Schulen einen deutlich erhöhten Anteil an sozial benachteiligten Kindern – während umgekehrt an anderen Standorten Kinder aus sozial privilegierten Milieus unter sich sind.

Unsere Stadt hat daher erstmals 2011 für Steuerungs- und Planungszwecke im Rahmen der Bildungsentwicklungsplanung einen Schulsozialindex für die städtischen Schulen eingesetzt. Dieser ist unsere Grundlage für eine systematische und transparente Förderung und Unterstützung von Schulen mit auffallend ungleichen Ausgangslagen.

Es freut uns besonders, dass unser Mülheimer Weg für Gesamtschulen das Muster für einen landesweiten Schulsozialindex ist! Wie ein solcher Index konkret aussehen kann, stellen die Kollegen der KeKiz-Evaluation der Mülheimer Stadtforschung nachher in einer Arbeitsgruppe vor.

Im Stadtteil Styrum erbringen die Bildungseinrichtungen eine enorme Integrationsleistung zum Abbau sozialer Benachteiligung. Mit den im Rahmen der Bildungsentwicklungsplanung erarbeiteten Vorschlägen können dort schulorganisatorische Maßnahmen mit inhaltlichen Konzepten verknüpft werden, um die angestoßenen Prozesse zu systematisieren und zu forcieren.

Auf der Grundlage eines von den Styrumer Grundschulen und der Willy-Brandt-Schule entwickelten „Konzeptes der Styrumer Schulen zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Bildungslandschaft Styrum“ kann nun mit der Modernisierung zweier Grundschulstandorte begonnen werden.

Dies ist einer der Kernpunkte des Umstrukturierungsprozesses, der mit der Zusammenlegung der evangelischen und der katholischen Grundschule begann und mit der Aufgabe der zurzeit noch bestehenden Teilstandorte enden soll.

Ziel ist es, im Stadtteil Styrum eine hochattraktive Bildungslandschaft für zeitgemäßes Lernen und Unterrichten zu schaffen.

Die Willy-Brandt-Gesamtschule ist ein gutes Beispiel dafür, dass Schulen auch in einem schwierigen Umfeld Attraktivität entfalten können. Diese Schule schafft es, tatsächlich alle ihre Schülerinnen und Schüler bis zu einem Abschluss zu fördern. Viele von ihnen erreichen das Abitur, obwohl sie keine entsprechende Empfehlung von der Grundschule hatten. Darauf sind wir stolz, denn hier geht es um nicht weniger als die Zukunft unserer Kinder.

Ich wünsche Ihnen nun einen erfolgreichen Landeskongress mit vielen Informationen und regem Austausch.

 

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Stand: 16.03.2017

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