Archiv-Beitrag vom 18.11.2009OB Mühlenfeld: Mülheims Schilderwald wird gelichtet - vorerst in drei Modellgebieten!

Mit der "Verhüllung" von ausgewählten, überflüssigen StVO-Verkehrszeichen und Wegweisern in Mülheim an der Ruhr startete am 18. November Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper das Modellprojekt "SimplyCity" – die einfache Stadt.  

SimplyCity startet in Mülheim an der Ruhr, der Schilderwald lichtet sich.18.11.2009Foto: Walter Schernstein-

Fotos: Waltr Schernstein

Zusammen mit  Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (mitte) und dem ADAC-Präsidenten Peter Meyer (links), verdeckt der Minister mit einer gelben Plastikhülle das erste Verkehrszeichen, das künftig entfallen soll.

Nach dem Leitmotiv "Weniger ist mehr!" hat eine Kommission aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Polizei, des ADAC, der Bezirksregierung Düsseldorf und des Verkehrsministeriums in den drei Modellgebieten Mülheim-Heißen, Mellinghofer Straße und City/Leineweberstraße Verkehrszeichen und Wegweiser ausgewählt, die aus Sicht der Kommission überflüssig oder kontraproduktiv sind. 

"Nach unseren Schätzungen sind von den rund 20 Millionen Verkehrsschildern auf deutschen Straßen über ein Drittel überflüssig. Der ADAC fordert daher seit Jahren, die Zahl der Verkehrsschilder im Straßenraum deutlich zu verringern. Denn ein Kraftfahrer kann in der Regel nicht mehr als drei bis vier Verkehrszeichen in kurzer Zeitabfolge wahrnehmen und beachten. Leider sind auch hier in Mülheim oft auf engstem Raum viel mehr Verkehrszeichen zu befolgen. Dies führt zu einer Überforderung des Kraftfahrers, der nicht mehr in der Lage ist, alle Ge- und Verbote zu beachten", so ADAC-Präsident Meyer. 

Im Rahmen einer zirka zwei Monate dauernden "Verhüllungsaktion" werden diese zuerst mit gelben Plastiksäcken verdeckt. Damit wird ihre verkehrsrechtliche Wirkung aufgehoben und zugleich die "neue" Situation erprobt.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld: "In den drei Modellgebieten werden rund 50% der vorhandenen Schilder außer Kraft gesetzt. In Summe sind dies rund 350 Verkehrszeichen und Werbetafeln. SimplyCity beinhaltet aber nicht nur den Abbau von "Überkomplexität" - so Mülheims Oberbürgermeisterin -, sondern bedeutet auch die Rückkehr zum "menschlichen Maß". SimplyCity kommt den sich veränderten Lebens- und Mobilitätsbedürfnissen einer deutlich älter werdenden Gesellschaft entgegen."

SimplyCity startet in Mülheim an der Ruhr, der Schilderwald lichtet sich.18.11.2009Foto: Walter Schernstein

Nach der "Probezeit" wird die Situation in den Modellgebieten abschließend geprüft. Die in dieser Zeit gewonnenen Erfahrungen hinsichtlich Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit, aber auch das Feedback aus Politik und Bürgerschaft wird berücksichtigt. Die überflüssigen Schilder werden schließlich demontiert.

Zeitgleich mit dem Projektstart wird das Internetportal www.simply-city.de freigeschaltet. Hier finden die Bürger(innen) nicht nur alle Informationen zum Projekt, sondern haben auch die Möglichkeit, sich mit ihren Ideen direkt in das Projekt einzubringen.

"Kompakt, mobil, grün … einfach", so könnte nach Minister Lienenkämper die Formel für die Stadt von morgen lauten. 

Der Schilderabbau ist der erste Schritt im Sinne von "Weniger ist mehr!". Die Intention von SimplyCity ist jedoch wesentlich ambitionierter. "Es geht darum, den öffentlichen Raum von allen verkehrstechnischen, baulichen und möblierungsspezifischen Elementen und Regelungen zu befreien, die überflüssig, kontraproduktiv oder erschwerend sind. Diese Themen werden Gegenstand der nächsten Arbeitsschritte sein – unter intensiver Beteiligung von Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft," so Minister Lienenkämper.

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Stand: 19.11.2009

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