Nicht-thermische Effekte

Nicht berücksichtigt wurden in der Grenzwertableitung bisher sogenannte nicht-thermische Effekte. Als ein Wirkmechanismus für nicht-thermische Effekte wird diskutiert, dass durch die Hochfrequenzstrahlung zusätzliche lokale Felder erzeugt werden, welche mit den natürlichen, die für die Aufrechterhaltung physiologischer Reaktionsabläufe verantwortlich sind, wechselwirken.
Eine Hypothese besagt, dass sich nicht-thermische Effekte möglicherweise erst bei längerdauernder Einwirkung oder als Spätfolge entwickeln.
Aus verschiedenen, vor allem tierexperimentellen Studien und in vitro-Versuchen (Experimenten an Zellen und Zellbestandteilen im "Reagenzglas") gibt es Hinweise dafür, dass nicht thermische Effekte unterhalb der Schwellen für thermische Wirkungen auftreten können.

Diese Studien zeigen jedoch zum Teil sich widersprechende Ergebnisse, einige der Untersuchungen weisen methodische Mängel auf oder zeigen keine signifikanten Ergebnisse. In der Regel handelt es sich um Einzelarbeiten, deren Ergebnisse bisher nicht reproduziert wurden.
Während die Existenz von nicht thermischen Effekten unter den Experten nicht umstritten ist, ist bisher die Frage nicht geklärt, ob es sich bei den beobachteten Effekten nur um "biologische Wirkungen" handelt, welche vom Körper kompensiert werden können, oder ob auch eine negative Auswirkung auf die Gesundheit des Menschen möglich ist.
Nach überwiegender Meinung der Experten erscheinen bedeutende gesundheitliche Risiken eher als unwahrscheinlich.
In Frage stehen in diesem Zusammenhang vor allem folgende Effekte:

Beeinflussung

  • des Ionen-, insbesondere Kalziumhaushaltes von Zellen
  • der Zellteilungsrate
  • der Aktivität von Enzymen
  • von Zellanordnungen
  • von Zellwänden
  • der Hirnaktivität
  • neurologischer Funktionen wie Nervenleitgeschwindigkeiten
  • kognitiver Leistungen wie zum Beispiel des Gedächtnisses
  • der Fortpflanzungsfähigkeit
  • des Herz-Kreislauf-Systems
  • zellulärer Parameter des Immunsystems
  • der Reifung der roten Blutkörperchen
  • der Blut-Hirnschranke
  • eine krebsfördernde Wirkung zum Beispiel durch Veränderung der nächtlichen Melatoninfreisetzung im Körper, wie sie im Tierversuch beobachtet wurde. Bisherige Untersuchungen im Niederfrequenzbereich beim Menschen sprechen jedoch eher gegen die "Melatoninhypothese".

Nach dem bisherigen Stand der Forschung gibt es keine wissenschaftlich begründeten Hinweise darauf, dass hochfrequente Felder mit relativ niedriger Energie, wie sie beim Mobilfunk auftreten, Krebs - durch direkte Schädigung des Erbgutes - verursachen können. Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang vor allem die Auslösung von Hirntumoren bzw. einer seltenen Augentumorart, dem Uvealmelanom (= Tumor der mittleren Augenhaut).
Untersuchungen mit Probanden im Labor ergaben in einigen umstrittenen Studien darüber hinaus Änderungen

  • vor allem des EEGs
  • des Schlafverhaltens
  • des EKGs.

Weiterführende Informationen zum Thema Elektrosmog bietet Ihnen das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Stand: 14.12.2011

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