Lichterfest (2015)

Rede von Oberbürgermeister Ulrich Scholten

zum Lichterfest

am Montag, 7. Dezember 2015, 18.00 Uhr

vor dem MedienHaus

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Sehr geehrter Herr Marx,

Herr Drehmann,

Herr Rabbiner Reuven Konnig,

meine sehr geehrten Herren und Damen!

Herzlich willkommen zur Feier des jüdischen Lichterfestes „Chanukka“ auf dem Synagogenplatz in Mülheim an der Ruhr! Ich freue mich sehr darüber, dass die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen dieses besondere Fest der Familie und der Freundschaft erneut mit unserer Stadtgesellschaft feiert. Ich bedanke mich bei allen, die diese Feier vorbereitet haben und bei Ihnen, liebe Gäste, dass Sie unsere Einladung angenommen haben und dabei sind, wenn wir gleich eine Kerze am Chanukka-Leuchter anstecken.

Liebe Gäste,

es war Rabbiner Strasko, der einige Jahre lang die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen begleitet hat, der auf die Stadt zugekommen ist. Er hat die wunderbare Idee an uns herangetragen, dass wir in Mülheim nicht nur an den alljährlichen Gedenktagen auf unsere gemeinsame schreckliche Vergangenheit zurückblicken und an die Grausamkeiten erinnern, die vom Nationalsozialistischen Terrorregime an der jüdischen Bevölkerung verübt wurden. Nein, es war Rabbiner Strasko eine Herzensangelegenheit, dass wir fröhlich feiern und so an einer gemeinsamen und vor allem friedlichen Zukunft bauen.

Welch‘ jüdisches Fest eignet sich dazu besser als das Chanukka-Fest mit seinem Lichterglanz und dem Ölgebackenen, das uns allen so gut schmeckt? Es ist ein Fest, das mit den zu entzündenden Kerzen Hoffnung in die ganze Welt hinaus tragen möchte – das Kinder zum Strahlen bringt und auch den Erwachsenen Freude und Wohlbehagen bereitet.

Dem Licht als Symbol der Hoffnung begegnen wir in vielen Kulturen, in vielen Religionen. Wir Christen zünden zum Bespiel gerade in diesen Tagen die Kerzen am Adventskranz an. Und wir verbinden damit ebenfalls die Hoffnung auf eine friedliche Zeit. Licht ist eine menschliche Grunderfahrung. Es ist für uns alle Orientierung, Wärme und Leben.

Der Gegensatz dazu ist die Dunkelheit. Mit ihr verbinden wir Orientierungslosigkeit, Bedrohung und Tod. Und so ist es ein nicht zu übersehendes Zeichen, wenn wir die Kerze entzünden, um mit ihrem Licht die nächtliche Dunkelheit zu durchbrechen. Wir stehen gemeinsam hier mit unserer Sehnsucht nach Frieden, Geborgenheit und Nähe.

Es ist – leider – auch und gerade in diesen Tagen nicht selbstverständlich, dass wir diese alte jüdische Tradition, die unserem christlichen Weihnachtsfest doch ähnlich ist, öffentlich begehen können. Terror, blinder Hass, Menschenverachtung und der gezielte Missbrauch von Religionen macht dies an vielen Orten der Welt unmöglich.

Wir können deshalb stolz darauf sein, dass wir uns in Mülheim an der Ruhr uns nun schon zum vierten Mal treffen, um das Lichterfest zu feiern. Gemeinsam mit BürgerInnen der unterschiedlichsten religiösen und nationalen Gruppen. Ich werte das als ein Zeichen dafür, dass die Menschen jüdischen Glaubens in Mülheim fest beheimatet und in Mülheim Toleranz, Respekt und Offenheit keine leeren Worte sind.

Im Gegenteil: Wir freuen uns darüber, dass wir auf diese Weise mehr über die Vielfalt jüdischen Lebens in unserer Stadt kennen und verstehen lernen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedvolles Chanukka und eine gesegnete und besinnliche Adventszeit.

Und ich danke der Bäckerei Horsthemke, die uns das Fettgebackene in diesem Jahr gespendet hat!

Kontakt


Stand: 07.12.2016

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