Archiv-Beitrag vom 22.09.2008OB Mühlenfeld: Auberg als Naherholungsziel gesichert

Naherholung ausbauen und gleichzeitig Rückzugsräume für seltene Pflanzen und Tiere schaffen: vor dieser Herausforderung steht der Regionalverband Ruhr (RVR), nachdem er den Auberg in Mülheim an der Ruhr übernommen hat. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt erarbeitet er zurzeit ein Nutzungskonzept. Ziel ist es, den ökologisch wertvollen Landschaftsraum in seiner Vielfalt zu optimieren und gleichzeitig standortgerechte Freizeit- und Erholungsangebote bereitzustellen, ohne die Lebensräume von Flora und Fauna empfindlich zu stören. Beim  Auberg-Fest Mitte September haben Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und RVR-Bereichsleiter Umwelt Ulrich Carow die ersten Ideen vorgestellt.

Beim Aubergfest auf dem ehemaligen Növerhof konnten Naturinteressierte den ehemaligen Standortübungsplatz in Mülheim erkunden und sich über die weiteren Entwicklungspläne für das Areal informieren. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und RVR-Bereichsleiter Umwelt Ulrich Carow (2. v.l.) im Gespräch mit Falknern.19.09.2008Foto: Walter Schernstein-
Beim Aubergfest auf dem ehemaligen Növerhof konnten Naturinteressierte den ehemaligen Standortübungsplatz in Mülheim erkunden und sich über die weiteren Entwicklungspläne für das Areal informieren. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und RVR-Bereichsleiter Umwelt Ulrich Carow (2. v.l.) im Gespräch mit Falknern. 

Foto: Walter Schernstein

Der Növerhof, die ehemaligen Gebäude und Hofflächen der Bundeswehr, wird zum Betriebshof und gleichzeitig zum Lernort Natur. Hier entwickelt der RVR gemeinsam mit Partnern ein attraktives Programm mit umweltpädagogischen Angeboten für Kinder und Naturführungen für Erwachsene.

Auf den Freiflächen des ehemaligen Standortübungsplatzes führt der Eigenbetrieb RVR Ruhr Grün die ersten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durch wie Freischnitt, Neuanpflanzungen, Aufstellen von Sitzbänken und Papierkörben. Das Wegenetz für Wanderer, Spaziergänger, Radfahrer und Reiter wird optimiert. Für Hunde werden attraktive Auslaufmöglichkeiten geschaffen, die auch den Belangen des Natur- und Landschaftsschutzes gerecht werden. Der Auberg soll zudem an benachbarte Freizeit- und Erholungsräume wie das Ruhrtal angebunden werden beispielsweise über einen Wegeanschluss zum Ruhrtal-Radweg

Besucherbefragung

Eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Natur- und Landschaftsschutzgebietes bildet die im Juli dieses Jahres durchgeführte Besucherbefragung.

Dabei wurden die Wünsche und Anregungen der Erholungssuchenden ermittelt. Ganz oben auf der Liste der fehlenden Infrastruktureinrichtungen standen Sitzbänke und Papierkörbe sowie Entsorgungsstationen für Hundekot. Gefragt sind auch Standorte für Wildbeobachtung und ein Naturerlebnispfad. Jeder zweite der Befragten sprach sich für eine große, zentrale Hundespielwiese aus. Einig waren sich alle, dass der Natur- und Artenschutz gefördert werden muss.

Kosten

Der RVR investiert in den Auberg für Erwerb und Herrichtung rund zwei Millionen Euro. Die Optimierung der Erwerbsflächen soll im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt. Sie werden Dritten als Kompensationsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur an anderen Stellen kostenpflichtig zur Verfügung gestellt werden. Damit kann ein erheblicher Teil der Erwerbs- und Herrichtungskosten refinanziert werden.

Die Gebäude und Hofflächen werden verpachtet: Einen Teil der Gebäude und Hofflächen hat bereits die Firma Forsttech mit ihrem Forstbetrieb bezogen. Diese kooperiert mit der Rembergschule in Mülheim. Gemeinsam führen sie berufsbezogene Praktika im Bereich Holzverarbeitung für behinderte junge Menschen durch.

Die örtlichen Naturschutzverbände werden ebenfalls Räume belegen. Die Imkerei Sachs bezieht mit ihren Bienenvölkern die Streuobstwiese. Es gibt jedoch noch eine Ausbaureserve, insoweit sind weitere Nutzungsmöglichkeiten denkbar.

Der Auberg - gestern und heute

Bis 2003 nutzte die Bundeswehr das Gelände als Standortübungsplatz. Nach Abzug der Truppen wurde der Auberg für die Bevölkerung geöffnet. Seitdem haben Erholungssuchende und Freizeitsportler das Areal für sich erobert.

Der Höhenzug des Aubergs bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsbild mit ausgedehnten Wiesenflächen, Wäldern, Bachläufen und alten Obstwiesen. Da die Standortvielfalt von trocken bis nass sowie von nährstoffarm bis nährstoffreich variiert, konnten sich über dreihundert verschiedene Farn- und Blütenpflanzen ansiedeln.
Auch eine Vielzahl seltener und gefährdeter Tierarten findet hier einen geeigneten Lebensraum.

Aufgrund der hohen Bedeutung der Flächen für den Biotop- und Artenschutz wurde der Auberg als Natur- und Landschaftsschutzgebiet im Landschaftsplan der Stadt Mülheim ausgewiesen.

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Stand: 22.09.2008

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