"MÜLHEIM HILFT" – eine Erfolgsstory

Tsunami: Die unglaubliche Katastrophe im Dezember 2004 kommt uns in der heute so schnell vergesslichen Zeit wie aus ferner Vergangenheit vor. Die Aktion "MÜLHEIM HILFT", die auf Grund der unmittelbaren Initiative von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld ins Leben gerufen wurde, konnte über 24.000 EURO für Hilfsmaßnahmen zur Verfügung stellen. Der Internationale Club der Schlitzohren, der weltweit bedürftige Kinder unterstützt, hat über seine Mitglieder und Sponsoren 60.000 EURO gesammelt.

Der Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr schloss sich der Idee der "Schlitzohren" an, diese Spendengelder zum Aufbau einer Dorfschule und der Unterstützung der Bevölkerung beim Wiederaufbau ihres Dorfes Kalamatiya, welches durch den Tsunami total vernichtet wurde, zu verwenden. Im Distrikt Hambantota, im Süden Sri Lankas, wurde mit sehr viel Fleiß und persönlichem Einsatz, eine beispielhafte Erfolgsstory geschrieben.

 Ein Blick zurück:

Anfang Mai 2005 unternahmen Kurtludwig Lindgens und Werner Bungert als Vorsitzender des Internationalen Clubs der Schlitzohren mit Walter Schernstein, dem Fotografen der Stadt Mülheim an der Ruhr, eine Reise nach Sri Lanka, um sich vor Ort persönlich zu orientieren und notwendige Maßmnahmen zu besprechen und einzuleiten. Durch persönliche Kontakte konnten sie sich der Mitarbeit von Percy Silva, einem inzwischen pensionierten General Manager einer befreundeten Lederfabrik,versichern,der sich voll und ganz für diese Hilfe verpflichtete: " I have no money but time enough. I will help you."

Zunächst ging es um Bürokratie: So entstand die Idee eine Stiftung zu gründen, die aber aus hauptsächlich rechtlichen und folgewirksamen Gründen verworfen wurde. Dann wurden Verhandlungen geführt mit den zuständigen Behörden, um sicherzustellen, dass die gespendeten Gelder nicht durch irgendwelche Gebühren oder Steuern belastet würden, und außerdem musste vor Ort in vielen Gesprächen mit den Betroffenen und den evtl. einzusetzenden Firmen Einzelheiten festgelegt werden. Eine weitere Reise bis Anfang Dezember 2005, die auch privat finanziert wurde, unternahmen Walter Schernstein und Werner Bungert, um dann endgültig "und mit gutem Gewissen" die Entscheidung für die Verwendung der Gelder zu treffen. So konnte ein Konto eröffnet werden, das wegen der garantierten Tsunami-Hilfe ohne irgendwelche Abzüge sogar mit über 10%iger Verzinsung des jeweiligen Guthabens geführt wurde.

zerstörte Häuser

die Neubauten

Dann wurden die Einzelheiten festgelegt, dass 30 Häuser des neuerbauten Dorfes Kalamatiya (eine amerikanische Organisation hat sie errichtet) vollständig eingerichtet werden, mit erforderlichem Mobiliar einschließlich der Ausstattung für Bettzeug, Küchengeräte, je einem Kühlschrank und eines Fernsehgerätes.

Möbel treffen ein

alles ist fertig

In der Schule Bata Atha Junior wurden 15 Tische und Stühle für die Lehrer, 60 Stühle für die Aula, sowie Fernseh- und DVD-Gerät, Fax-Geräte, Kopierer, Telefon, außerdem ein Gebäude mit zwei Klassenräumen komplett mit Böden, Wänden und Dach restauriert und vollständig mit neuer Elektrizität, Schulbänken und Stühlen für 90 Schüler, 10 Computer-Sets mit Tischen und Stühlen, sowie ein neues Gebäude für die Lehrer mit Besprechungs- und Übernachtungsmöglichkeit geschaffen.

der Computerraum

alter Klassenraum

ein neugestaltete Klassenraum

Das Lehrergebäude war besonders wichtig, da viele Lehrer täglich bis zu zwölf Kilometer zu Fuß gehen müssen, bevor sie unterrichten können.

Fundamente für das Lehrerhaus

das fertiggestellte Lehrerhaus

An die Aktion "MÜLHEIM HILFT" erinnert ein Bild, das die Schülerinnen und Schüler der Schule auf die Wand des Lehrerhauses gemalt haben - eine Spende vom 80jährigen Otto Dobs.

Im Dorf Seenigama, an der Westküste Sri Lankas, und angrenzenden kleineren Dörfern hat man insgesamt 9 Häuser für dort geschädigte Familien neu gebaut und eingerichtet. In längeren Verhandlungen und Klärung der Eigentumsverhältnisse wurden hierfür auch die Grundstücke gekauft. Natürlich kann man sich die neu errichteten Gebäude nicht so vorstellen, wie wir sie hier in Deutschland gewohnt sind.

Hausneubau im Dorf Seenigama

Die Bedürfnisse sind anderer Natur. Das Klima spielt eine andere Rolle als bei uns. So wurden nach den Grundrissen angefertigter Betonplatten, Wände aus Zementsteinen errichtet und verputzt und Fenster eingesetzt. Das Dach besteht aus Balken, Sparren und Dachziegeln, da eine Isolierung nicht erforderlich ist.

Schlüsselübergabe an einen dankbaren Hausbesitzer

Percy Silva (auf unserem Fotos oben links), der sehr viele Male von Colombo zu den von uns unterstützten Orten gefahren ist, der die Verhandlungen mit den Firmen führte und die Überwachung der Baumaßnahmen, sowie der Auslieferung aller Möbel und anderer Geräte überwachte, hat also mit viel Fleiß und Können die Spendengelder auf sparsame Weise optimal eingesetzt.

Man muss sich dies einmal vor Augen führen:

Für rund € 80.000,- wurden

30 Häuser möbliert,

1 Schulgebäude für 90 Kinder vollständig restauriert und ausgestattet,

1 Lehrerhaus komplett gebaut und eingerichtet,

1 Computerraum ausgerüstet,

das Lehrerkollegium mit Möbeln und Technik versorgt,

sowie in einem anderen Ort 9 Einfamilienhäuser gebaut und eingerichtet

- für uns hier in Deutschland ist dies eine unvorstellbare Leistung.

Auf Grund der beiden Reisen wurden viele Hilfsmaßnahmen anderer Organisationen und Staaten beobachten. Aus vielen Gesprächen hörte man immer wieder von eingesetzten Mitteln mit unglaubwürdigen Zahlen.

"Wir können nun mit Dankbarkeit gegenüber allen Spendern vom erfolgreichen Abschluss der Aktion "MÜLHEIM HILFT" berichten," freuen sich Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Schlitzohren-Vorsitzender Werner Bungert. "Es kommt nicht oft vor, dass 100% der Spendengelder unmittelbar in Hilfsprojekte fließen."

Die nachhaltige Wirkung und die bleibende Verbindung vor allem zur Bata Atha Junior School wird durch die GEW Gewerkkschaft Erziehung und Wissenschaft, die je € 1.200,- in den nächsten fünf Jahren dorthin spendet, und durch den Internationalen Club der Schlitzohren gewährleistet.

An die Aktion "MÜLHEIM HILFT" erinnert ein Bild, das die Schülerinnen und Schüler der Schule auf die Wand des Lehrerhauses gemalt haben, eine Spende vom 80jährigen Otto Dobs. Und da Bilder sprechen können, soll das "Vorher – Nachher" (erläutert durch die Fotos von Walter Schernstein) das Geschaffene dokumentieren.

Kontakt


Stand: 03.11.2006

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