Archiv-Beitrag vom 27.10.2015Schnelle Hilfe für Jugendliche unter einem Dach

Sozialagentur und Agentur für Arbeit unterzeichnen Kooperationsvereinbarung - Ministerpräsidentin zu Besuch im U25 Haus

Die Kooperation erweitert und intensiviert die bisherige Zusammenarbeit der beteiligten Partner an den Schnittstellen im Übergang Schule und Beruf.
Jetzt wurde die Kooperation zwischen der Stadt Mülheim an der Ruhr und der Agentur für Arbeit formal besiegelt durch die feierliche Unterzeichnung des Kooperationsvertrages in Anwesenheit der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

U25 - Sozialagentur, Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr. Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Mülheim an der Ruhr und der Agentur für Arbeit. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Sozialdezernent Ulrich Ernst, Sozialamtsleiter Klaus Konietzka, Jürgen Koch, Agentur für Arbeit. U25-Haus, Viktoriastraße 26-28. 26.10.2015 Foto: Walter Schernstein

Stellten die Inhalte des Kooperationsvertrages vor: v.l.n.r. Klaus Konietzka, Leiter des Sozialamtes, Sozialdezernent Ulrich Ernst, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Oberhausen und Mülheim, Jürgen Koch; mit am Tisch Ralf Muss von der Arbeitsagentur.

Fotos: Walter Schernstein

"Niemand geht verloren. Dieser Satz ist seit Jahren für jede Mitarbeiterin, jeden Mitarbeiter des U25 Hauses handlungsleitend, wenn es um den Übergang von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Beruf geht. Er ist synonym für das ernsthafte Anliegen der Stadt Mülheim an der Ruhr jedem Jugendlichen, auch denen, bei denen nicht immer alles geplant verläuft, eine passgenaue und zielführende  Anschlusslösung ohne unnötige Warteschleifen nach der Schulzeit anzubieten. Ich bin sicher, dass die Erweiterung der bisher zwischen der Jugendhilfe und der Sozialagentur bereits erfolgreich praktizierten Kooperation um die Angebote der Agentur für Arbeit entscheidend zu einem effektiven, kommunal koordinierten Übergangssystem beitragen wird," so Beigeordneter Ulrich Ernst

Dabei versteht sich das U25 Haus nicht nur als Anlaufstelle für die Jugendlichen, sondern auch als Ansprechpartner für Eltern, Bezugspersonen oder Lehrer, wenn Jugendliche vielleicht selbst den Weg dorthin nicht finden. Ziel ist der größtmögliche Nutzen für den Jugendlichen.

U25 - Sozialagentur, Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr. Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Mülheim an der Ruhr und der Agentur für Arbeit. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Sozialdezernent Ulrich Ernst, Sozialamtsleiter Klaus Konietzka, Jürgen Koch, Agentur für Arbeit. U25-Haus, Viktoriastraße 26-28. 26.10.2015 Foto: Walter Schernstein

Große Freude bei den Kooperationspartnern und der Ministerpräsidentin nach erfolgter Vertragsunterzeichnung.

„Das Motto des U25 Hauses der Stadt Mülheim „Wir machen was!“ gefällt mir sehr gut, denn es steht für Aktivität und Engagement. Umso wichtiger ist es nun, dass wir gemeinsam etwas machen, um zusammen die Zukunft der jungen Mülheimerinnen und Mülheimer positiv zu gestalten. Dabei entsteht keine neue Behörde oder Institution, sondern die Stadt Mülheim und die Agentur für Arbeit Mülheim sind Partner bei diesem so wichtigen Thema und dies nun unter einem Dach – dem Dach des U25 Hauses. Jetzt sind die Jugendlichen gefordert, die Chancen des Service aus einer Hand zu nutzen,“ sagt Jürgen Koch.

Beide sehen bereits erste Erfolge der in der Praxis seit längerem praktizierten Zusammenarbeit. Sie wiesen unter anderem darauf hin, dass der Anteil der Arbeitslosengeld-II-Bezieher unter 25 Jahren in Mülheim nur bei 2,2 Prozent liege, während er im benachbarten Oberhausen über 10 Prozent betrage. Besonders stolz ist Ernst darauf, „dass der Anteil der in Ausbildung vermittelten Hauptschulabgänger seit der Einrichtung des U25 Hauses von 16 auf 43 Prozent angestiegen ist.“

U25 - Sozialagentur, Stadtverwaltung Mülheim an der Ruhr. Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der Stadt Mülheim an der Ruhr und der Agentur für Arbeit. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Sozialdezernent Ulrich Ernst, Sozialamtsleiter Klaus Konietzka, Jürgen Koch, Agentur für Arbeit. U25-Haus, Viktoriastraße 26-28. 26.10.2015 Foto: Walter Schernstein

Hannelore Kraft nahm die Gelegenheit war, sich bei ihrem Besuch im U25 Haus über die Möglichkeiten der Jugendlichen vor Ort zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft betonte am Rande der Vertragsunterzeichnung, dass sie
bei den Unternehmen um zusätzliche Ausbildungsplätze werben werde. Ihr Ziel: Im kommenden Ausbildungsjahr sollen in NRW 3.000 zusätzliche Ausbildungsplätze angeboten werden.


Hintergrundinformationen

Der Übergang von der Schule in eine Ausbildung und in einen Beruf stellt für Jugendliche und Heranwachsende eine Aufgabe dar, die ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erfordert. Für viele stellt sich der Übergang als eine Art Hürde dar, die sie vorrangig mit Hilfe der Eltern und anderen für sie wichtigen Personen aus ihrer Lebenswelt stemmen. Fachliche Unterstützung bieten die Berufsberatung, die Übergangsbegleitung der BuT-Schulsozialarbeit und andere Player im Übergangssystem Schule und Beruf.
In der Regel sind es Leistungen der Jugendhilfe, die bei persönlichen Problemlagen Unterstützung bieten.
Nicht jedem  Jugendlichen gelingt es nach Beendigung des Besuchs der Schule, eine berufliche Ausbildung aufzunehmen oder eine begonnene Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Fehlende Unterstützung im Elternhaus, mangelnde Berufsorientierung, aus Sicht der Betriebe unzureichende Kenntnisse und Fertigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber, nicht passende Berufswahlentscheidungen sowie individuelle Beeinträchtigungen oder soziale Benachteiligungen – es gibt vielfältige Ursachen, die dazu führen können, dass der Übergang von der Schule in den Beruf nicht oder nicht im ersten Anlauf gelingt. Fehlende Ausbildungsplätze beziehungsweise nicht dem Berufswunsch entsprechende Ausbildungsplätze wirken auf der Strukturebene beschränkend.
Dieser Situation soll sowohl auf Bundes- als auch auf Landes und kommunaler Ebene begegnet werden.

Auf der Grundlage des im Jahr 2013 geschlossenen Koalitionsvertrages will die Bundesregierung den erfolgreichen Ausbildungs- beziehungsweise Berufseinstieg für leistungsschwache Jugendliche erleichtern und gezielt begleiten.

Mülheim an der Ruhr ist Referenzkommune der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Ziele, beziehungsweise Handlungsfelder des Programms sind:

  • Einführung einer flächendeckenden Berufs- und Studienorientierung,
  • Systematisierung der Angebote im Übergang Schule-Beruf,
  • Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung.

"Niemand geht verloren"

In Mülheim an der Ruhr soll keine Schülerin und kein Schüler die Schule ohne klare Perspektive verlassen.
Die berufliche Unterstützung und Förderung der jungen Menschen erfolgt in Mülheim an der Ruhr durch die Sozialagentur, die Agentur für Arbeit Mülheim an der Ruhr und die Jugendhilfe. Die Zuständigkeiten, Dienstleistungen und Fördermöglichkeiten der unterschiedlichen Träger sind komplex und erfordern eine kooperative Zusammenarbeit.
Aus diesem Grund wird die Betreuung und Beratung der Jugendlichen und Heranwachsenden unter einem Dach im U25 Haus systematisiert angeboten. Die verschiedenen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sind für die Jugendlichen zu festen Terminen im U25 Haus erreichbar.
Verschiedene Bereiche der Jugendhilfe führen seit Februar 2015 an vier Tagen in der Woche im U25 Haus Sprechstunden durch. Seit August 2015 ist die Agentur für Arbeit mit Sprechstunden durch die Berufsberatung, die Reha-Beratung, die Arbeitsvermittlung und den Arbeitgeber-Service  im U25 Haus präsent.

Mit diesem Angebot wird die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit im U25 Haus unter einem Dach gebündelt.

Kontakt


Stand: 02.11.2015

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