Archiv-Beitrag vom 07.08.2015Lernen statt Freibad

Schülerinnen und Schüler, zumeist mit Migrationshintergrund, besuchten freiwillig die Förderkurse der Sommer-VHS

Heinrich-Thöne-VolkshochschuleDie Sommer-VHS wird als Kooperationsprojekt des Kommunalen Integrationszentrums (KI) und der VHS angeboten. Sie ist eingebettet in das kommunale Programm DILIM (Deutsch Interkulturelles Lernen in Mülheim an der Ruhr), für das der Rat der Stadt seit 2003 zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung stellt.

Der Erwerb der deutschen Sprache ist eine große Aufgabe für die Kinder und Jugendlichen. Damit sie diese gut meistern können, erhalten sie nicht nur speziellen Deutschunterricht in den Schulen, sondern können auch am DILIM-Programm teilnehmen.
Rund 200 Schülerinnen und Schüler, von der ersten bis zur zehnten Klasse, nahmen in diesem Jahr das kostenlose Deutschförderangebot in den ersten vier Ferienwochen wahr. Einige von ihnen besuchten überdies zusätzlich den Mathematik- und Englischunterricht.

Esther Eckhardt, in der VHS zuständig für die Förderkurse, freut sich über den großen Zulauf. „Ich bin jedes Jahr erneut erstaunt, dass die Schülerinnen und Schüler so zahlreich freiwillig in den Ferien zum Lernen zu uns kommen. In diesem Jahr erreichten uns viele Anmeldungen von Sprachanfängerinnen und Sprachanfängern, unter ihnen zahlreiche Flüchtlinge, so dass wir zu den bereits vier geplanten, drei weitere Gruppen für diese Zielgruppe eingerichtet haben. Diese Schülerinnen und Schüler sind zusätzlich motiviert, da sie sich schnellstmöglich auf Deutsch verständlich machen wollen“.

Sinnvolle Investition in die Bildung junger Menschen

Gerald Samuel Agbo, der mit vier Jahren aus Nigeria nach Deutschland kam und inzwischen die 9. Klasse des Gymnasium Heißen besucht, erklärte: „Ich komme seit drei Jahren zur Sommer-VHS, da das Lernen hier so angenehm ist. Wir arbeiten in kleineren Gruppen und die Lehrer können sich so besser mit uns befassen.“ Isabell Talajan, die gerade ihren Realschulabschluss nachholt, besucht ebenfalls gerne die Förderkurse, um „den Schulstoff zu vertiefen“. An den Kursen nehmen Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Nationalitäten teil. Alle verfolgen das gleiche Ziel: die Deutsch-, Mathematik- und/oder Englischkenntnisse zu verbessern. So verwundert es nicht, dass Isabell als weiteren Grund für die Teilnahme angibt „immer wieder neue und interessante Menschen zu treffen“. Neue Freundschaften zu knüpfen sei in der VHS sehr einfach.

Annette Sommerhoff, Leiterin der VHS, zieht ein positives Resümee: „DILIM ist eine sehr sinnvolle Investition in die Bildung junger Menschen. Es ist beeindruckend, wie motiviert die Kinder und Jugendlichen sind und schön zu sehen, wie sie die Volkshochschule als gemeinsamen Raum in den Ferien nutzen.“

Neben dem Sommerprogramm bietet die VHS Förderkurse auch während des Schuljahres ab dem 31. August 2015 an. Esther Eckhardt (siehe Kontakt) steht als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung.

Das KI berät neu zugewanderte Familien mit dem Auftrag, die Kinder und Jugendlichen möglichst schnell in unser Bildungssystem einzufädeln. In den Schulen erhalten die Schülerinnen und Schüler – neben dem Regelunterricht – Deutschförderung aus dem DILIM-Programm. Einige Schülerinnen und Schüler nutzen sowohl die zusätzlichen Angebote des KI als auch der VHS auf ihrem Weg in die deutsche Sprache.

Stimmen der Teilnehmenden

Alaa Selmo, 14 Jahre, 8. Klasse Schule am Hexbachtal.

Alaa Selmo (14 Jahre, 8. Klasse Schule am Hexbachtal):

„Ich komme gerne zur VHS, damit ich über die Ferien den Schulstoff nicht vergesse. Auch möchte ich etwas dazu lernen, denn mein Berufswunsch ist es, Erzieherin zu werden.“

 

 

Mohamed Selmo,15 Jahre, 9. Klasse Karl-Ziegler-Schule.Mohamed Selmo (15 Jahre, 9. Klasse Karl-Ziegler-Schule):

„Ich komme in die VHS, damit ich mein Deutsch und Englisch verbessern kann, denn ich möchte auf jeden Fall mein Abitur schaffen, um später studieren zu können. Außerdem treffe ich hier immer nette hilfsbereite Menschen und finde neue Freunde.“

 

Klisma Kamgang, 17 Jahre, 9. Klasse Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Klisma Kamgang (17 Jahre, 9. Klasse Gustav-Heinemann-Gesamtschule):

„In der VHS lerne ich immer neue Leute kennen. Natürlich will ich aber auch mein Deutsch verbessern, damit ich hier in Deutschland studieren und Lehrer werden kann. Mein Traum ist es Mathematik-, Sport- und Französischlehrer zu werden.“

Kontakt


Stand: 07.08.2015

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