Richtiges Heizen und Lüften - Messgeräte zur Ausleihe

Stetig anwachsende CO2-Belastungen der Atmosphäre beschleunigen einen weltweiten Klimawandel, der massive, noch nicht umfassend absehbare Veränderungen der Lebensbedingungen auf der Erde nach sich ziehen wird. Die weitgehend einhellige Aussage der Wissenschaft, wie die daraus entstehenden negativen Folgen zu mildern sind, lautet, den Ausstoß von klimaschädigenden Gasen so weit wie möglich abzusenken.

Klimaschädigende Gase in erheblichem Umfang entstehen beispielsweise bei Verbrennungsprozessen in der industriellen Fertigung, beim Verkehr oder bei der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Beträchtlich schlagen auch die Belastungen zu Buche, die durch die Klimatisierung unserer Häuser anfallen.

Energieeinsparungen beim Heizen durch optimierte Technik und wärmegedämmte Gebäude zu erreichen, ist bereits seit längerem erklärtes Ziel. Was jedoch einerseits ökologisch (weniger Energieverbrauch gleich weniger Klimabelastung) und ökonomisch (weniger Energieverbrauch gleich weniger Energiekosten) sinnvoll ist, hat auch eine problematische Kehrseite. Die energiesparende Hülle aus dicht schließenden Fenstern und Fassaden "versiegelt" das Gebäude geradezu: Zwar wird der Verlust von Warmluft unterbunden, die Ableitung der unerwünschten "Bestandteile" darin wie zum Beispiel der hohe Gehalt an Luftfeuchtigkeit und angesammelten Schadstoffen unterbleibt so allerdings auch.

Automatisch geregelte Lüftungen sind meist noch die Ausnahme und somit bleibt nichts anderes übrig, als selbst durch Öffnen der Fenster für den nötigen Raumluftaustausch zu sorgen. Wird dies jedoch unterlassen, kommt es unter bestimmten Bedingungen zu kritischen, höchst unliebsamen Auswirkungen. Häufig gerade bei energetisch sanierten Altbauten kann es an sogenannten Wärmebrücken dann zu Schimmelbildung an Innenwänden oder auch Möbeln kommen. Die Ursache hierfür liegt oftmals an der Tauwasserbildung im Baukörper: In älteren Gebäuden mit Einfachverglasungen schlug sich das Tauwasser gut sichtbar an der kältesten Stelle des Raumes - eben der Fensterscheibe - nieder; nicht so bei isolierenden modernen Fenstern.

Ist der relative Feuchtigkeitsgehalt der Innenraumluft sehr hoch (zum Beispiel 70 % und mehr), kann sich Kondenswasser an den jeweils dann kältesten Raumteilen zum Beispiel Wänden und Decken niederschlagen.

Raumklima-richtiges Heizen und Lüften im Winter-RaumfeuchteWenn sich die so entstehende Feuchtigkeit dort dauerhaft ausbreiten kann, bietet sie Schimmelpilzen ideale Wachstumsbedingungen. Für ein als angenehm empfundenes Raumklima ist eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 35 % bis 65 % Voraussetzung, dennoch fällt den Bewohnern oftmals gar nicht auf, wenn sich das Raumklima verschlechtert. Hier ist ein bewußtes und gezieltes Vorgehen beim Lüften und Heizen gefordert, um eine Verbesserung in Hinsicht auf überhöhte Luftfeuchtigkeitsgehalte zu erreichen. An dieser Stelle soll das neue Angebot der Umweltberatung des Amtes einspringen:

Die kleinen Geräte zur Raumklimaüberwachung messen die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit des Innenraumes. Wird der Grenzwert von 65 % relativer Luftfeuchtigkeit überschritten, geben die Geräte ein Alarmsignal. Ebenso wird der aktuelle Taupunkt durch das Gerät angezeigt. Er bezeichnet die Temperatur, bei der die Luftfeuchtigkeit zu Wassertröpfchen kondensiert und sich so beispielsweise in Wänden niederschlagen kann.

Mittels des ebenfalls mitgelieferten Infrarotthermometers können nun kritische Raumteile, die für Feuchtigkeitsniederschlag in Frage kommen, wie zum Beispiel Fensterlaibungen, Raumecken oder Wände, punktuell gemessen werden: Liegt die dort festgestellte Temperatur dauerhaft unterhalb des vom Messgerät angezeigten Taupunktes, muss mit Feuchtigkeitsniederschlag im gemessenen Bauteil gerechnet werden. Die Ergebnisse der kleinen Messgeräte bieten zwar keinen wissenschaftlichen Nachweis, aber sie können gute Dienste dabei leisten, die Luftfeuchte in den eigenen vier Wänden einmal zu kontrollieren. Darüber hinaus ermöglichen sie den Nutzern zu überprüfen, ob die Raumfeuchtigkeit gegebenenfalls durch ein verändertes Heizungs- und Lüftungsverhalten beeinflußt werden kann.

Hierbei helfen auch die Informationen, die bei der Ausleihe der Geräte mit ausgegeben werden. Die Ausleihe erfolgt kostenlos gegen Vorlage und Datenerfassung eines gültigen Personalausweises nur an Einwohner der Stadt Mülheim an der Ruhr. Die Reservierung kann direkt über das Online-Formular im Anhang erfolgen. Interessenten können sich darüber hinaus auch unter der Rufnummer 0208 / 455-7008 oder per E-Mail an Horst Conrad (siehe Kontakt) an die Umweltberatung des Amtes für Umweltschutz wenden. 

Kontakt


Stand: 09.12.2011

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