Mauersanierung Schloß Broich
Jahrhunderte lang hatte die einstige Burg Angriffen gegnerischer Truppen getrotzt und unzählige Um- und Anbauten überstanden. Nun ist es neben dem Zahn der Zeit und lange zurückliegenden Bausünden wohl vor allem die Witterung, die Schloß Broich arg zugesetzt hat und Sanierungsmaßnahmen erfordert. Insgesamt ein gewaltiges Unterfangen, für das weder bei der Stadt Mülheim an der Ruhr noch der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST), die für das Gebäude in Erbbaupacht verantwortlich ist, finanzielle Ressourcen vorhanden sind. Nachdem der komplexe Schadensumfang von einem Sachverständigen analysiert worden ist, gab es nun konkrete Absprachen zur weiteren Vorgehensweise.
Die Ringmauer, die zur MüGa angrenzenden Umfassungsmauern und die Fassade des Schlosses wurden genau unter die Lupe genommen, nachdem sich im Herbst 2009 massive Gesteinsbrocken aus der Mauer gelöst hatten. Deutlich wurde dabei, dass über die Mauerkrone eindringendes Wasser Auswaschungen des Mörtels verursacht hatte, so dass die entstandenen Hohlräume die Stabilität der teils mächtigen Mauern gefährden. Auch die Fassade bedarf in einigen Teilbereichen einer dringenden Sanierung; unter anderem bedingt durch offen liegende Mauerfugen.
Prof. Ägidius Strack, als Projektleiter der Sanierung und des Umbaus des Schlosses Drachenburg in Königswinter renommierter Fachmann sowohl für historische Bauten als auch Förderszenarien, unterstützt die MST GmbH beratend bei diesem Sanierungsprojekt, das sich über mehrere Jahre erstrecken wird. Derzeit werden noch zur Beantragung von Fördermitteln erforderliche Gutachten erstellt, ein Finanzierungs- und Bauzeitenplan ist in Arbeit.
Seit Frühjahr 2010 abgeschlossen ist die Sanierung des Torbogens, der wegen der drohenden Einsturzgefahr dieses zentralen und stark frequentierten Zugangs in Absprache mit den Denkmalbehörden vorgezogen saniert worden ist. Während der Arbeiten offenbarten sich auch dort massive Schäden durch erhebliche Hohlräume im Kern des Mauerwerkes.
Die am stärksten einsturzgefährdeten Bereiche der Mauer wurden im Frühjahr 2011 im Rahmen einer Notsicherungsmaßnahme mit einem hölzernen "Korsett" versehen, das beide Mauerseiten einfasst und über Hunderte von Ankern miteinander verbunden ist. Diese Bohrungen werden später für die Sanierung genutzt.
Weiträumig aufgestellte Absperrgitter an den anderen gefährdeten Bereichen und Warnschilder halten die Besucher auf Distanz. Im Zuge der Konzepterstellung soll aber ebenso ermittelt werden, wie mit möglichst geringen Mitteln weitere Schäden an der Bausubstanz verhindert werden können, bis die Sanierungsmaßnahmen umgesetzt sind.
Aktuelle Maßnahmen
www.schloss-broich-muelheim.de
Kontakt
Stand: 02.08.2011





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