Archiv-Beitrag vom 19.01.2012Mülheimer Krankenhäuser erhalten das Qualitätssiegel MRSA

Erstmals im Ruhrgebiet

Die Mülheimer Krankenhäuser, das Sankt Marien-Hospital und das Evangelische Krankenhaus haben im Januar 2011 multiresistenten Erregern, insbesondere multiresistenten Staphylokokkus aureus (MRSA) den Kampf angesagt.

Verleihung MRSA-Gütesiegel an die Mülheimer Krankenhäuser EKM und SMH. 12.01.2012 Foto: Walter Schernstein

Der MRSA („Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus“) gehört zu den wichtigsten Krankenhauskeimen. Dabei handelt es sich um Bakterienstämme, die gegen viele bisher verfügbare Antibiotika resistent sind und vor allem in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen schwer behandelbare Infektionen auslösen.

Hauptursache für die Ausbildung dieser Keime war und ist der inadäquate Einsatz von Antibiotika bei Tieren und Menschen und eine nicht ausreichende Hygiene.

Die Niederlande und andere europäische Ländern haben in den letzten Jahren vorgemacht, wie eine Gefährdung von Patienten durch resistente Keime verringert werden kann.
Im grenzübergreifenden Netzwerk Euregio MRSA-Net Twente Münsterland wurde auch in Deutschland versucht, sich diese Erfahrungen  zu eigen zu machen.
Wesentlicher Baustein im Euregio-Netzwerk war ab 2006 nach Gründung dieses Netzwerks, die Häuser zu bestimmten Qualitätszielen zu verpflichten.
Den Krankenhäusern wurde in dieser Region angeboten, bis zum Jahre 2008 die vom Netzwerk erarbeiteten Qualitätsziele umzusetzen. Sie erhielten dann auf Zeit eine Auszeichnung mit dem Euregio-MRSA-Net-Qualitätssiegel.
Diese Qualitätsziele wurden im Wesentlichen von der Arbeitsgemeinschaft der Ruhrgebietsgesundheitsämter übernommen. Als assoziierte Mitglieder des durch das Bundesministerium für Gesundheit geförderten MRE-Netzwerks Nordwest haben die Gesundheitsämter im Ruhrgebiet den Krankenhäusern den Erwerb eines vergleichbaren Qualitätssiegels angeboten.

Nach Gründung des Netzwerks Multiresistente Erreger (MRE) in Mülheim an der Ruhr am 15. Dezember 2010 hatten beide Mülheimer Krankenhäuser am 15. Mai 2011 die Bereitschaft erklärt, dieses Qualitätssiegel zu erwerben.

Danach wurden entsprechend den Anforderungen zum Erwerb des Siegels in beiden Häusern für eine Woche alle aufgenommenen Patienten auf eine MRSA-Besiedlung im Nasenbereich hin untersucht und dabei die Risikofaktoren dieser Patienten für multiresistente Erreger erfasst.
In der Folge wurde das Aufnahmescreening der Mülheimer Krankenhäuser optimiert und ausgebaut. Zwischenzeitlich wurden in beiden Häusern zu diesem Thema krankenhausinterne Fortbildungen durchgeführt und ein umfangreiches Berichtswesen über die Häufigkeit von MRSA eingeführt. Weiterhin wurden Hygienepläne an die aktuellen Vorgaben angepasst und die MitarbeiterInnen hausintern dazu geschult. Beide Häuser haben in dem Zusammenhang auch im Rahmen der Aktion „Saubere Hände“, die regelmäßige Händedesinfektion weiter optimiert.

Beide Häuser hatten ihre Unterlagen über die Untersuchungsergebnisse und die ergriffenen Maßnahmen dem Gesundheitsamt vorgelegt. Es fanden weiterhin in beiden Krankenhäuser Hygienebegehungen statt, bei der die praktische Umsetzung der Maßnahmen stichprobenartig überprüft wurde.

Die Ergebnisse dieser Prüfung und die Unterlagen wurden vom Institut für Hygiene der Universität Münster, Dr. Robin Köck, und von Dr. Inka Daniels-Haardt, Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG NRW), durchgesehen und dabei die Einschätzung des Gesundheitsamts Mülheim an der Ruhr im wesentlichen bestätigt.
Dr. Köck als Kooperationspartner des MRE-Netzwerks Nordwest hatte der Stadt Mülheim an der Ruhr die Qualitätssiegel ausgehändigt, die heute von Bürgermeisterin Renate aus der Beek den beiden Krankenhäusern im Gesundheitsamt der Stadt Mülheim an der Ruhr verliehen werden.

Damit erhalten die Mülheimer Krankenhäuser als erste im Ruhrgebiet diese begehrte Auszeichnung.

Für beide Krankenhäuser ist dieses Qualitätssiegel ein Ansporn, zum Erhalt des Siegels bei der laufenden regelmäßigen Berichterstattung Vorgaben zu erzielen und zu halten, die zum Schutz der Patienten vor multiresistenten Keimen beitragen.

Kontakt


Stand: 24.01.2012

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