MIT – Mülheimer Initiative für Toleranz tagte: Bleiberechtsregelung relativiert
Unter Moderation von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld hatten sich kürzlich die Mitglieder der MIT – Mülheimer Initiative für Toleranz zu einer weiteren Zusammenkunft im Rathaus getroffen.
Im Verlauf dieser Sitzung hatte Udo Brost, Leiter der Ausländerabteilung des Ordnungsamtes, Informationen über die von den Innenministern des Bundes und der Länder verabredete neue Bleiberechtsregelung vorgestellt.
Im Verlauf der Diskussion ergab sich jedoch Gewissheit darüber, dass diese ursprünglich als eine Verbesserung gegenüber der bisherigen Regelung verabredete Bleiberechtsregelung nur etwa 5 % -10 % der betroffenen langjährig geduldeten Migrantinnen und Migranten zu Gute kommen wird.
Diese Einschätzung hat die Mitglieder der MIT darüber nachdenken lassen, weiterhin aktiv zu werden, dass das Bleiberecht für Flüchtlingskinder bzw. für langjährig Geduldete im Interesse der betroffenen Personen auf eine menschlichere Grundlage gestellt werden wird.
Der MIT-Arbeitskreis für Öffentlichkeitsarbeit wird sich mit dieser Thematik beschäftigen und dann auch darüber befinden, das weitere Vorgehen zu koordinieren.
Die Ausbildungssituation für Jugendliche und Migrantinnen und Migranten stand im Mittelpunkt dieser MIT-Zusammenkunft.
Mit Reinhard Nastaly, dem Berufsberater und Ausländerbeauftragten der Agentur für Arbeit in Mülheim an der Ruhr, sowie Holger Benninghoff, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr/Oberhausen, standen kompetente Referenten für einen ersten Einstieg in dieses Thema zur Verfügung.
Erfreut nahmen die MIT-Mitglieder von Reinhard Nastaly die Aussage zur Kenntnis, dass die Mülheimer Agentur für Arbeit den höchsten Zuwachs an Ausbildungsverhältnissen zum 1.10.2006 verzeichnen konnte. Immerhin 98 neue Ausbildungsstellen, 11,4 % mehr als im Vorjahr, standen zur Verfügung.
Und Reinhard Nastaly berichtete, dass die jugendlichen Bewerber um einen Ausbildungsplatz am Arbeitsmarkt "angekommen" sind, dass sie sich nicht mehr nur für migrationsspezifische Ausbildungsplätze interessieren und dafür bewerben. Das "Kopftuch" sei auch kein Thema mehr.
Holger Benninghoff hatte in seinen Ausführungen deutlich gemacht, dass bei der Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr mit 345 Ausbildungsverträgen, zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2006/2007, 62 Ausbildungsplätze mehr zur Verfügung standen als im Jahr zuvor.
Dennoch, die Situation auf dem Ausbildungsmarkt bleibe angesichts einer noch vorhandenen Zahl unversorgt gebliebener Jugendlicher weiterhin besorgniserregend und bedürfe weiterer vermittelnder Unterstützung, auch im Hinblick auf die zu Ende zu führende Ausbildungszeit und einen Abschluss der jeweiligen Ausbildung.
Die MIT wird sich in ihrer nächsten Zusammenkunft der Ausbildungssituation im Bereich der Industrie und des Handels widmen und überlegen, ob und inwieweit durch die freiwillige Unterstützung durch "Ausbildungspaten" eine konkrete Hilfestellung in einzelnen Fällen gegeben und vermittelt werden kann. Entsprechende Überlegungen sollen mit dem CBE, dem Centrum für bürgerschaftliches Engagement, erörtert werden.
Aus dem Bereich des Arbeitskreises für Öffentlichkeitsarbeit hatte Klaus Wichmann Kenntnis davon gegeben, dass eine weitere MIT-Publikation veröffentlicht wurde. Sie beschreibt die Entwicklung in den Jahren 2004 bis 2006 und macht damit die von der MIT geleistete Arbeit in diesem dreijährigen Zeitraum deutlich.
Auch konnte Klaus Wichmann über den Beginn der Kreativaktion "Mein Freund ist Ausländer! Mein Freund ist Deutscher! Na und?" berichten. Immerhin sechs Malschulen bzw. Jugendheime haben ihre Unterstützung und Mitarbeit bei dieser Aktion zugesagt. Die Aktion läuft bis zum Ende des Schuljahres und wird im August mit einer Ausstellung in der Heinrich-Thöne-Volkshochschule sowie einer Einstellung aller eingereichten Arbeiten in das Internet enden.
Als eine interessante Bereicherung nahmen die MIT-Mitglieder Ausführungen von Klaus Wichmann zu dem für das Jubiläumsjahr 2008 angedachten Projekt "Migration und Geschichte" zur Kenntnis. Bei diesem Projekt geht es darum, die Migrationsgeschichte in unserer Stadt darzustellen. Denn, sie stellt einen Schwerpunkt der 200-jährigen Stadtgeschichte dar. "Suchen, sammeln, sichten, sichern, analysieren und gewichten", so beschrieb er die Aufgaben bis zum endgültigen Abschluss dieser Konzeption.
Damit auch individuelle Migrationsgeschichten einbezogen und das Projekt insgesamt auf eine breitere Grundlage gestellt werden kann, bittet Klaus Wichmann, Einzelpersonen, Vereine und Verbände mögen sich mit eigenständigen Beiträgen, z.B. aus der eigenen Familien- bzw. Vereinsgeschichte, in die Präsentation einbringen. Wer dies für sich vorsehen möchte, wird gebeten, sich an Klaus Wichmann, Tel: 0208-37 12 11, zu wenden.
Aus dem Arbeitskreis "Aktion Stolpersteine" hatte dessen Sprecher, Hans-Dieter Strunck, Kenntnis von der letzten Zusammenkunft dieses Arbeitskreises gegeben. Für 51 zu verlegende "Stolpersteine" lägen inzwischen Spenden vor bzw. wären Spenden zugesagt. Am 11. Oktober 2007 wird Gunter Demnig, der Künstler, der die Aktion "Stolpersteine" im Bundesgebiet begründet hat, zur Verlegung weiterer Steine in unsere Stadt kommen. Bis dahin werden die Mitglieder des Arbeitskreises bestrebt sein, Informationen über die Personen, an die mit einem "Stolperstein" erinnert wird, zu ermitteln.
Für den bisher als Geschäftsführer der MIT – Mülheimer Initiative für Toleranz tätigen Mitarbeiter im OB-Büro, F.-Wilhelm von Gehlen, wird künftig der Integrationsbeauftragte der Stadt, Bahri Karakus, die Geschäfte der größten Bürgerinitiative in unserer Stadt führen. Dies teilte die Moderatorin der MIT, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, den MIT-Mitgliedern bei dieser Zusammenkunft mit. Sie nahm diese Mitteilung zum Anlass, dem bisherigen Geschäftsführer für die engagierte Wahrnehmung seiner Aufgabe sehr herzlich zu danken. Klaus Wichmann konkretisierte diesen Dank aus der Sicht der Öffentlichkeitsarbeit der MIT, schenkte ihm, stellvertretend für alle Mitglieder der MIT, ein Bild "sei kein Frosch" und lud ihn ein, künftig in der MIT weiter mitzuarbeiten.
Kontakt
Stand: 01.02.2007













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