OB Mühlenfeld: Mülheim setzt Maßstäbe für Menschen mit Behinderung

„Nichts über uns ohne uns“, so kann man das integrative Festival von und für Menschen mit und ohne Behinderung überschreiben, dass in der Zeit vom 12. bis 14. September in Mülheim an der Ruhr stattfinden wird. „Wir sind stolz darauf, dass Mülheim Austragungsort für die Independence Days 2003 ist und tausende Menschen aus ganz Deutschland hier an die Ruhr und ins MüGa-Gelände lockt“, so Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld.



Die zentrale Kulturveranstaltung im EJMB

Die Independence Days 2003 – ID-03 - wollen als die zentrale Kulturveranstaltung des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen (EJMB) vom 12. bis 14. September 2003 in Mülheim an der Ruhr neue Maßstäbe setzen. Zum ersten Mal findet ein integratives Kulturfestival statt, das musikalisch wie kulturell höchsten Ansprüchen gerecht wird. Über drei Tage wird Mülheim dabei zur Festival-Stadt: Auf zwei Open-Air-Bühnen auf dem MüGa-Gelände und im Ringlokschuppen finden Musikauftritte von Top-Stars statt, zeitgleich läuft ein schillerndes Kunst- und Kulturprogramm. Auch nachts wird durchgängig gefeiert, was die Veranstalter als eine Besonderheit eines integrativen Kulturfestivals hervorheben.

Prallvolles Programm soll 15.000 Besucher locken

Die ausführenden behinderten und nicht behinderten Künstlerinnen und Künstler stammen aus Deutschland und dem europäischen Ausland und garantieren einen anspruchsvollen Mix aus verschiedensten Stilrichtungen. Interpreten wie die Soulsängerin Marla Glen, die Band Wolfsheim, der Jazzsaxofonist Klaus Kreuzeder, die Gruppe Reamonn aber auch der renommierte Theatermacher Roberto Ciulli und der bekannte Pantomime NEMO konnten für dieses Festival verpflichtet werden. Vor, während und nach den Hauptveranstaltungen auf den drei Bühnen findet eine Vielzahl sogenannter Walkacts an allen möglichen Punkten des MüGa-Geländes statt wie zum Beispiel Pantomimen, Feuerspucker, Maskentheater, aber auch ein ‚Dorf der Sinne’ sowie Licht- und Videoinstallationen. Einige Dutzend Stände bilden einen bunten Markt der Möglichkeiten und sorgen auch für Kulinarisches. Insgesamt werden an den drei prallvollen Veranstaltungstagen 15.000 Besucher erwartet.


Partner: roll over e.V. und Fliedner

Veranstalter ist der Verein roll over e.V. aus Hamburg, der in den vergangenen Jahren bereits integrative Kulturevents durchgeführt hat und durch die Bundesregierung über das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung und die dort angesiedelte nationale Koordinierungsstelle im EJMB mit diesem wegweisenden Projekt betraut wurde.
Co-Veranstalter für den ersten der drei Festivaltage mit dem Motto „kultur findet stadt“ ist die überregionale Theodor Fliedner Stiftung, die sich auch als Partnerin von roll over bei der Durchführung der ID-03 engagiert.
Auf dem Gelände des bundesweit bekannten Fliedner Dorfes in Mülheim, in dem 600 junge und alte Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenleben, bietet die Fliedner Stiftung eine Zeltstadt als Übernachtungsmöglichkeit mit Shuttletransport-Service sowie Lagerkapazitäten für das Festival an. Am Shuttle-Service beteiligt sich besonders auch die Mülheimer Lebenshilfe.


Kinderprogramm

Übrigens: Die Independence Days sind noch viel mehr! Mit Kindercircus, Geschichtenerzähler Raphael, Luftballon Aktion, Theater, Tanzprogramm, Erlebnisparcour und vielen anderen Angeboten wird während der ID-03 auch ein reichhaltiges Programm für Kinder- und Jugendliche angeboten.


Wichtiges Ziel: Barrierefreiheit

Dem integrativen Charakter der ID-03 wird in besonderem Maße Rechnung getragen. Alle Bereiche werden von behinderten und nichtbehinderten Menschen gemeinsam durchgeführt. Das gilt sowohl für die Veranstalter und Organisatoren als auch für die Künstler ebenso wie für die Besucher und Gäste.

Dabei ist vor allem auch die Barrierefreiheit ein wichtiges Ziel. Das bedeutet nicht nur die rollstuhlgerechte Umsetzung des Festivalgeländes, sondern die Erfahrbarkeit des gesamten Programmes für Menschen egal mit welcher Behinderung: Gebärdendolmetscher übersetzen für Gehörlose simultan neben den Bühnen die Texte; spezielle Resonanzböden an den Bühnen werden die Schwingungen der Musik spürbar machen; Programme werden in Brailleschrift für Blinde übersetzt und Programm-CDs zum Anhören erstellt; Menschen mit Lernschwierigkeiten erhalten Texte in einfacher Sprache; neben den Bühnen werden die Liedtexte in Leuchtschrift übertragen. Als erstmalig in der Geschichte vergleichbarer Kulturevents heben die Veranstalter auch den barrierefreien Campingplatz und den non-stop Shuttle-Service zum Festivalgelände hervor. Menschen mit Behinderungen hätten so jederzeit die Möglichkeit zu entscheiden, wann sie individuelle Nachtruhe wünschen und müssten sich nicht nach vorgegebenen Zeiten richten.
Für all dies werden einige Hundert Helferinnen und Helfer unterwegs sein.

Sponsoren

Eine Vielzahl von Unterstützern vor allem aus der Region haben mit dafür gesorgt, die ID-03 nach Mülheim und damit mitten ins Ruhrgebiet gekommen sind.

Hauptunterstützer der Independence Days 2003 sind das „Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung“, die „Aktion Mensch“, das „Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland“, die „Stadt Mülheim an der Ruhr“, „RuhrCult, Agentur für Vertrieb und Werbung“ sowie „HEiNZ, der Bewegungsmelder zur Stadt“.


Tickets

Die Unterstützungsbereitschaft hat es ebenso ermöglicht, dass die Eintrittspreise zivil geblieben sind. So kosten eine Dauerkarte 25 Euro, im Vorverkauf nur 20 Euro und eine Tageskarte 13 Euro, im Vorverkauf 11 Euro.
Tickets sind ab 6. August 2003 an allen Vorverkaufsstellen erhältlich.
Weitere Infos unter Telefon (040) 23 51 79 27 sowie unter www.id-03.de

 

Grußwort von Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld zur Pressekonferenz und Programmvorstellung

Independence Day 2003 am Dienstag, 29. Juli, 11 Uhr

im Rathaus des Fliedner Dorfes in Selbeck

***

Meine sehr geehrte Herren und Damen,

ich freue mich sehr, Sie im Namen der Stadt Mülheim an der Ruhr begrüßen zu dürfen.

Gemeinsam blicken wir heute auf das 2. Wochenende im September, an dem in Mülheim drei Tage lang der Dialog und das gemeinsame Feiern von Menschen mit und ohne Behinderung im Mittelpunkt stehen werden.

Die "Independence Days 2003", die als nationale Großveranstaltung mit namhaften Künstlern und Künstlerinnen hier bei uns in Mülheim stattfinden, sind ein Highlight in unserem diesjährigen Veranstaltungskalender.

Wir hoffen, dass die "Unabhängigkeits-", oder auch "Selbstständigkeitstage" viele Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet anziehen werden. Ihnen allen wollen wir gemeinsam ein gut organisiertes Programm bieten, damit sie sich bei uns wohlfühlen.

Mit Tagungen, Konzerten und Begegnungen wollen die Organisatoren im Auftrag des "Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung" auf die Rechte, aber auch auf die Probleme von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Gleichstellung und Selbstbestimmung wollen sie erreichen.

Dies müssen auch zentrale Ziele unseres gesellschaftspolitischen Handelns auf kommunaler Ebene sowie auf Landes- und Bundesebene sein. In Mülheim gibt es etwa 19.000 Menschen mit einer Behinderung (von mehr als 50 Prozent). In rund 97 Prozent der Fälle lag diese Behinderung bei der Geburt noch nicht vor. Es kann also jeden von uns treffen!

Behindertenpolitik ist für uns in Mülheim kein Randthema. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Handelns, denn wir verstehen uns als offene Stadt. Die Integration von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, von Generationen sowie von Menschen mit und ohne Behinderung ist uns ein wichtiges Anliegen.

Wir müssen ständig daran arbeiten, dass Menschen mit und ohne Behinderung die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Mit den "Independence Days" sollen Vorurteile abgebaut werden. Menschen mit und ohne Behinderung sollen einander besser kennen und verstehen lernen.

Ich freue mich, dass mit der Theodor-Fliedner-Stiftung eine Mülheimer Einrichtung Partner dieses Projektes ist, mit der es in Mülheim eine seit langem bewährte Zusammenarbeit gibt.

Mein Dank gilt allen, die sich konstruktiv an der Planung und Realisierung der Independence Days mit sehr viel Engagement beteiligt haben.

Ich persönlich freue mich auf die "Independence Days". Sie versprechen eine hochkarätige Veranstaltung ohne Barrieren. Sie sollen und können unser Miteinander bereichern und stärken.

Als Oberbürgermeisterin wünsche ich den "Independence Days" viel Erfolg, und zwar über die drei Tage im September hinaus, damit die Ziele dieses "Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung" auch langfristig erreicht werden.

 

 

 



 

Kontakt


Stand: 22.08.2003

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