Archiv-Beitrag vom 30.08.2016Mülheim bildet - Von Anfang an

Weiterentwicklung und Evaluation von Early Excellence in städtischen Kindertageseinrichtungen

Vor acht Jahren hat die erste städtische Kita mit dem Programm Early Excellence begonnen. Längst sind alle dabei. Nun soll es weiterentwickelt werden.

10 Jahre Early-Excellence in DeutschlandRund 5000 Kindergartenkinder gibt es derzeit in Mülheim, etwa die Hälfte besucht städtische Kindertageseinrichtungen. Das Early-Excellence-Konzept (EEC), das in den vergangenen acht Jahren nach und nach in allen 38 städtischen Kitas eingeführt wurde, soll nun gezielt weiterentwickelt werden. Die Stadt informierte die Kita-Leitungen am 29. August 2016 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung über ihre Pläne.

Ziel der Evaluation und Auswertung sind die praktische und konzeptionelle Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in den Einrichtungen, die Sicherstellung eines Höchstmaßes an Transparenz für Eltern und (Fach-)Öffentlichkeit und die Herstellung von Nachhaltigkeit in der Weiterführung des Prozesses.

„Wir sind nach wie vor begeistert von dem Konzept“, sagt Sozialdezernent Ulrich Ernst im Anschluss an die Infoveranstaltung. Die Erzieherinnen, die Early Excellence tagtäglich umsetzen müssen, teilten ebenfalls die Meinung des Sozialdezernenten. Doch nun sei es an der Zeit, das Konzept auf den Prüfstand zu stellen, hinzusehen, wo man wirklich steht, wie das pädagogische Handeln aussieht und was davon bei den Kindern tatsächlich ankommt.

"Es geht nicht nur um den Ist-Zustand, sondern auch darum, EEC weiterzuentwickeln", erklärte Prof. Dr. Sabine Hebenstreit-Müller, die der Stadt als Beraterin zur Seite steht. Sie lehrt in Halle Kleinkindpädagogik, ist Direktorin des Berliner Pestalozzi-Fröbel-Hauses, das Träger von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ist. Laut Hebenstreit-Müller ist EEC ein flexibles System, das sich anpassen könne. „Dafür aber müssen wir systematisch von außen draufschauen und fragen: Wie sieht es vor Ort aus?“

Das Projekt gliedert sich in vier Qualifizierungsmodule, die von den Teams der Einrichtungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Anspruch genommen werden.

Modul 1: Offene Arbeit

Es erfolgt eine differenzierte Reflektion und Weitereentwicklung der pädagogischen Arbeit im offenen Konzept. Im Fokus steht die Unterstützung und Begleitung der Kinder in ihren Bildungs- und Selbstbildungsprozessen sowie die konkrete Umsetzung in den praktischen Alltag der Einrichtungen. Heißt: Offene Arbeit will optimale Lernvoraussetzungen für die individuelle Entwicklung bieten. Dazu gehöre, dass sie Aktivitäten und Spielpartner selbst wählen können. Dabei sei eine stimulierende Umgebung vonnöten, anregende Bildungsräume sowie eine gute Begleitung durch die pädagogischen Fachkräfte.

Modul 2: Scanning von Wohlbefinden und Engagiertheit

Das "Scanning-Verfahren" richtet den Blick auf die Frage, wie das, was in der Einrichtung angeboten und praktiziert wird, bei den Kindern ankommt. "Die Beobachtung der Engagiertheit und des Wohlbefindens des Kindes gibt zum Beispiel wichtige Hinweise auf die Intensität der aktuellen Bildungsprozesse des Kindes," erklärt Karin Bode-Brock, Pädagogische Fachaufsicht und Beraterin der Tageseinrichtungen im Amt für Kinder, Jugend und Schule.

Modul 3: Kognitiv anregende Interaktion mit Kindern (KAI)

Die Interaktionskompetenz von Pädagogen ist eine wichtige Voraussetzung für die optimale Begleitung und Förderung der Kinder. KAI gibt den Fachkräften Anregungen, wie sie im pädagogischen Alltag mit dem Kind in einen anregungsreichen Dialog treten können und es zum Nachdenken, Abwägen und Argumentieren anregen.

Modul 4: Sprache

Ausgehend vom bereits angewendeten Instrument BaSik zur Beobachtung der Sprachfähigkeiten des Kindes werden die Fragen nach dem Sprachverständnis, den semantisch-lexikalischen und den pragmatischen Sprachkompetenzen in den Blick genommen. Ziel ist es, die Daten einrichtungsspezifisch und -vergleichend auswerten zu können.

Was ist Early Excellence?

Junge spielt mit der Magnetwand in der Kita Menschenskinder. Teilnahme am EEC-Projekt.

Die zentrale Aussage des Early Excellence-Modells lautet: Jedes Kind ist exzellent. Das Kind soll mit seinen individuellen Ressourcen bestmöglich gefördert werden. Vielseitiges Lernen aus sich heraus soll ermöglicht, der Forscherdrang unterstützt werden.

Erzieherinnen bieten den Kindern eine herausfordernde Umgebung an. In jeder Abteilung werden ihnen die wichtigsten Funktions- und Themenbereiche als Spielanregung angeboten. So können sie selbstbestimmt ihren Bedürfnissen nachgehen.

Hier finden Sie weitere Informationen zu EEC.

Offene Arbeit wolle optimale Lernvoraussetzungen für die individuelle Entwicklung bieten. Dazu gehöre, dass sie Aktivitäten und Spielpartner selbst wählen können. Eine stimulierende Umgebung sei vonnöten, anregende Bildungsräume sowie eine gute Begleitung durch die pädagogischen Fachkräfte.
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Stand: 30.08.2016

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