Mülheim setzt auf bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld hat am 6. Dezember 2004 gemeinsam mit Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche, der Unternehmerverbände, der Industrie- und Handelskammer, der Kreishandwerkerschaft, der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes das Mülheimer Bündnis für Familie gegründet.

Mülheimer Bündnis für Familie gegründet.
Auftaktveranstaltung, 6.12.2004
von links: Hartwig Kistner und Regina Arntz für die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände, Walter Papendorf für die Kreishandwerkerschaft, Dagmar Mühlenfeld Oberbürgermeisterin und Schirmherrin, Bundesministerin Renate Schmidt, Frank Kastrup für den Kirchenkreis An der Ruhr, Heinz Lison für die Unternehmerverbandsgruppe Ruhr-Niederrhein, Ulrich Dörr für den Deutschen Gewerkschaftsbund und Dirk Grünewald für die Industrie- und Handelskammer zu Essen.
Foto: Walter Schernstein
Das Bündnis will sich vor allem für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen. Dazu sollen auch verstärkt Unternehmen und Betriebe gewonnen werden. Die bereits aktiven Partner wollen sich noch effektiver vernetzen. In ihrer Auftaktrede in Mülheim an der Ruhr betonte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, dass Familienfreundlichkeit ein zunehmend wichtiger Standortfaktor sei, der allen Gewinn bringt: den Familien, der Stadt, aber auch den "Unternehmen, die erkannt haben, dass ein familienfreundliches Klima nicht nur die Voraussetzung einer funktionierenden Personalpolitik, sondern auch ein harter wirtschaftlicher Faktor ist." Bereits am 8.7.2004 hat der Rat der Stadt beschlossen, sich aktiv für die Schaffung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen zu engagieren. "Denn die demografische Entwicklung bereitet vielen Entscheidungsträgern auch in unserer Stadt große Sorgen", betont die Oberbürgermeisterin. "Obwohl von jungen Menschen bei Befragungen durchaus der Wunsch nach Kindern geäußert wird, zeigt die rückläufige Geburtenrate ein anderes Bild. Häufig wird die fehlende Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Grund dafür angegeben, auf Kinder zu verzichten." Dieser Entwicklung will das Mülheimer Bündnis für Familie nun mit vereinten Kräften entgegenwirken. In der heute unterzeichneten Gründungserklärung verpflichteten sich die Kuratoren, familienfreundliche Maßnahmen und Projekte in ihren Wirkungsbereichen nachhaltig zu fördern. Im Mittelpunkt der künftigen Arbeit soll dabei vor allem der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen stehen. Das Bündnis kann hier bereits auf erste Erfolge verweisen. Im Anschluss an die offizielle Gründung wurde z.B. die im August 2004 gestartete "Servicestelle für Betreuungsangelegenheiten" vorgestellt. Sie informiert über sämtliche private und öffentliche Betreuungsangebote der Stadt, von der kurzfristigen Betreuung durch Tagesmütter über freie Kita-Plätze bis zum Angebot an Offenen Ganztagsgrundschulen. Ziel der Servicestelle ist es, den Eltern der Stadt möglichst passgenaue und individuelle Betreuungsplätze anzubieten. Mit von der Partie sind aber auch schon große Unternehmen. Vertreter der regionalen Niederlassungen von Siemens und von der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) legten den Teilnehmern der Veranstaltung dar, warum sie in Kinderbetreuungsprojekte für ihre Mitarbeiter investieren und an einer engen Zusammenarbeit mit dem neugegründeten Bündnis interessiert sind. Die Bundesinitiative "Lokale Bündnisse für Familie" ist von Bundesministerin Renate Schmidt im Januar 2004 gegründet worden. Ziel ist es, familienfreundliche Strukturen auf lokaler Ebene mit Hilfe aller gesellschaftlichen und politischen Gruppen zu stärken, bestehende Initiativen zu vernetzen und auszubauen. Dabei geht es zum Beispiel um die Anpassung der Öffnungszeiten von Ämtern, Unternehmen und öffentlichem Nahverkehr oder um den gemeinsamen Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten. 112 Bündnisse haben bereits ihre Arbeit aufgenommen, an rund 240 Standorten berät das Servicebüro des Bundesministeriums.
Ansprechpartner in Mülheim an der Ruhr:
Heinz-Hermann Ernst
Tel.: 0208 – 455 99 44
Email: heinz-hermann.ernst@stadt-mh.de
Kontakt
Stand: 07.12.2004













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