MüGa-Vandalismus: Verwaltungsvorstand beschließt "Task Force MüGa-Vandalismus"
In seiner Sitzung am 23. Juli 2002 hat sich der Verwaltungsvorstand mit dem Problem des immer stärker werdenden Vandalismus in Mülheim befasst. Besonders betroffen ist immer wieder die MüGa, wo die Zerstörungen inzwischen – so Oberbürgermeister Dr. Jens Baganz – „exzessive Ausmaße“ erreicht haben. Die Liste der Beschädigungen ist lang: Es werden Treppengeländer herausgerissen, Lampen zertrümmert, zerbrochene Glasflaschen und Scherben in Sandkästen geworfen, die beliebten rotierenden Scheiben abgerissen, Mülleimer aus der Verankerung und Fahnen von den Masten gerissen, Bänke kurz und klein geschlagen u.a. mehr. Immer öfter ziehen sich Spuren von Verwüstung und Müll durch die MüGa. In der Summe belaufen sich allein die Schäden dieses Jahres auf rund 34.000 EURO.
Auch die Stadthalle ist zunehmend Objekt von blinder Zerstörungswut. Graffiti, Verunreinigungen, zerschlagene Lampen und eingeschlagene Fensterscheiben sind an der Tagesordnung. Eine der schönsten Stadthallen des Landes – im Dumont-Kunstführer als „venetianischer Uferpalast“ beschrieben – wird systematisch demoliert.

Gegen die Zerstörungen an einer der schönsten Stadthallen Deutschlands will der Verwaltungsvorstand vorgehen
Der Verwaltungsvorstand ist nicht mehr bereit, diese Zerstörungswut hinzunehmen, und hat über Gegenmaßnahmen beraten. Beschlossen wurde die Einrichtung einer „Task Force MüGa-Vandalismus“, die binnen weniger Wochen eine entsprechende Konzeption entwickeln soll. Angehören werden ihr Mitarbeiter der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST), des Eigenbetriebs Grün & Wald, des Dezernats Recht und Ordnung und der Mülheimer Polizei. Oberbürgermeister Baganz hatte in dieser Angelegenheit Kontakt zur Polizeipräsidentin Gisela Röttger-Husemann aufgenommen.
Beraten werden soll u.a. über Möglichkeiten einer deutlich verstärkten Präsenz von Polizei bzw. zivilem Ordnungs-personal mit umfassenden Eingriffsbefugnissen und der juristischen Haftbarmachung für sämtliche angerichteten Schäden. Auch die Installation von Kameras – insbes. an der Stadthalle – wird überprüft. Dazu Baganz: „Uns reicht es jetzt. Wer glaubt, er könne ungestraft in dieser Stadt alles kurz und klein schlagen, hat sich geirrt.“
Aber auch die Rolle der Elternhäuser muss nach Auffassung des Oberbürgermeisters hinterfragt werden: „Wo bleibt eigentlich bei Jugendlichen, die sich Tag für Tag bis zur Besinnungslosigkeit betrinken, die Verantwortung der Eltern?“
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Stand: 23.07.2002













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