Archiv-Beitrag vom 13.11.2012Mit dem Auberg für die Natur punkten

RVR und Stadt Mülheim an der Ruhr richten Ökokonto ein

Für den Auberg richten der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Stadt Mülheim an der Ruhr ein Ökokonto ein. Der Verband hat den ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr 2008 übernommen und in enger Abstimmung mit der Stadt ökologisch aufgewertet. Die bereits realisierten und künftigen Maßnahmen werden dem einzurichtenden Ökokonto gutgeschrieben und bei Eingriffen im Mülheimer Stadtgebiet gegen Entgelt verrechnet. Mülheims Umweltdezernent Prof. Peter Vermeulen und RVR-Bereichsleiter Umwelt, Ulrich Carow, haben am 13. November die Zusammenarbeit schriftlich besiegelt.

Vertragsunterzeichnung auf dem Növerhof am Rande des Aubergs: Mülheims Umweltdezernent Peter Vermeulen und Dezernent Ulrich Carow vom RVR

Vertragsunterzeichnung auf dem Növerhof am Rande des Aubergs: Mülheims Umweltdezernent Peter Vermeulen und Dezernent Ulrich Carow vom RVR
(Foto: RVR)

Grundlage des Ökokontos ist das Gutachten des Planungsbüros Uventus aus dem Jahr 2008, das zahlreiche Maßnahmen auflistet, die den Auberg ökologisch verbessern. Ziel ist es, die strukturelle Vielfalt des Raumes und seine Natürlichkeit zu erhalten und zu entwickeln. Gleichzeitig soll das Areal durch gezielte Besucherlenkung erlebbar gemacht werden, ohne die Lebensräume von Flora und Fauna empfindlich zu stören.

Bislang wurden Obstwiesen angelegt und Hochlandrinder zur Pflege eingesetzt, Pyramidenpappeln gefällt und durch heimische Gehölze ersetzt, die Wiesen extensiv oder nur mit eingeschränkter Düngung bewirtschaftet und die Orchideenwiese weiterentwickelt. Demnächst wird die Durchgängigkeit des Haubachs wiederhergestellt.

Gleichzeitig sind auch Maßnahmen durchgeführt worden, die der Erholung dienen, jedoch nicht als Kompensation angerechnet werden. So wurde das Wegenetz verbessert, Schau- und Informationstafeln aufgestellt und die 50.000 Quadratmeter große Hundeauslaufwiese geschaffen.

Umwelt-Sparbuch anlegen

Jede Baumaßnahme ist ein Eingriff in Natur und Landschaft und muss an anderer Stelle kompensiert werden. So sieht es das Landschaftsgesetz vor. Bisher war es üblich, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in direktem Zusammenhang mit der Maßnahme vorzunehmen. Nun bietet das "Ökokonto" die Möglichkeit, Ersatzmaßnahmen durchzuführen, bevor überhaupt ein Eingriff erfolgt ist. So sammelt sich erst ein Guthaben auf dem Umweltkonto an, das bei späteren Beeinträchtigungen in Natur und Landschaft abgebucht werden kann.

Ökologisches Bodenfondsmanagement des RVR

Gerade in einem Ballungsraum wie der Metropole Ruhr sind Flächen, die den Verlust von Freiflächen oder Biotopen ausgleichen können, nur unzureichend verfügbar. Der Regionalverband Ruhr stellt geeignete Liegenschaften im Rahmen seines ökologischen Bodenfondsmanagements bereit, die von den Städten und Kreisen der Metropole Ruhr und Investoren als Kompensation genutzt werden können.

Ein gemeinsames und flexibles Flächenmanagement des RVR und seiner Mitgliedskommunen bei Kompensationsmaßnahmen dient unter anderem der Standortsicherung, Entwicklung und Ansiedlung von Unternehmen. Zudem werden die RVR-Liegenschaften nach ökologischen Kriterien weiterentwickelt und gestörte Ökosysteme wiederhergestellt. Durch die Arrondierung von Kompensationsflächen wird ein effektives und kostengünstiges Pflege- und Entwicklungsmanagement erreicht.

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Stand: 13.11.2012

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