Archiv-Beitrag vom 16.10.2008Mülheim Tagungsort für Workshop zu Familien mit Migrationshintergrund

Einführungsrede von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld

zur Eröffnung des Workshops zu Familien mit Migrationshintergrund

13.10.08, Stadthalle

Workshop Integration, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld.Foto: NN

Workshop Integration, Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (links) mit den Referenten in der Stadthalle

 

Meine sehr geehrten Herren und Damen.

Willkommen in unserer schönen Stadthalle.

MH ist gerne Ausrichterin dieser Veranstaltung, bei der Familien mit Zuwanderungsgeschichte im Mittelpunkt stehen. Es ist für die kommunale Entwicklung und Ausrichtung unserer Politik von großer Bedeutung, die Lage von Familien mit Zuwanderungsgeschichte zu identifizieren und sichtbar zu machen.

Die Informationen, die uns Faktor Familie liefert, sind uns zugleich Herausforderung und Lösungsansatz für Familien- und Integrationspolitik. Wir haben in Mülheim erkannt, dass wir mehr über Familien mit Zuwanderungsgeschichte wissen müssen, um effektive Unterstützung leisten zu können. Deshalb wird in unserem Familienbericht auch explizit auf Familien mit Zuwanderungsgeschichte eingegangen. Ihre Lebenssituation wird aufgezeigt bzw. die Unterscheidungen von Familien ohne Zuwanderungsgeschichte deutlich gemacht.

Das reicht aber nicht aus, denn im Familienbericht der Familienbefragung sind die Familien mit Migrationshintergrund unterpräsentiert. Wir brauchen weitere Daten und Fakten, die sich genau auf diese Zielgruppe richten. Wir arbeiten bereits daran, diese zusammenzutragen.

Einige Zahlen zu MH:

In unserer Stadt leben etwa 17.000 Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Das sind knapp zehn Prozent unserer Einwohner. Dieser Wert liegt unter dem vieler Ruhrgebietsstädte. In ca. 3.700 nichtdeutschen Haushalten leben Kinder unter 18 Jahren. Und 18 Prozent der nichtdeutschen Familienhaushalte sind kinderreiche Familien (drei oder mehr Kinder).

Eine deutliche Armuts- und ethnische Segregation ist in den Stadtteilen Altstadt  und Styrum zu erkennen. Hier leben mehr als die Hälfte der Mülheimer Familien mit einem nichtdeutschen Haushaltsvorstand.

Auch wenn es die Familie mit Migrationshintergrund nicht gibt: Der Familienbericht zeigt, dass in diesen drei Stadtteilen eine überdurchschnittliche Arbeitslosenrate sowie hohe Anteile kinderreicher Familien und Alleinerziehender festzustellen ist.

Allgemein sagt uns die Familienbefragung:
Der Bildungsstatus der Familienhaushalte mit Migrationshintergrund ist niedriger, die Arbeitslosigkeitsrate ist bei den MigrantInnen höher als bei den deutschen Familien. 28 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund leben in armen Familien. Weitere 18 Prozent leben in Familien aus armutsnahen Verhältnissen. Bei der Gruppe der Kinder und Jugendliche ohne Migrationshintergrund sind nur zwölf Prozent direkt von Armut betroffen und weitere sieben Prozent als armutsnah einzustufen. Diese Fakten stellen für eine erfolgreiche und gelingende Familien- und Integrationspolitik in den o.g. Stadtteilen eine große Herausforderung dar.

Beim Thema "Integration" spielt der Bereich Bildung eine herausragende Rolle.

Im Durchschnitt haben Eltern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Eltern ohne Migrationshintergrund eine schlechtere Bildungsqualifikation. Deshalb sind auch die Bildungschancen von Kinder mit Migrationshintergrund schlechter als die Bildungschancen von Kindern aus anderen Haushalten.

Bei vielen Fragen und Problemen sind Bildungshintergrund und wirtschaftliche Lage des Haushaltes viel bedeutender als ein Migrationshintergrund! Was all das gerade Skizzierte für die Akteure vor Ort bedeutet, wollen wir heute diskutieren. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir stärker als bisher kleinräumig orientierte Familien- und Sozialpolitik miteinander verknüpfen müssen.

Hierfür ist sowohl auf der Daten- als auch auf der Taten-Seite "nachzuarbeiten". Die Veranstaltung heute ist ein Schritt dorthin und ich bin gespannt darauf.

Kontakt


Stand: 20.10.2008

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