Archiv-Beitrag vom 01.02.2010Mülheim an der Ruhr hat keinen Platz für Rechtsextremismus!

Breites Bündnis will mit einer Plakataktion Zeichen setzen - OB unterstützt die Kampagne

Angesichts der Entwicklung von rechtsextremistischen Aktivitäten, Strukturen und Gruppen in Mülheim an der Ruhr, will die örtliche Arbeitsgemeinschaft der Offenen Türen - AGOT - gemeinsam mit den im Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr vertretenen Parteien und allen verantwortlichen gesellschaftlichen Organisationen, Kirchen und Gewerkschaften mit der Kampagne:

Mülheim an der Ruhr

hat keinen Platz für Rechtsextremismus 

ein Zeichen setzen und Ansporn sein für weitere Initiativen.

Am Freitag (29.1.2010) fiel der Startschuss für die Plakatkampagne im Kinder- und Jugendtreff "Altes Wachhaus". In einem breiten Bündnis "mit allen Demokraten der Stadt" soll das Plakat an möglichst vielen Stellen zu sehen sein. Als Signal, dass "rechtsextremistische Menschenverachtung" nicht willkommen ist in unserer Stadt.

 

 PK Mülheim gegen rechts. Altes Wachhaus, Oxforder Straße. 29.01.2010 Foto: Walter Schernstein

Startschuss zur Plakatkampagne der AGOT "Mülheim an der Ruhr hat keinen Platz für Rechtsextremismus" vor dem Kinder- und Jugendtreff "Altes Wachhaus" in Holthausen: Gruppenleiterin Silke Eichelbaum (1.v.l.), Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (2.v.l.), Anett Streubel vom Sozialverein für Lesben und Schwule (2.v.r.), Ralf-Erik Posselt von der Mülheimer Initiative für Toleranz (MIT), Christina Hartmann vom Jugendzentrum "Der springende Punkt", St. Barbara (1.v.r.) und eine Kindergruppe aus dem Alten Wachhaus. Nicht im Bild: Torsten Schrodt vom Stadtjugendring.

Foto: Walter Schernstein 

Die AGOT will Parteien, Initiativen, Jugendgruppen und -verbände, Kirchen, Gewerkschaften, Vereine, Schulen und andere als Unterstützer gewinnen, viele sind schon im Boot. Nicht nur die Plakate sollen vielerorts aushängen. "Sie sollen die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus stärker zum Gesprächsthema machen", so Silke Eichelbaum vom Kinder- und Jugendtreff "Altes Wachhaus". Sie hofft darauf, dass diese Kampagne auch zu mehr Verständnis, vor allem bei Jugendlichen, beiträgt. "Einige  besuchen bereits Seminare und tragen dieses Thema weiter." Aktionen, möglichst von jungen Mülheimern selbst entwickelt, sollen folgen. Aufklärung über rechtsextremes Wirken sei nötig. Mit dem Jugendstadtrat plane man bereits weitergehende Aktionen. 
"Die Unklarheit und Uninformiertheit bei den Jugendlichen ist ein Problem.", so auch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Daher sollen ebenfalls Schulprojekte das Thema aufgreifen und frühzeitig infomieren.

Der Anstoß für die Plakataktion kam aus den Jugendzentren der Stadt. Die Jugendlichen stehen deshalb im Mittelpunkt von AGOT und deren Mitstreitern. "Rechtsextreme Strömungen scheinen für Jugendliche immer attraktiver zu werden", sagt Ralf-Erik Posselt von der Mülheimer Initiative für Toleranz (MIT), unter anderem mit Blick auf rund 1000 Stimmen bei der letzten Kommunalwahl für rechte Parteien. "Dem müssen wir entgegenstehen", bekräftigt auch Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld, selbst MIT-Vorsitzende. In Mülheim an der Ruhr stünden Gott sei Dank noch keine rechtsextremistische Parteien im Rat der Stadt. Die OB weiß aber auch, wie wichtig es sei, stets sensibel bei diesem Thema zu bleiben. "Ich empfinde daher Stolz, Dankbarkeit und Anerkennung für die Initiatoren der Kampagne.", so Dagmar Mühlenfeld. Im  Kreis der Oberbürgermeister und Landräte der betroffenen Städte würde ebenfalls diskutiert, deutliche Zeichen demokratischer Wehrhaftigkeit zu setzen. Auch im Verwaltungsvorstand der Stadt Mülheim an der Ruhr stieße die Aktion auf breite Zustimmung. Die OB könne somit die Unterstützung der Verwaltung zusichern, die Plakate mit einem möglichst hohen Verbreitungsgrad in alle Fachbereiche, öffentliche Ämter und Eigenbetriebe zu tragen. "Die Plakatkampagne ist ein tolles Zeichen von demokratischem Bewusstsein", so die OB.

 

"Ihr müsst andere nicht schwach machen, um stark zu sein!"

 

Torsten Schrodt (Stadtjugendring) nimmt wahr, "dass die Angst vor allem, was fremd ist, wieder steigt". Das habe seine Ursache wohl in dem Umstand, dass das Leben riskanter und unsicherer werde. "Jugendliche halten sich an etwas fest, benötigen klare Strukturen.", so Schrodt. Rechtsextreme Gruppierungen würden somit gerade um die jungen Menschen ohne konkrete Perspektive buhlen. Damit rechte Gruppierungen mit ihren Anwerbeversuchen keinen Erfolg erzielen, sei es "eine große Aufgabe der Jugendarbeit, immer wieder auf die demokratische Ordnung hinzuweisen: Ihr seid was wert – Ihr müsst andere nicht schwach machen, um stark zu sein!". Ziel sei es dabei, einen Diskussionsprozess in Gang zu halten.

Unterstützer und Initiatoren der Plakataktion berichten über zunehmende Vorbehalte bis hin zu offener Ablehnung gegenüber Menschen, die auf den ersten Blick anders scheinen: ob Ausländer, Homosexuelle oder Behinderte. Umso wichtiger sei die Kampagne. Denn, so Dagmar Mühlenfeld abschließend "Es gibt auch positive Beispiele in unserer Stadt." So sei ihr auf der Kuratoriumssitzung des Max-Planck-Instituts von Gastprofessoren aus England und Indien beispielsweise berichtet worden, wie offen und freundlich die Menschen in Mülheim und wie warm sie hier empfangen worden seien. Wichtig sei es dabei die Balance zu halten. "Wir müssen die Brücke hinkriegen. Mülheim ist eine offene Stadt." Durch viele Kooperationspartner entstehe so ein Netzwerk gegen rechte Ströme und "das Gemeinsame ist das Beste daran", resümiert die Oberbürgermeisterin. 


 

Die AGOT sucht noch Sponsoren für die Plakatproduktion.
Kontakt unter der Telefonnummer 02 08 / 45 00 38 00.

  

 

 

 

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Stand: 03.02.2010

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