Letzter Patenschaftsbesuch bei dem Schnellboot S 70-Kormoran

Ende August reiste Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld gemeinsam mit den Stadtverordneten Dieter Wiechering (SPD), Ulrich Scholten (SPD), Hermann-Josef Hüsselbeck (CDU), Heinrich Schumacher (CDU) und Amtsleiter Wolfgang Sauerland sowie dem Patenschaftsbeauftragten Andreas Horn vom Amt Rat der Stadt, Bezirksvertretungen und Wahlen, begleitet von 34 Mitgliedern der Mülheimer Marinekameradschaft, unter ihnen der 1. Vorsitzende Werner Gerbener, zum Stützpunkt des Patenbootes nach Rostock-Warnemünde. Mit zur Reisegruppe gehörten auch die Stadtverordneten Brigitte Mangen und Annegret Bender sowie der Personalleiter der Firma Vallourec Mannesmann Tubes, Jürgen Bleikamp mit Ehefrau.

Offiziell wird das Schnellboot S 70 – Kormoran am 15.12.2005 von der Deutschen Marine außer Dienst gestellt. Es gehört zu den letzten beiden Booten der 10 Schnellboote der Albatrosklasse, die die Deutsche Marine verlassen. "Die Kormoran hat bisher 182.000 Seemeilen oder 700 X Mülheim an der Ruhr – Rostock – Warnemünde zurückgelegt", so der letzte deutsche Kommandant, Korvettenkapitän Karsten Knecht, bei der offiziellen Abschiedsfeier am Samstagabend, zu der auch 5 ehemalige Kommandanten und zahlreiche Besatzungsmitglieder, von denen schon einige als Zeitsoldaten wieder in zivilen Berufen zurückgekehrt sind, begrüßt wurden.

Die S 70 wurde am 29.07.1977 offiziell in Dienst gestellt, die Patenschaftsurkunde der Stadt Mülheim an der Ruhr wurde für das Vorgängerboot Kormoran am 23.09.1967 dem ehemaligen Kommandanten, Kapitän zur See a.D. Hartmut Hechtfisch – er war als Ehrengast anwesend – vom damaligen Mülheimer OB Heinrich Thöne überreicht. Nahtlos ging die Patenschaft auf den jetzigen S 70 - Kormoran über. "Eine verdammt lange Zeit, was für ihre Besatzungen spricht. Die Vorgängerboote wurden schon nach 12 – 13 Jahren außer Dienst gestellt. Damals hatte die S 70 – Kormoran 93,6 Millionen DM gekostet." ergänzte Admiral a.D. Karl-Heinz Kelle, ehemaliger Kommandant des Vorgängerbootes Kormoran. OB Dagmar Mühlenfeld und Werner Gerbener, Vorsitzender der Mülheimer Marinekameradschaft, bedauerten in ihren Reden das Ende der Patenschaft und erinnerten an die zahlreichen Begegnungen zwischen Stadt, Mülheimer Marinekameradschaft und dem Patenboot. Und alle hoffen, dass die Deutsche Marine in naher Zukunft vielleicht doch – auch wenn die Bewerbung um eine Patenschaft zu einer der 5 neuen Korvetten der Deutschen Marine nicht geklappt hat - wieder der Stadt Mülheim an der Ruhr ein neues Boot als "Patenkind" benennen kann, denn einhellig war die Meinung der vielen anwesenden aktiven und ehemaligen Besatzungsmitglieder: "Die Patenschaft mit Mülheim an der Ruhr war beispielhaft gelebt worden." Die beiden Tage boten ein buntes Programm für alle Gäste, u.a. eine Hafenrundfahrt und eine letzten Mitfahrt an Bord des Kormoran mit einer Rettungsübung mit dem einzigen weiblichen Besatzungsmitglied Juliane Gliehm als Rettungsschwimmerin, eine Besichtigung der Marinefeuerwache und der SAR - Rettungsstelle.

Als Blick in Zukunft wurde berichtet: Ab Anfang Oktober werden die ersten tunesischen Soldaten an Bord kommen. Sie werden in die Technik der Kormoran eingeführt, um dann ab Mitte Dezember das Boot unter tunesischer Flagge ins Mittelmeer zu fahren. Am 15.12.2005 wird die deutsche Flagge am Kormoran eingeholt. Auch dann werden nochmals wenige Mülheimer Gäste erwartet, aber der Kormoran hat dann schon einen anderen Namen und der Umbau für die dortigen Verhältnisse ist abgeschlossen.

Als am 28.08.2005 Oberbürgermeisterin Mühlenfeld als höchste Repräsentantin der Stadt von Bord ging, salutierten ihr zur Ehre Offiziere und Mannschaft der Kormoran, unterstützt durch das dazu übliche Seite-Pfeifen bei der Marine. Es hieß für immer Abschiednehmen! Eine Zeremonie die ehemaligen Kommandanten widerfährt, die den Dienst auf ihrem Boot beenden haben. Es war ein Abschied mit vielen Emotionen, was bleibt ist, dem Kormoran mit neuen Namen auch unter tunesischer Flagge noch einige Jahre eine gute Fahrt und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu wünschen.

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Stand: 08.09.2005

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