Gemeinsam gegen multiresistente Keime: MRE-Netz

Multiresistente Erreger, insbesondere multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA), stellen auch in den Krankenhäusern Mülheims ein immer größeres Problem dar. Ausgelöst durch die relativ unkritische Antibiotikagabe beim Menschen, aber auch in der Tierzucht, und unzureichende Hygiene in medizinischen Einrichtungen ist der Anteil resistenter Keime an Staphylococcus aureus in den letzten Jahren bei Abstrichuntersuchungen bundesweit im Mittel auf über 20 % angestiegen. Nach bundesweiter Einführung der Meldepflicht Mitte 2009 für Patienten mit einer MRSA-Infektion des Blutes und des Gehirnwassers (Liquors) wurden allein in Mülheim seitdem 51 Patienten mit einer MRSA-Sepsis erfasst, von denen 12 Patienten an dieser Infektion verstorben sind und andere einen deutlich verzögerten Heilungsverlauf hatten.

Logo- MRE- Netzwerk Muelheim - Mulitresistente Erreger- Kooperation Unbefriedigend war bisher immer schon die Eindämmung dieser Erreger im ambulanten Bereich. Nachdem die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein in einer klarstellenden Veröffentlichung vom 3. September 2010 mitgeteilt hatte, dass MRSA-Abstrichuntersuchungen keine Kassenleistung darstellen, wenn bei den Patienten keine Krankheitssymptome bestehen, kam es  am 15. Dezember 2010 zur Gründung eines MRE-Netzwerks im Rahmen des Pflegenetzes Mülheim, an dem Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Rettungsdienst und das Gesundheitsamt der Stadt Mülheim an der Ruhr beteiligt sind. Das Netzwerk ist an das Netzwerk MRE-Netzwerk Nordwest assoziiert

Ein Teil der Infektionen kam durch Übertragungen im Krankenhaus zustande. Andere Patienten hatten die Besiedlung möglicherweise auch im ambulanten Bereich erworben, obwohl typischerweise eine Übertragung mit Besiedlung bei unzureichender Hygiene, insbesondere der Hände, in Krankenhäusern, insbesondere bei der Intensivbehandlung, zustande kommt.

Netzwerk forderte kurzfristige Lösung zu Besserung im ambulanten Bereich

Das Netzwerk wies die Landespolitik auf die unzureichende Eindämmung von Multiresistenten Erregern (MRE) im ambulanten Bereich durch eine fehlende Finanzierung und die dadurch bedingten Gefahren hin und forderte eine kurzfristige Lösung für das letztlich bundesweit bestehende Problem. Durch die geplanten Gesetzesänderungen, tritt in der ambulanten Versorgung voraussichtlich 2012 eine Besserung der Situation im ambulanten Bereich ein.

Zwischenzeitlich wurde ein Übergabebogen für MRSA besiedelte Patienten in beiden Krankenhäusern eingeführt.

Beide Mülheimer Krankenhäuser verpflichteten sich am 30. Mai 2011 innerhalb des nächsten Jahres das Qualitätssiegel MRSA des Ruhrgebiets zu erwerben. Hintergründe können Sie in dem Pressebeitrag dazu gerne noch einmal nachlesen. Die Anforderungen für des Erwerb des Siegels orientieren sich an dem Qualitätssiegel des MRSA-Netzes Twente-Münsterland.

Aktuell wird von der Feuerwehr der Stadt Mülheim und dem Gesundheitsamt ein Anforderungsbogen für Infektionstransporte, insbesondere auch für Patienten mit multiresistenten Erregern erarbeitet.

Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen an Dr. Dieter Weber im Gesundheitsamt der Stadt Mülheim an der Ruhr.

Auf der Seite des  MRE Netzwerkes Nord West  finden Sie ergänzende Informationen  zu multiresistenten Erregern.

 

Kontakt


Stand: 09.09.2011

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