Mülheimer Arbeitsmarkt lässt zu Jahresbeginn leicht nach
Im Januar waren 5.361 Personen bei der Sozialagentur Mülheim an der Ruhr arbeitslos gemeldet.
Gegenüber dem Vormonat sind das 58 Personen mehr (+1,1%), gegenüber dem Vorjahr aber 286 Personen weniger (-5,1%). Die Arbeitslosenquote im SGB II stieg damit leicht um 0,1 Prozentpunkt auf 6,5%. Im Januar 2011 betrug die Betroffenheit von Arbeitslosigkeit im SGBII-Hilfebezug unter den Erwerbspersonen in Mülheim noch 6,9%. Der Trend zur leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit spiegelt sich auch im Rechtskreis SGB III wider. Zusammen mit den Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit betreut werden, ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 8,3%.
Unterbeschäftigung
Arbeitslos und unterbeschäftigt sind 7.105 Menschen, die Hilfen der Grundsicherung
für Arbeitsuchende in Mülheim an der Ruhr beziehen müssen. Darunter befinden sich
z.B.
- 81 Kunden der Sozialagentur, die in Stellen der Bürgerarbeit befristet beschäftigt sind,
- 409 Kunden, die an einem Integrationsjob (Arbeitsgelegenheit) teilnehmen
sowie - 1.139 Personen, die an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen
Eingliederung teilnehmen.
Die Unterbeschäftigungsquote betrug im Januar 8,4% - gegenüber einer
Arbeitslosenquote von 6,5%.
Hilfebedürftigkeit
Einen leichten Anstieg - wie bei Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung – ist bei der
Zahl der Bedarfsgemeinschaften zu verzeichnen, die auf Hilfen der Grundsicherung für Arbeitssuchende angewiesen sind. Im Mülheim an der Ruhr erhielten im Januar 2012 8.558 Haushalte Unterstützung durch die Sozialagentur. Ebenso haben die Zahlen der Leistungsberechtigten leicht zugenommen. Von den 17.207 leistungsberechtigten Personen (+144) waren 12.178 erwerbsfähig (+100) und 5.029 (+44) nicht erwerbsfähig und unter 15 Jahre alt.
Mülheim an der Ruhr ist ein Vorreiter im Übergang Schule- Beruf
Nordrhein-Westfalen wird als erstes Flächenland ab dem Schuljahr 2012/13 einen
landesweiten und systematischen Übergang von der Schule in die Ausbildung
einführen. Die praktische Umsetzung soll in sieben Referenzkommunen begonnen und wissenschaftlich begleitet werden. Ziel ist es, den Gesamtprozess effizienter zu
gestalten und eine deutliche qualitative Verbesserung des Übergangssystems zu
erreichen. Darauf haben sich die Partner im Ausbildungskonsens NRW geeinigt.
Landesregierung, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kammern, Arbeitsverwaltung und
Kommunen in NRW wollen ein bundesweit einzigartiges Übergangssystem aufbauen,
in dem individuelle Potentialanalyse und Förderung jedes einzelnen Jugendlichen im
Vordergrund stehen.
Vorrangiges Ziel ist es, allen Jugendlichen eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen
und eine verbindliche Ausbildungsperspektive für alle ausbildungsfähigen und -willigen Jugendlichen zu entwickeln.
Dazu sollen vor allem die folgenden Maßnahmen ergriffen werden:
- Nachhaltige Studien- und Berufsorientierung für alle Schüler/innen
- Schaffung von Transparenz bzgl. der Chancen einer dualen Berufsausbildung
- Steigerung der Attraktivität beruflicher Aus- und Weiterbildung
- Bereitstellung von Ausbildungsangeboten im direkten Anschluss an den
Schulbesuch - Rasche Integration aller Jugendlichen mit und ohne Förderbedarf in Ausbildung
- Reduktion der zahlreichen Angebote im Übergangssystem zu Gunsten eines
direkten Einstieges in die Ausbildung
Alle diese Maßnahmen sollen kommunal gebündelt und koordiniert werden. Mit der
Umsetzung wird in sieben ausgesuchten Referenzkommunen (Bielefeld, Dortmund,
Städteregion Aachen, Kreis Borken, Kreis Siegen-Wittgenstein, Rheinisch-Bergischen
Kreis sowie Mülheim an der Ruhr) begonnen. In den nächsten Jahren soll das neue
Übergangssystem in allen Kommunen umgesetzt werden.
Arbeitsmarktprogramm 2012
Das diesjährige Arbeitsmarktprogramm wird die Sozialagentur Mülheim an der Ruhr
am Dienstag, 28. Februar 2012 um 16 Uhr in der ersten Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales in der VHS (Raum D12) Politik und Öffentlichkeit
vorstellen. Der Leiter der Sozialagentur, Matthias Spies, wird die arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkte und Ziele sowie die Planungen für die Eingliederungsleistungen erläutern.
Mülheimer Arbeitmarktdialog am 19. März 2012
Die „Mülheimer Arbeitsmarktdialoge“ sind Angebot und Aufforderung zur Diskussion
über arbeitsmarktpolitische Fragen und Probleme und die Umsetzung in Mülheim an
der Ruhr. Das Jahr 2012 startet in der Arbeitsmarktpolitik mit der erneuten Reform
der Eingliederungsinstrumente zum April. Bestandteil der Reform ist insbesondere
eine grundlegende Änderung der gesetzlichen Grundlagen zur Durchführung der
Arbeitsgelegenheiten. Das Konzept der „Integrationsjobs“, das die Sozialagentur
gemeinsam mit den Mülheimer Trägern von Arbeitsgelegenheiten im Jahr 2009
entwickelt hat, kann auf dieser veränderten Grundlage nicht mehr fortgeführt werden.
Über diese Folge wie über andere Fragen und die mögliche Zukunft der aktiven
Arbeitsmarktpolitik wird gemeinsam mit dem Gast - Dr. Martin Brussig vom Institut
für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen - diskutiert.
Der nächste Mülheimer Arbeitsmarktdialog mit dem Titel „Instrumentenreform 2012 – Auswirkungen und Prognosen“ findet statt am Dienstag, 19. März 2012, um 16 Uhr in der Stadthalle.
Weitere Informationen auf den Seiten der Sozialagentur Mülheim an der Ruhr.
Kontakt
Stand: 31.01.2012







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