Migration · Integration · Interkulturelles Leben
Das Gesicht der Migration in Mülheim an der Ruhr zeigen

migration-geschichte.de: Mehr Afrika-Kultur geht kaum
Staff Benda Bilili heißt eine einzigartige Formation von acht polioversehrten Musikern, die unter freiem Himmel im Centre Ville von Kinshasa als Obdachlose leben (1)

Mehr Afrika-Kultur geht kaum

Es gibt Gruppen von Migranten oder Institutionen bei uns in Mülheim, die beklagen sich bitterlich, dass sie nicht genügend Unterstützung von der Stadt bekommen oder von anderen Stellen. „Das konnten wir nicht mehr durchführen, die Gelder sind gestrichen worden“, heißt es da. Wenn sie dann doch etwas machen, dann sind die Auftritte sehr ähnlich mit denen vor fünf, zehn oder 15 Jahren. Es hat leider etwas Stillstand Einzug gehalten.

Und dann gibt es da eine im Vergleich zu anderen Migrantengruppen zahlenmäßig recht kleine Community, die machen so richtig was los, machen einen Veranstaltung nacheinander und zeigen ihre Kultur, informieren über ihre Stärken und machen im besten Sinne Öffentlichkeitsarbeit für ein besseres Miteinander aller Kulturen in unserer Stadt: Das sind die Menschen mit schwarzafrikanischem Kulturhintergrund. Weiter so, einfach toll, das wird uns helfen, Schranken und Vorurteile abzubauen.

Die größte, bunteste, lauteste und interessanteste Veranstaltung, das „Afrika-Festival“, fand jetzt vom 20. bis 22. August in der MüGa statt. Eine kommerzielle Veranstaltung dieses Mal, durchgeführt von einer Firma, die sich zum Beispiel über Einnahmen durch die Standvermietung finanzierte, initiiert aber von unterschiedlichen gemeinnützigen Vereinen aus unserer Stadt am Fluss. Die Mülheimerinnen und Mülheimer kamen in großer Zahl, bei schönem Wetter – und hatten ihren Spaß daran.

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Als in der MüGa Staff Benda Bilili aufspielte, veranstaltet vom Ringlokschuppen, war viel Bewegung angesagt

Man braucht nicht lange zurückblicken. Die Schwarzafrikaner veranstalteten in diesem Jahr ein Sportfest am Wenderfeld, ein Gospel-Festival auf dem Spielplatz an der Engelbertuskirche und einen Afrika-Kulturtag am Papenbuschplatz. Hoffe, ich habe nichts vergessen. Oft frage ich mich dabei, wie diese Menschen das finanzieren? Da werden mal eben 1.500 Euro für eine Bühne aus der eigenen Tasche gezahlt und die Werbung, die Handzettel und Plakate werden selber entworfen und gedruckt. Manches Mal hilft ein Sponsor. „Ich will, dass sich unsere Jugendlichen mit Sinnvollem beschäftigen“, sagt mir eine Bekannte aus Ghana, „und ich will auf unsere schwarzafrikanische Kultur im positiven Sinne aufmerksam machen. Denn wir Schwarzafrikaner haben ein unübersehbares Manko in einer überwiegend weißen Gesellschaft: Wir sind Schwarz.“ Also gibt es Musik und Gesang, schöne Modenschauen, Afrikanisches Kunsthandwerk und immer wieder Leckereien von Schwarzen Kontinent, Musikinstrumente, bunte Stoffe und Schmuck, Körbe, Taschen und Tücher, Möbel und allerlei netten Kleinkram.

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Neben den Veranstaltungen, die einfach Spaß machen, werden aber vor allem auch Projekte durchgeführt, die Bedürftigen zugute kommen oder aber die Migranten aus Schwarzafrika hier in Mülheim an der Ruhr helfen sollen. Die WAZ berichtet vom Afrika-Festival: „Das gelungene und reichlich besuchte Festival diente letztlich aber einem guten Zweck: Der Kongolesische Kulturverein engagiert sich für ein Projekt in Lomela, einer der ärmsten Städte des Kongos. Hier ist eine Schule errichtet worden, die 130 mittellosen Mädchen Zugang zu kostenloser Bildung ermöglicht, die ihnen sonst verwehrt geblieben wäre. Der Verein unterstützt dieses Projekt und möchte es mit Spenden aufrecht erhalten und den Kindern zusätzlich auch medizinische Versorgung zukommen lassen. Natürlich sind hierfür Spenden willkommen: Info unter cca1-ev.de

Wer mehr wissen will über die unterschiedlichsten Projekte von Schwarzafrikanern in unserer Stadt oder von Menschen, die sich für Afrika engagieren, der sollte die Links unten im Anhang durchklicken.

Klaus Wichmann, Mülheim an der Ruhr, im August 2010

(Fotos: Herzlichen Dank an Nicole Trucksess, Bildjournalistin - trucksess.info - ruhrstadt-muelheim.de; Klaus Wichmann)


(1) Staff Benda Bilili (Kongo) Staff Benda Bilili heißt eine einzigartige Formation von acht polioversehrten Musikern, die unter freiem Himmel im Centre Ville von Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo leben und sich auf selbstgebauten Rollstühlen fortbewegen. Die französischen Filmemacher Renaud Barret and Florent de la Tullaye haben die Band fünf Jahre lang mit der Kamera begleitet. Herausgekommen ist der beim diesjährigen Filmfestival in Cannes triumphal gefeierte Dokumentarfilm „Benda Bilili!“ Der afrikanische Soul von Staff Benda Bilili ist hypnotisierend, ihre Musik ist tief in der kongolesischen Rumba verwurzelt, atmet kubanische Nonchalance und erinnert in ihrer Dynamik sogar an keinen Geringeren als James Brown, den Godfather of Soul. Ihr afrikanisches Klangspektrum paaren sie souverän mit Elementen aus Reggae und Oldschool-R&B (Quelle Text: Ringlokschuppen, Mülheim an der Ruhr; Quelle Foto: Wikipedia)


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Kontakt: vhs@muelheim-ruhr.de
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http://www.kulturbetrieb.de
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Stand: 29.08.2011

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